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Angriffe auf Supermarkt-Kühlgeräte erreichen britische Lebensmittellieferanten, während Europa den Schaden bilanziert

Cyberangriffe haben britische Lebensmittellieferanten getroffen, nachdem Hacker europaweit die Temperaturen von Supermarkt-Gefriergeräten hochgedreht hatten, berichtete der Guardian am Dienstag, 3. November. Das National Cyber Security Centre erklärte, es arbeite mit den betroffenen Firmen zusammen und die Auswirkungen auf das ganze Land seien gering.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
Angriffe auf Supermarkt-Kühlgeräte erreichen britische Lebensmittellieferanten, während Europa den Schaden bilanziert

Kühlsteuerungen sind gewöhnliche Computer mit Internetanschluss. Externe Dienstleister warten sie oft aus der Ferne. Deshalb gehen die Angriffe Einzelhändler, Lieferanten und Aufsichtsbehörden etwas an. Ein Standardpasswort oder ein Gerät ohne Sicherheitsupdates kann Ware verderben, Nachschub erzwingen und die Notfallreaktion über Ländergrenzen hinweg auf die Probe stellen.

Britische Lieferanten geraten in eine europäische Kampagne

Paul Chichester leitet die Abteilung Operationen beim National Cyber Security Centre. Er sprach am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Behörde.

Laut dem Guardian hat bisher keine britische Supermarktkette direkte Folgen erlitten. Der Schaden traf stattdessen weiter oben in der Lieferkette ein. Die British Association of Independent Meat Suppliers vertritt mehr als 300 Mitglieder. Sie erklärte, einige Mitglieder seien beim Hack zu „Kollateralschaden“ geworden und hätten Nachteile erlitten, doch sie hätten kein Fleisch verloren.

Zwei weitere Fleischlieferanten meldeten, ihre Geräte hätten zu tauen begonnen. Die Geräte waren nach Angaben des Verbands zu diesem Zeitpunkt leer. Ein Obst- und Gemüsegroßhändler in London stoppte den Angriff. Er zog das Internetkabel zu seinen Kühlräumen an der Wand ab. Alex Pearce ist Geschäftsführer von Langridge Organic. Er sagte, Hacker hätten mehrere Geräte auf mehr als vier Stunden Abtauen gestellt. Er und seine Mitarbeiter griffen ein, bevor Ware zu Schaden kam.

„Es muss offensichtlich leicht gewesen sein, ins System zu kommen, denn die einfache Lösung war, sich vom Internet zu trennen“, sagte Pearce.

Warum Kühlsteuerungen die Schwachstelle sind

Kühlsteuerungen hängen oft am Internet, damit Dienstleister sie überwachen und Störungen aus der Ferne beheben können.

In Belgien schalteten Angreifer Kühlgeräte in den Abtaumodus, sagte Stephan Moelans belgischen Medien. Er ist Vorstandschef des Kältedienstleisters Sabcobel. Der Abtaumodus soll Eis beseitigen. Hier ließ er die Geräte stattdessen aufheizen, statt das Essen kalt zu halten.

Ein Sprecher von Danfoss sagte dem Sender NOS, die von dem Angriff betroffenen niederländischen Anlagen hätten nicht in einem gesicherten Netz gehangen. Sie hätten noch Standardpasswörter verwendet. Dasselbe Muster zeigte sich im vergangenen Monat in Frankreich. Dort betraf der Angriff auf Supermarkt-Kühlgeräte alte Technik mit Internetanschluss und Standardpasswörtern. Danfoss-Produkte kamen bei den jüngsten Vorfällen zum Einsatz. Sie waren auch drei Wochen zuvor betroffen, als Angreifer Hunderte französische Supermärkte trafen. Danfoss ist nicht der einzige Hersteller im Visier. Ein betroffener belgischer Metzger sagte NOS, die Angreifer hätten auch Geräte von Copeland in Belgien getroffen.

Sieben Länder, Dutzende Filialen

Einzelhändler in Belgien, Estland, Finnland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden meldeten am Montag Probleme mit ihren Kühlsystemen. Die Temperaturen stiegen bis auf 50C (122F). Nicht jedes Gerät verhielt sich gleich. In einem Selver-Supermarkt in Estland wurde ein Gefrierschrank auf 50C gestellt, stieg aber nur um etwa 2-3C. Jann Mutso vom Kältelieferanten Kitman Coldtech sagte, das Problem sei in etwa 10 Minuten behoben worden, und keine Waren hätten Schaden genommen.

Ahold Delhaize erklärte, die Angriffe hätten Dutzende seiner Delhaize-Filialen in Belgien und Luxemburg getroffen. Lebensmittel hätten entsorgt werden müssen, die Filialen seien aber wieder voll in Betrieb. Carrefour meldete Störungen in etwa 15 seiner 700 belgischen Märkte. Intermarché erklärte, die Angriffe hätten 15 seiner 153 belgischen Filialen getroffen. Colruyt sagte, Angreifer hätten fünf seiner Spar-Märkte in Belgien ins Visier genommen. ICA in Schweden bestätigte einen Vorfall in einer begrenzten Zahl von Filialen. Kesko in Finnland und SuperValu in Irland meldeten ebenfalls Störungen bei der Kühlung.

In einer Metzgerei von De Laet & Van Haver in Hove südlich von Antwerpen wurden Kühlgeräte auf 18C hochgedreht. Der Inhaber Luc De Laet schätzte, dass Fleisch im Wert von etwa 15.000 € verdarb. Musgrave nahm in 13 SuperValu-Filialen vorsorglich gekühlte und tiefgekühlte Produkte aus dem Verkauf. Am Montagnachmittag erklärte das Unternehmen, der Vorfall sei beendet. Zum Vergleich: Die Kampagne in Frankreich im Oktober verursachte Lebensmittelverluste in geschätzter Höhe von mehreren zehn Millionen Euro.

Was die Behörden wissen und was nicht

Die Europäische Kommission erklärte, sie stehe in direktem Kontakt mit den nationalen Behörden. Am Dienstagmorgen berief sie ein Treffen der EU-interinstitutionellen Task Force mit ENISA und Europol ein. Der EU-Kommissar für Lebensmittel und Landwirtschaft, Christophe Hansen, nannte die wiederholten Angriffe einen gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgungskette zu stören. Sie zielten darauf, das Vertrauen der Verbraucher in sie zu untergraben, sagte er.

John Billow, Leiter des schwedischen Zentrums für Cybersicherheit, sagte Reuters, das Land habe „ziemlich viele exponierte Geräte der operativen Technik“, die aktualisiert oder mit Patches versehen werden müssten. Das NCSC erklärte, die Angriffe auf die Kühlgeräte selbst seien nicht KI-gestützt gewesen. Sie hätten Schwachstellen genutzt, die seit langer Zeit offenlägen.

Die Seite mit den Sicherheitshinweisen von Danfoss listete am 3. November keinen Hinweis zu den Angriffen. Die ausführlichsten Schritte für Betreiber stehen weiterhin in einer Warnung von CERT-FR aus dem Oktober, einer Einheit der französischen Cybersicherheitsbehörde. Bis Montagabend hatte niemand die Angriffe für sich reklamiert. Niemand wusste, ob sie mit dem Angriff in Frankreich zusammenhingen.

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Quellen

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  2. 02Supermarket freezers across Europe hit by second suspected cyber-attackEN
  3. 03Supermarket fridges hit with cyberattacks across Europe — here's what's happeningEN
  4. 04New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN
  5. 05Bull and Schwarz Digits Sign MOU to Develop European AI InfrastructureEN
  6. 06 Piero Cipollone: Next-day securities settlement, tokenisation and the transformation of Europe’s financial infrastructureEN
  7. 07Adding Network Security to AI, HPC and Data CentersEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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