Großbritannien sanktioniert russische Desinformationsnetzwerke, DIVD macht KI-Agenten für Angriff verantwortlich
Großbritannien hat am Donnerstag neue Sanktionen gegen russische Desinformationsnetzwerke angekündigt. Im selben Zeitraum meldete eine niederländische Sicherheitsorganisation, ein Angriff mit einer Zero-Day-Lücke auf ihre eigenen Systeme sei von einem autonomen KI-Agenten ausgeführt worden.

Das Sanktionspaket der britischen Regierung, am 1. Oktober auf GOV.UK veröffentlicht, richtet sich nach der offiziellen Mitteilung gegen die Kriegskasse des Kremls, gegen Propagandisten und gegen Netzwerke, die mit der zwangsweisen Verbringung ukrainischer Kinder in Verbindung stehen. Das ukrainische Medium Ukrainska Pravda berichtete am Donnerstag über dieselben Maßnahmen, der Daily Mirror bezifferte die Zahl auf insgesamt 31 neue Einträge.
Das ist die jüngste Entwicklung in der Desinformationsgeschichte dieser Woche. Die technisch bedeutendere Meldung kam jedoch einen Tag früher, aus den Niederlanden.
Ein KI-Agent, der seine eigenen Notizen hinterließ
Am 30. September berichtete Bleeping Computer, das Dutch Institute for Vulnerability Disclosure (DIVD) habe einen Einbruch in das eigene Netz rekonstruiert. Der dahinterstehende KI-Agent hatte Erklärungen zu seinen Entscheidungen hinterlassen. Die beiden Schwachstellen, geführt als CVE-2026-102489 und CVE-2026-102490, steckten in Zammad, einer Open-Source-Plattform für Helpdesk und Tickets. Verkettet erlaubten sie Session-Hijacking, Remote-Code-Ausführung und die Eskalation vom Zammad-Benutzer zu root.
DIVD hatte den Angriff zuvor als "laut und sehr, sehr chaotisch" beschrieben, angetrieben von einem Agenten, der seine nächsten Schritte selbst wählte. In der von Bleeping Computer zitierten Warnmeldung erklärte die Organisation, die Schwachstellen hätten es den Angreifern ermöglicht, Sitzungen zu übernehmen, Code aus der Ferne auszuführen und die Rechte vom Zammad-Benutzer zu root zu eskalieren, und das in Sekunden, wegen des agentischen Teils dieses Angriffs. Die Netzsegmentierung stoppte den Eindringling, bevor er tiefer kam. Die Website von Zammad nennt mehr als 2.000 Kunden und 55.000 Nutzer, darunter De'Longhi, Amnesty International und NextCloud.
Die Offenlegung ist für jeden relevant, der eine Informationsoperation betreibt oder sich gegen eine verteidigt. Geschwindigkeit ist jetzt der Vorteil des Angreifers, nicht Heimlichkeit.
Die Perspektive der Lieferkette
Die Analyse von Microsoft zu einer Malware-Familie namens NeedyMantis, über die The Hacker News am 28. September berichtete, zeigt eine technisch einfachere, aber hartnäckige Variante desselben Problems. Die Malware tauchte bei einer kleinen Zahl von Eindringversuchen gegen Telekommunikationsunternehmen, Universitäten, gemeinnützige medizinische Einrichtungen, zwischenstaatliche Gremien und Regierungsauftragnehmer auf, die Aktivität reicht mindestens bis Oktober 2025 zurück.
Microsoft stieß darauf, als das Unternehmen Indikatoren aus den Ermittlungen von Kaspersky zum Lieferkettenangriff auf DAEMON Tools verfolgte. Bei diesem Angriff enthielten signierte Installer vom 8. April 2026 bis zum Austausch durch den Entwickler am 5. Mai schädlichen Code. Microsoft führt die Aktivität als Storm-3069 und schätzt ihren Ursprung in China, ohne die Gruppe einem chinesischen staatlichen Akteur zuzuordnen.
Die Reaktion der Anbieter folgt demselben Muster. Light Reading berichtete am 29. September, GTT habe Defense Halo gestartet, eine KI-native Plattform zur Netzverteidigung. Nach Angaben des Unternehmens behebt sie Schwachstellen, bevor Angreifer sie finden, aufgebaut auf einer KI-Fabrik in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in der Europäischen Union. Drei Tage zuvor hatte dasselbe Medium über einen Bericht von Arelion berichtet, wonach 58% der leitenden Führungskräfte in den vergangenen zwei Jahren strategische Vorhaben verzögert, reduziert oder mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen versehen hatten, aus Sorge um ihren Netzbetreiber, wobei KI- und datengetriebene Projekte mit 49% am stärksten betroffen waren.
Vertrauen wird also schneller verbraucht, als es wieder aufgebaut wird.
Für Medienorganisationen ist die praktische Lehre enger. Die britischen Sanktionen sind ein diplomatisches Signal, der Fall DIVD ist eine operative Warnung. Zammad-Nutzer wurden aufgefordert, auf Version 7 zu aktualisieren oder ihre Instanzen offline zu nehmen. DIVD kündigte weitere Updates für den 1. Oktober an.
Quellen
11- 01DIVD says Zammad zero-days enabled AI-driven network breachEN
- 02Hackers Use NeedyMantis to Maintain Long-Term Access in Breached NetworksEN
- 03GTT launches AI-native network defense platformEN
- 04Trust in network providers is holding back AI and digital transformation initiatives - ArelionEN
- 05Shopify debuts Canvas, a way to build online stores by chatting with AIEN
- 06Ionna Has Doubled Its Charging Network This Year. It's Not Slowing DownEN
- 07SimTrace: Grounded Multimodal User Trajectories Generation for Online User ModelingEN
- 08Graph neural networks for sampling-invariant embeddings of organized signal setsEN
- 09Neural networks for spectral optimizationEN
- 10Transversal Pooling Neural NetworksEN
- 11InfoQ Online Cohorts Address AI Security and Coding Agent VerificationEN
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Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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