Pandora verliert 2,75 Millionen monatliche Nutzer, SiriusXM hebt Prognose für 2026 an
Pandoras monatlich aktive Nutzer sanken im dritten Quartal 2026 um 2,75 Millionen auf 38,81 Millionen, wie SiriusXM am 29. Oktober mitteilte. Der Mutterkonzern hob zum zweiten Mal in Folge die Jahresprognose an.

Pandoras Reichweite schrumpft weiter
Pandora beendete den September mit 38,81 Millionen monatlich aktiven Nutzern, 6,6% weniger als die 41,56 Millionen ein Jahr zuvor. Das sind 2,75 Millionen Hörer weniger in zwölf Monaten [1].
Weniger Hörer bedeuten weniger Werbeplätze in Pandoras kostenloser Version. SiriusXM versucht die Lücke mit Podcasts, programmatischem Verkauf und Werbeplätzen aus der Partnerschaft mit YouTube Audio zu füllen. Wie viel diese Partnerschaft einbringt, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt [1][2]. Die zahlende Basis entwickelte sich ähnlich: Bei Pandora Plus und Pandora Premium zählte SiriusXM 5,51 Millionen Selbstzahler, 177.000 weniger als im Vorjahr [1]. Die werbefinanzierten Hörstunden fielen um 10% auf 2.250.000.000 [1].
Der Umsatz im Segment Pandora und Off-platform stieg dennoch leicht, von 548.000.000 auf 549.000.000 Dollar [1]. In diesem Segment stecken auch Podcast-Werbung und das Ad-Tech-Geschäft AdsWizz [1]. Der Musikdienst schrumpft. Das Segment um ihn herum nicht.
Die Abo-Erlöse im Segment fielen um 2% auf 130 Millionen Dollar [1]. SiriusXM begründete das mit der geringeren Zahl an Abonnenten [1].
Werbeerlöse stagnieren, während das Hören sich verschiebt
Der konsolidierte Werbeumsatz lag bei 456.000.000 Dollar, nach 455.000.000 im Vorjahr [2]. Das ist ein flaches Ergebnis in einem Quartal, in dem die Podcast-Werbung um 20% zulegte, nach 30% im zweiten Quartal [2]. Im Segment Pandora und Off-platform wuchs der Werbeumsatz um 1% auf 419.000.000 Dollar [1]. SiriusXM führte das auf Podcasts, programmatische Verkäufe und Technologiegebühren zurück. Geringere Werbeerlöse aus dem Musikstreaming bei Pandora glichen einen Teil der Zuwächse aus, weil die Hörstunden sanken [1].
Das Podcast-Wachstum verlangsamt sich, während Pandoras Hörstunden fallen [2].
Das Quartal hinter den Pandora-Zahlen
Der konsolidierte Umsatz sank von 2.159.000.000 auf 2.153.000.000 Dollar [1][2]. Der Rückgang kam vor allem vom Hardwaregeschäft. Der Geräteumsatz fiel von 43 Millionen auf 36 Millionen Dollar. Das Unternehmen begründete das mit höheren Speicherkosten für die Module, die es für Satellitenradios liefert [2]. Der Gewinn lief in die andere Richtung. Der Nettogewinn stieg um 7% von 297 Millionen auf 317 Millionen Dollar [2]. Das bereinigte EBITDA, das SiriusXM für operative Ziele und Mitarbeiterprämien heranzieht, wuchs um 3% auf 694.000.000 Dollar, die Marge erreichte 32,2% nach 31,3% [2]. Der freie Cashflow stieg um 14% von 257 Millionen auf 293 Millionen Dollar, gestützt durch niedrigere Zinsaufwendungen und geringere Investitionen [2]. Niedrigere Programm- sowie Vertriebs- und Marketingkosten und Automatisierung trugen zur Margenverbesserung bei [6].
Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel um 7% von 0,84 auf 0,78 Dollar [2]. Der Abstand ist ein Buchhaltungseffekt im Zusammenhang mit Wandelanleihen, während der unverwässerte Gewinn je Aktie von 0,88 auf 0,94 Dollar stieg [2].
Abonnenten, Lizenzgebühren und der angehobene Ausblick
Der Satellitendienst selbst stabilisierte sich. SiriusXM gewann rund 5.000 Selbstzahler, nach einem Nettoverlust von 40.000 im Vorjahr [1][6]. Ende September zählte das Unternehmen 32,85 Millionen Abonnenten, davon 31,26 Millionen Selbstzahler, der ARPU lag bei 15,18 Dollar nach 15,19 Dollar [1]. Die Lizenzkosten stiegen. Umsatzbeteiligungen und Lizenzgebühren erhöhten sich um 5 Millionen auf 726.000.000 Dollar, das entspricht 33,7% des Gesamtumsatzes nach 33,4% im Vorjahr, berechnet von Music Business Worldwide [1]. Auf das Segment SiriusXM entfielen davon 392.000.000 Dollar, 2% mehr, auf Pandora und Off-platform 334 Millionen Dollar, 1% weniger [1].
SiriusXM hob die Prognose für das Gesamtjahr 2026 zum zweiten Mal in Folge an und erhöhte die Erwartungen für Umsatz, bereinigtes EBITDA und freien Cashflow jeweils um 25 Millionen Dollar [2]. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatz von etwa 8.550.000.000 Dollar, einem bereinigten EBITDA von etwa 2.650.000.000 Dollar und einem freien Cashflow von etwa 1.400.000.000 Dollar [2][6][13]. Seeking Alpha berichtete, dass die Umsatz- und EBITDA-Prognosen weiter unter dem Konsens liegen [6]. Die Aktie fiel am 29. Oktober im vorbörslichen Handel um etwa 3% [6].
SiriusXM könnte die Aktienrückkäufe 2027 ausweiten, sagte der Finanzvorstand [1][6]. Zac Coughlin verwies auf ein effizienteres Betriebsmodell und sinkende Investitionen in Satelliten [1][6].
Was das Management als Nächstes signalisierte
Das am 29. Oktober eingereichte 10-Q enthält die rechtliche Seite. Das Mechanical Licensing Collective verklagte Pandora im Februar 2024 mit der Begründung, Pandora habe mechanische Lizenzgebühren für die kostenlose, werbefinanzierte Version zu niedrig gezahlt. Das Kollektiv argumentiert, dieses Angebot sei ein interaktiver Dienst, und Pandora müsse für Pandora Plus zusätzliche mechanische Lizenzgebühren zahlen [1]. Das Gericht lehnte am 30. September die gegenseitigen Anträge beider Seiten auf ein Urteil im beschleunigten Verfahren ab und hat noch keinen neuen Verhandlungstermin angesetzt [1]. Das MLC bat das Gericht am 14. Oktober, diese Entscheidung zu überdenken und ihm das Urteil im beschleunigten Verfahren zuzusprechen, beide Seiten neue, kürzere Anträge einreichen zu lassen oder die Entscheidung für eine sofortige Berufung zuzulassen [1]. Pandora widersetzte sich in einer am 28. Oktober eingereichten Antwort einem Urteil im beschleunigten Verfahren ohne Weiteres, erhob aber keinen Einspruch gegen eine Überprüfung, sofern das Gericht auch die Ablehnung von Pandoras eigenem Antrag neu prüft [1]. Die Einreichung enthält außerdem Neuigkeiten zu einem zweiten Streit mit BMI, das im September 2024 eine Klage vor dem Tarifgericht gegen SiriusXM eingereicht hat [1].
Quellen
15- 01Pandora's monthly user base fell by 2.75m YoY in Q3, while SiriusXM's total revenue share and royalty costs rose to $726MEN
- 02Pandora loses 2.75 million monthly users as SiriusXM ad sales stall at $456mEN
- 03SiriusXM lifts full-year forecasts as Q3 revenue misses estimatesEN
- 04SiriusXM Raises 2026 Sales OutlookEN
- 05Shopify falls over 8% after Q3 revenue and merchandise volume miss estimatesEN
- 06Uber beats on revenue, CEO tells CNBC the company is 'investing significantly' to add driversEN
- 07Virgin Media O2 outlines plans to lay off thousands as revenue fallsEN
- 08Roli Has Fallen Apart—and Left Customers Holding the BagEN
- 09Anthropic's compute tab could top $1T as Q3 revenue nears $17BEN
- 10Electric trucks hit 50% of China’s heavy truck sales, diesel demand fallsEN
- 11Harmonic revenues break beyond Comcast and SpectrumEN
- 12Geely nears monthly sales record as exports remain strongEN
- 13Cloud Revenue Hits $168B as AI Capacity ExpandsEN
- 14Unitree reports 70% surge in quarterly revenue, though AI investment weighs on net profitEN
- 15Retell uses OpenAI models to help power 100M monthly callsEN
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