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Palantirs FDE-Label breitet sich aus: AWS und Microsoft bauen eingebettete KI-Teams

Der Jobtitel „Forward Deployed Engineer“ hat sich weit über Palantir hinaus verbreitet. AWS stellte im Juni 1.000.000.000 Dollar für eine eigene FDE-Organisation bereit, Microsoft zog im Juli nach. Das berichtet The Register am 3. Oktober.

Medien & InternetErklärtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. Oktober 20265 Min. LesezeitQuellen 9
Palantirs FDE-Label breitet sich aus: AWS und Microsoft bauen eingebettete KI-Teams

The Register berichtete am 3. Oktober, der Begriff sei zum jüngsten Modetrend der Branche geworden. Das Portal zitierte Ryan Sheehan, einen Senior Vice President bei SHI: „Wir machen FDE schon seit Langem.“ SHI sei ein globaler Solutions Integrator mit einem Volumen von 16.000.000.000 Dollar.

Der Begriff hat einen konkreten Ursprung. Palantirs Chief Technology Officer Shyam Sankar sagt, er habe ihn 2007 nach einem Gespräch mit CEO Alex Karp geprägt. Darin ging es darum, warum französische Restaurants so gut sind. Karps Antwort, die Sankar auf seinem persönlichen Substack wiedergibt und die The Register zitiert, lautete: Das Servicepersonal gehört zum Küchenpersonal. Karp bat Sankar, genau das für die Engineering-Abteilung zu bauen.

Was die Rolle tatsächlich umfasst: Das Unternehmen schickt erfahrene Berater zu einem Kunden, ohne sie an ein festes Projekt zu binden. Ihr Auftrag ist, mit neuer Technologie etwas Wertvolles zu bauen. Sie haben großen Spielraum, das schnell zu tun. Sankar schrieb, FDEs würden sich „neben unseren Kunden einbetten und dafür arbeiten, dass unsere Software ihr Problem löst und nicht irgendeinen Stellvertreter für ihr Problem“. Sie seien „verrückt genug, um ein Flugzeug in letzter Minute in den Irak zu besteigen“, und „schlau genug, um noch am selben Tag qualitativ guten Code auszuliefern“.

Sankar sagte außerdem, Palantirs Investoren hätten FDEs für eine schlechte Idee gehalten, weil die Kosten die Margen auffraßen. Sein Argument, sie zu behalten: Am Ende verstehen die Kunden das Produkt.

Das Geld hinter dem Trend ist nicht klein. Laut The Register kündigte AWS im Juni eine eigene FDE-Organisation an und stellte 1.000.000.000 Dollar zu ihrer Finanzierung bereit. Microsoft unternahm im Juli seinen eigenen Vorstoß.

Alte Praxis, neuer Name

DoiT, ein Unternehmen für KI- und Cloud-Kostenmanagement, sagte The Register, es setze FDEs seit 2011 ein. Den Begriff habe es aber erst im letzten Quartal 2025 übernommen, als es seine Praxis „Customer Reliability Engineering“ umbenannte. Das ist das Muster in der ganzen Branche: Die Arbeit ist älter als das Label, geändert hat sich das Label.

Auch kleinere Anbieter gehören zu dieser Welle. Ein am 3. Oktober veröffentlichter Blogbeitrag von Jared Palmer argumentiert, es gebe weltweit nur etwa 5.000 Spitzen-Softwareentwickler. Auf diese Zahl kommt er über Price's Law. Gemeint ist die Beobachtung aus Derek de Solla Prices Buch „Little Science, Big Science“ von 1963, dass die Hälfte der Aufsätze eines Fachgebiets von der Quadratwurzel der Autorenzahl geschrieben wird. Palmer zieht die Quadratwurzel aus Schätzungen von 20.000.000 bis 27.000.000 Entwicklern und erhält so etwa 4.500 bis 5.200.

Mit dieser Behauptung geht er vorsichtig um: „Price's Law sagt, dass die Quadratwurzel die Hälfte der Arbeit macht, nicht die ganze“, schreibt er. Die Zahl ist ausdrücklich eine Schätzung. Dennoch steckt in dem Argument, dass eine kleine Gruppe den Code schreibt, auf dem alle anderen aufbauen, dieselbe Knappheitslogik, mit der sich eingebettete Beratung verkauft.

Praktische Fragen tauchen anderswo auf

Der Rest der Engineering-Berichterstattung dieser Woche drehte sich weniger um Organigramme als um die unangenehmen Ränder der Werkzeuge. Tom's Hardware meldete am 3. Oktober, ein Spieler in Deutschland habe am 21. September 2026 eine gebrauchte AMD Ryzen 7 5800X3D gekauft. Beim ersten Start sei er aus Valorant verbannt worden, weil die CPU am 12. August 2026 von Riots Anti-Cheat-System Vanguard wegen des Cheatens ihres Vorbesitzers gesperrt worden war. Riots Anti-Cheat-Spezialist Phillip Koskinas sagte auf X, Hardwaresperren dauerten höchstens vier Monate und gälten nur für das jeweilige Spiel, so das Portal.

„Alles andere aus meinem System steht jetzt ebenfalls auf der schwarzen Liste“, sagte der Käufer, der unter u/After-Cartoonist-196 schreibt, laut Tom's Hardware.

Tom's Hardware merkt an, dass manche Anti-Cheat-Engines dauerhafte Sperren verhängen, während andere ein Ablaufdatum haben. Käufer haben vor dem Kauf keine Möglichkeit, Verstöße zu prüfen.

Auf der Seite der Modellbereitstellung beschreibt ein am 3. Oktober auf carteakey.dev veröffentlichter Beitrag, wie ein Qwen-Modell mit 125.000.000.000 Parametern auf einer einzelnen RTX 4070 mit 12 GB Speicher läuft. Der Autor berichtet, llama.cpp erreiche auf diesem Aufbau 27 Token pro Sekunde. Eine schmalere Laufzeitumgebung namens Strata komme mit 60.000 Token Kontext auf 53,2 Token pro Sekunde. Er räumt ein, dass die beiden Läufe unterschiedliche Quantisierungen und Einstellungen nutzten. Es handelt sich also um einen Vergleich kompletter Serving-Aufbauten und nicht um ein kontrolliertes Experiment. Er wettet darauf, dass bis April 2027 mindestens vier von sechs schmalen Engines 60 Tage ohne Commit bleiben.

Capcom nutzte seine eigene Konferenz am 2. Oktober, um Pläne für seine RE Engine vorzustellen. IGN berichtete, der Programmierer Satoshi Ishida habe das Projekt REX präsentiert. Es soll die Engine schrittweise verbessern und nicht ersetzen, und ein Ziel sei eine „KI-Generierungs-Spielengine“. IGN berief sich für das Detail auf GameBiz: REX vereine die Engine unter der laut GameBiz weltweit verbreitetsten Programmiersprache, damit Menschen und KI leichter damit arbeiten können. Capcom erklärte auf einer Hauptversammlung im März 2026, keine KI-generierten Assets in seine Spiele zu bringen, KI aber zur Steigerung der Entwicklungseffizienz einzusetzen.

Lernmaterial und Langfristwetten

Kostenloses Trainingsmaterial erscheint weiterhin neben den Werkzeugen. Eine Seite namens AI Engineering from Scratch, betreut von Rohit Ghumare, listet einen Lehrplan in Python, TypeScript, Rust und Julia auf. Sie baut jeden Algorithmus aus roher Mathematik nach, bevor irgendein Framework importiert wird, und nennt Leser bei Apple, Google, Meta, OpenAI und Nvidia. Ein weiterer am 3. Oktober veröffentlichter Beitrag argumentiert, Coding-Agenten sollten mit Ideen aus dem Chemieingenieurwesen gesteuert werden. Er erklärt Unit Operations und Durchsatz am Beispiel des Spiels Shapez 2.

Nicht jede Geschichte dieser Woche hat überhaupt mit Software zu tun. Die Purdue University teilte am 28. September mit, das Archaeological Legacy Institute und die Purdue Research Foundation würden nach Nikumaroro in Kiribati segeln. Die Abfahrt zur See ist für den 7. Oktober angesetzt, nach einem Treffen in Tarawa am 6. Oktober. Ziel ist es, eine Satellitenanomalie namens Taraia Object auf Spuren von Amelia Earharts Lockheed Electra 10-E zu untersuchen. Die Rückkehr ist für etwa den 22. Oktober geplant. Unabhängig davon veröffentlichte The War Zone am 3. Oktober ein Interview mit Tim Conners, einem ehemaligen leitenden Antriebsingenieur im Blackbird-Programm der NASA. Thema waren Spekulationen, die NASA bereite sich darauf vor, die SR-71 mit der Hecknummer 844 erneut zu fliegen.

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Quellen

9
  1. 01Palantir's fondness for French food cooked up tech's latest fad – forward-deployed engineersEN
  2. 02Buying used CPUs can expose users to existing bans from anti-cheat enginesEN
  3. 03There are only 5,000 elite software engineers in the worldEN
  4. 04Former SR-71 Engineer Talks NASA's Blackbird Revival ProgramEN
  5. 05Capcom Announces Plans to Transform the RE Engine Into an AI Generation Game EngineEN
  6. 06The Rise of Overfit Inference EnginesEN
  7. 071 week out: Countdown to the search for Amelia Earhart's plane beginsEN
  8. 08AI Engineering from ScratchEN
  9. 09Taming Coding Agents Using Chemical Engineering PrinciplesEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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