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SAP betreibt ab 2028 eine souveräne Cloud für das niederländische Verteidigungsministerium

SAP und das niederländische Verteidigungsministerium haben eine strategische Vereinbarung unterzeichnet, um in den Niederlanden eine souveräne Cloud-Umgebung aufzubauen und zu betreiben. SAP kündigte den Vertrag im November 2026 an, der Betrieb soll am 1. Januar 2028 beginnen.

WeltNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
SAP betreibt ab 2028 eine souveräne Cloud für das niederländische Verteidigungsministerium

Die niederländischen Streitkräfte übertragen Wartung, Updates und zentrale Teile des Betriebs an einen kommerziellen Anbieter. Wie viel der Vertrag wert ist, hat SAP nicht mitgeteilt. Die sensibelsten Arbeitslasten des Ministeriums bleiben in getrennten Umgebungen.

Was die Niederländer unterschrieben haben

Die Vereinbarung umfasst Aufbau und Betrieb einer souveränen Cloud-Umgebung in den Niederlanden.

Die Umgebung ist Teil einer breiteren Multicloud-Strategie. Sie verbindet souveräne Cloud, private Cloud und getrennte Umgebungen für streng geheime Informationen. Die Verteilung der Arbeitslasten auf mehrere Anbieter soll die Abhängigkeit von einer einzigen Technologie oder einem einzigen Lieferanten verringern. Außerdem sollen kritische Dienste auch bei Störungen weiterlaufen, Cyberangriffe eingeschlossen. Thomas Saueressig, Chief Customer Officer und Mitglied des Vorstands von SAP, sagte, das Ministerium wolle moderne Technologie. Es wolle zugleich die Kontrolle über Sicherheit und Souveränität seiner kritischen Systeme behalten.

Warum Souveränität gekauft und nicht erklärt wird

Bart Van der Biest ist Geschäftsführer von SAP Benelux. Er beschrieb den Vertrag in betrieblichen Begriffen. Bei einer souveränen Cloud gehe es nicht nur darum, wo Daten liegen, sagte er. Entscheidend sei, wer Zugang zu Systemen hat und wer den Cloud-Betrieb führt. Diese Entscheidungen müssten beim Ministerium bleiben, argumentierte er, unabhängig davon, wie sich Technologie oder Geopolitik ändern.

Brüssel schreibt denselben Gedanken in seine Vergaberegeln. Das European Tech Sovereignty Package erschien im Juni 2026. Es enthält den Cloud and AI Development Act. Dieser Gesetzentwurf würde vier Stufen der Souveränitätsabsicherung für öffentliche Auftraggeber einführen, heißt es in einem Bericht der IISE-Einheit von NEC. Frankreich beschränkt sensible Staatsdaten bereits auf Clouds, die nach dem SecNumCloud-Schema von ANSSI zertifiziert sind. Das deutsche BSI veröffentlichte seine C3A-Kriterien am 27. April 2026. Die Kriterien bewerten Rechtszuständigkeit, Betrieb, Lieferkette und Notabschaltung.

Dieselbe Woche, dasselbe Angebot

Der niederländische Vertrag fiel in eine Woche paralleler Ankündigungen. Schulen in sechs deutschen Bundesländern können jetzt von IONOS gehosteten Dateispeicher und Kollaborationswerkzeuge nutzen. Gov Digital vergab den Hosting-Vertrag.

Die Plattform ist in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verfügbar. Sie läuft ausschließlich in IONOS-Rechenzentren in Deutschland. IONOS liefert bereits Software an das französische Bildungsministerium. Dieses Ministerium stellt sie 500.000 Nutzern bereit und will sie auf 1.200.000 Beschäftigte ausweiten. Achim Weiß ist Vorstandsvorsitzender von IONOS. Er sagte, die Cloud-Lösung sei in Deutschland entwickelt worden. Sie stehe für Sicherheit, Zuverlässigkeit und digitale Souveränität.

Am 3. November unterzeichneten Bull und Schwarz Digits eine Absichtserklärung. Sie wollen ein Ökosystem für eine unabhängige europäische KI- und Cloud-Infrastruktur aufbauen, wie sie es nannten. Der Plan sieht vor, die BullSequana-AI-Plattform im STACKIT Marketplace anzubieten. Er umfasst außerdem gemeinsam entwickelte Server nach den Standards des Open Compute Project. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt. Die Ankündigung enthielt keine Starttermine.

Das Gegenargument: Auch ein lokaler Anbieter bindet

Nicht alle halten einen europäischen Lieferanten für die Antwort. Eine britische Rechnung garantiert keine Ausfallsicherheit, argumentierte THINK Digital Partners am 3. November. Auch ein inländischer Anbieter kann Kunden binden. Er kann die Preise erhöhen, sobald sie nicht mehr wechseln können.

Der Code darunter ist das schwierigere Problem. Zwei kritische Schwachstellen in PHP brachten am 21. Oktober Behördendienste in ganz Europa offline. Eine davon war der niederländische Login DigiD.

Schätzungen zufolge läuft PHP auf 70 Prozent aller Websites. Die Geschäftsführerin der PHP Foundation sagte, das Projekt habe eine Vollzeitkraft. Open Source trägt dasselbe Risiko eines einzigen Anbieters auf der Protokollebene. Die Europäische Kommission führte Matrix zwischen Juli und September 2026 auf den Laptops ihrer Beschäftigten ein. Gehostet wurde es von der Schengen Cloud Alliance, zu der OVHcloud gehört. Element finanziert den größten Teil des Betriebs der Matrix Foundation. Geschäftsführer Matthew Hodgson will, dass Regierungen, die auf dem Protokoll aufbauen, sich daran beteiligen.

Wie es weitergeht

Laut SAP könnte die Vereinbarung als Grundlage für andere berechtigte niederländische Regierungsstellen dienen. Diese Stellen bräuchten vergleichbare Anforderungen an Sicherheit und Souveränität. Ob die vier Absicherungsstufen im CADA-Vorschlag die Verhandlungen überstehen, entscheidet darüber, wie viele von ihnen folgen.

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Quellen

28
  1. 01Dutch Ministry of Defense Chooses SAP Sovereign Cloud: A Milestone for European Defense ReadinessEN
  2. 02Does procurement hold the key to Britain's digital sovereignty?EN
  3. 03Six German states can now choose a sovereign cloud in schoolsEN
  4. 04What if the cloud stopped one day? International trends in digital sovereignty surrounding data and cloud infrastructureEN
  5. 05Matrix messaging platform emerges as digital sovereignty standard for European governmentsEN
  6. 06Bull and Schwarz Digits Sign MOU to Develop European AI InfrastructureEN
  7. 07Schwarz Digits & Bull AI MoU: no terms disclosedEN
  8. 08Tencent eyes European firms with open-weight models and sovereign cloud - Computer WeeklyEN
  9. 09DT and Telefónica win digital euro contracts in sovereignty drive - Telco TitansEN
  10. 10Personal Digital SovereigntyEN
  11. 11BlackLine Expands into Europe’s Trusted Cloud Market with S3NS - The Globe and MailEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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