Porsche erzielt im dritten Quartal 387 Millionen Euro operatives Ergebnis
Porsche hat im dritten Quartal ein operatives Ergebnis von 387 Millionen Euro erzielt, nach einem Verlust von 967 Millionen Euro im Vorjahr. Finanzchef Jochen Breckner bezeichnete 2027 als Übergangsjahr mit einem Tiefpunkt bei Absatz und Rentabilität.

Die Erholung im dritten Quartal
Das Ergebnis lag über der Analystenerwartung von 331 Millionen Euro. Die Aktie legte nach der Vorlage um mehr als 2% zu.
Über neun Monate sieht die Bilanz besser aus als das Quartal allein. Das operative Konzernergebnis erreichte 1,7 Milliarden Euro nach 40 Millionen Euro im Vorjahr, weil die Umsatzkosten um 3,2 Milliarden Euro sanken. Im dritten Quartal fielen die Aufwendungen für die strategische Neuausrichtung auf rund 300 Millionen Euro, nach 1,9 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz der ersten neun Monate ging dennoch um 6% auf 25,3 Milliarden Euro zurück, im dritten Quartal um 7,5% auf 8 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag nach neun Monaten bei 6,9%. Laut Porsche liegt sie damit deutlich über der Mitte der Jahresprognose von 5,5% bis 7,5%.
Der Netto-Cashflow im Automobilbereich hat sich auf 2,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Dazu trugen 900 Millionen Euro aus dem Verkauf der Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group bei. Die Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich verdoppelte sich auf 11,3%. Porsche unterzeichnete außerdem im Rahmen des Programms "Focus on the Core" einen Verkaufsvertrag für MHP, eine vollkonsolidierte Tochtergesellschaft mit mehr als 4.500 Beschäftigten.
Die Warnung vor dem Tiefpunkt 2027
Finanzvorstand Jochen Breckner nannte 2027 ein "Übergangsjahr" mit einem Tiefpunkt bei Absatz und Rentabilität. 2026 werde besser ausfallen.
Drei Punkte treiben das nach seiner Darstellung: das erste volle Jahr ohne den Macan mit Verbrennungsmotor, die anhaltende Schwäche in China und verbleibende Restrukturierungskosten von 300 Millionen bis 400 Millionen Euro. Breckner riet den Analysten, über 2027 hinwegzuschauen und auf die Wirkung der Strategie Sportwagenschmiede '35 in den Jahren ab 2028 zu warten. Das Unternehmen hält an einer operativen Marge von 10% bis 15% fest, langfristig sollen es 15% sein. Die Erholung werde mehrere Jahre dauern.
Porsche bestätigte das Ziel, bis 2032 rund 9.000 Vollzeitstellen abzubauen. Nach Breckners Worten sind dafür keine weiteren Verhandlungen nötig. Ein Bericht von Financial Express zum Kapitalmarkttag am 7. Oktober hatte dieselben 9.000 Stellen bis 2030 genannt, etwa ein Viertel der Belegschaft. Im jüngsten Call nannte das Unternehmen 2032 als Zieljahr.
China, Zölle und das Absatzproblem
Die Auslieferungen sanken in den ersten neun Monaten um 16% auf 178.532 Fahrzeuge, mit Rückgängen in China, Deutschland und anderen Teilen Europas.
Im dritten Quartal verkaufte Porsche 56.000 Einheiten auf Großhandelsbasis und erwartet für das vierte Quartal einen weitgehend stabilen Absatz. Das Auslaufen des 718 und des Macan mit Verbrennungsmotor belasteten den Absatz, ebenso der geringere China-Anteil. Die Auslieferungen in China sind nach einem von Yahoo Finance zitierten Reuters-Bericht in den vergangenen vier Jahren um mehr als die Hälfte gefallen, weil Käufer dort zu lokalen Elektromarken wechselten. Im Handel geht Porsche davon aus, dass die US-Zölle von 15% bestehen bleiben. Eine Produktion in den USA schloss Breckner aus. Das relativ niedrige Volumen mache eine Verlagerung zu komplex, selbst mit dem 4 Milliarden Dollar teuren Werk von Audi in Georgia.
Der vollelektrische Cayenne trug dazu bei, dass der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge am Absatz seit Jahresbeginn auf 22% stieg. Der Umsatz pro Fahrzeug erhöhte sich um rund 6.000 Euro auf etwa 126.000 Euro.
Die Abschreibung hinter der Warnung
Volkswagen gab eine Gewinnwarnung heraus, nachdem eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 6 Milliarden Euro auf den 75-Prozent-Anteil an Porsche angefallen war. Sie ist Teil von 10 Milliarden Euro an Sonderbelastungen, die überwiegend bei der Sportwagenmarke liegen.
Die Wertminderung drückte den Buchwert der Porsche-Beteiligung von Volkswagen auf rund 10 Milliarden Euro, nach 18,8 Milliarden Euro beim Börsengang 2022. Im Vorjahr hatte bereits eine Abschreibung von 2,7 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. Die Profitabilität von Porsche lag im vergangenen Jahr bei 1,1%, zwei Jahre zuvor waren es 18%. Die Volkswagen Group erwartet für 2026 nun eine Konzernumsatzrendite von höchstens 1%, nach einer früheren Prognose von 4% bis 5,5%. Die Volkswagen-Aktie schloss nach der Warnung 5,6% tiefer, die Porsche-Aktie verlor 3,3%. Analysten von Jefferies werteten die wiederholten Abschreibungen laut dem Bericht von Yahoo Finance als Hinweis auf Aufsichtsprobleme im Konzern.
Ferrari erzielte 2025 laut Financial Express eine Umsatzrendite von 29,5%, Skoda 8,3%, Mercedes-Benz 5% und Volkswagen 2,8%.
Wie es weitergeht
Porsche setzt auf eine neue Version des Macan mit Verbrennungsmotor, die 2028 kommen soll, und auf höhere Preise für die Topmodelle, um die Rentabilität zu stützen.
Die Prognose für 2026 bleibt bei einer operativen Umsatzrendite von 5,5% bis 7,5%. Die Produktion bleibt in Deutschland, und die Planung unterstellt keine Entlastung bei den Zöllen.
Quellen
34- 01How Porsche Became a Problem For VolkswagenEN
- 02Porsche Q3 2026 Earnings Call: Profit Rebounds to €1.7B as Cost Cuts Offset Revenue Decline; CFO Warns 2027 Will Be 'Trough' YearEN
- 03Porsche rules out U.S. production as restructuring lifts quarterly profitEN
- 04Porsche Layoffs: Automaker resets strategy with 'value over volume', cuts 9,000 jobsEN
- 05Volkswagen crisis worsens with US$11.5 billion profit warning, largely due to Porsche strugglesEN
- 06Mercedes to cut more jobs as Chinese competition bites - The Straits TimesEN
- 07China’s AI chipmakers report first profits, but will the trend continue?EN
- 08China Truck Sales Now Majority Electric. What’s Next?EN
- 09China October NEV retail sales fall 10% to 1.148 million, preliminary CPCA data showsEN
- 10Tesla China October wholesale sales total 67,829, lowest since FebruaryEN
- 11Electric trucks hit 50% of China's heavy truck sales, diesel demand fallsEN
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