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Ukraine drosselt Atomkraftwerke nach russischen Angriffen auf Umspannwerke

Die ukrainischen Atomkraftwerke haben ihre Leistung gedrosselt, nachdem russische Angriffe Umspannwerke beschädigt und die Verteilung ihres Stroms im Netz eingeschränkt hatten. Das teilte das Energieministerium am 4. November mit. Eine Zahl für den verlorenen Strom nannte es nicht, auch die betroffenen Kraftwerke blieben ungenannt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 39
Ukraine drosselt Atomkraftwerke nach russischen Angriffen auf Umspannwerke

Der Drosselung war ein Angriff am 3. November vorausgegangen. Energieminister Denys Schmyhal sagte, Russland habe drei Drohnen auf ein Umspannwerk geschickt, das für den stabilen Betrieb des Atomkraftwerks Chmelnyzkyj entscheidend ist. Das Kraftwerk hat zwei Reaktoren und etwa 2.000 MW Leistung, berichtet IntelliNews. „Solche Handlungen bedrohen nicht nur die Ukraine, sondern auch die nukleare Sicherheit in ganz Europa“, sagte Schmyhal laut Ukrainska Prawda. Die Ukraine habe die Internationale Atomenergiebehörde informiert, sagte er.

Der Drohnenangriff war Teil eines größeren Angriffs. EU Today bezifferte ihn unter Berufung auf die ukrainischen Behörden auf 289 Drohnen, 59 Marschflugkörper und 17 ballistische Raketen, die sich vor allem gegen Energieziele richteten. Fakti.bg meldete für dieselbe Nacht 310 Drohnen. Der erste stellvertretende Energieminister Artem Nekrassow sagte, die Angriffe hätten die Fähigkeit des Systems eingeschränkt, das zu verteilen, was die Kraftwerke produzieren. In der Region Charkiw galten Notabschaltungen. In den Regionen Winnyzja, Schytomyr, Saporischschja, Kirowohrad, Charkiw und Cherson hatten einige Verbraucher keinen Strom. Die Region um die Hauptstadt sei am schlimmsten betroffen, teilte das Ministerium mit. In den meisten Regionen galten stündliche Abschaltpläne und Leistungsgrenzen für die Industrie, hieß es. DTEK erklärte, Notabschaltungen könnten mehrmals pro Stunde verhängt und wieder aufgehoben werden, weil sich der Netzzustand nach Angriffen schnell ändere.

Warum Schäden an Umspannwerken die Atomleistung senken

Schäden an Umspannwerken können Atomkraftwerke davon abhalten, Strom ins Netz zu speisen, auch wenn ihre Reaktoren nicht getroffen werden. Energoatom betreibt neun Blöcke mit zusammen 7.880 MW, etwa 44% der 18 GW Spitzenlast, die im Januar erreicht wurde, meldete Interfax-Ukraine im Juli. Auf Kernkraft entfielen im Juni 53-55% der ukrainischen Stromerzeugung, so das Rasumkow-Zentrum. Die 750kV-Umspannwerke, die die Reaktoren an das System anbinden, nutzen eine in Europa seltene Spannung. Dort laufen die meisten Übertragungsnetze mit 400kV oder weniger. Ersatz ist deshalb schwer zu finden, und die Ersatzteilbestände sind dünn.

Die Drosselung schützt zudem die Blöcke. Atomkraftwerke liefern Grundlast und können ihre Leistung nicht schnell ändern. Ein Überschuss in einem beschädigten Netz kann einen Block abschalten, dessen Neustart dann mehrere Tage dauert, warnte Oleksandr Wisir von der Ukraine Facility Platform im Oktober. Am 7. Februar zwangen Angriffe auf Umspannwerke, die die Kraftwerke versorgen, alle vom Netz und hinterließen eine Lücke von bis zu 8 GW, etwa die Hälfte des damaligen Verbrauchs. Ukrenergo-Chef Witalij Saitschenko sagte später, dieser Angriff habe die Atomleistung zeitweise um rund 50% gesenkt. Das ist der nächstliegende Anhaltspunkt dafür, worum es geht, keine Messung der aktuellen Drosselung.

Wie es weitergeht

Das Energieministerium teilte mit, die Leistung werde nur allmählich zum Normalzustand zurückkehren. Trupps reparieren die beschädigten Netze. DTEK, das größte private Energieunternehmen, erklärte, drei seiner Wärmekraftwerke seien am 3. November vollständig außer Betrieb genommen worden. Damit fehlt ein Teil der Kapazität, die sonst den Verlust an Atomstrom hätte ausgleichen können.

Energoatom-Chef Pawlo Kowtonjuk sagte im Juli, die Hauptaufgabe sei, jeden Block bis Mitte November vor der Heizsaison auf volle Leistung zu bringen. Die aktuelle Drosselung fällt in dieses Zeitfenster. Das Ministerium hat nicht gesagt, wann die Kraftwerke wieder ihre Nennleistung erreichen. Das hängt davon ab, wie schnell die Trupps die Schäden erreichen und ob der nächste Angriff zuvor kommt.

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Quellen

39
  1. 01Ukraine's nuclear plants cut output as attacks on substations disrupt gridEN
  2. 02Due to Russian attacks, nuclear power plants reduced their output; power outages in Kyiv and 7 regions - Ministry of EnergyEN
  3. 03Russian Drones Target Khmelnytskyi Nuclear Plant's Power Infrastructure, Raising Fears for European Nuclear SafetyEN
  4. 04Utility officials explained why the power might go out several times an hourEN
  5. 05Russia plans to cut Ukrainian nuclear power plants off from grid and destroy water supply system – NYTEN
  6. 06Russia Plans to Cut 90% of Power, Heat and Water in Ukraine's Biggest CitiesEN
  7. 07Russia seeks to disconnect Ukraine's nuclear power plants, HUR says, risking potential meltdown - The Kyiv IndependentEN
  8. 08IAEA: Russian attack hits Ukraine’s nuclear grid - The New Voice of UkraineEN
  9. 09Russian strikes hit Ukraine’s energy systemEN
  10. 10Off the Grid: Could Substation Strikes Cause a Nuclear Accident in Ukraine?EN
  11. 11Power plant attacks reflect Russian blueprint to make Ukrainian cities unlivableEN
  12. 12UN International Atomic Energy Agency to inspect Ukraine nuclear plant in urgent missionEN
  13. 13Kazakhstan Eyes Ambitious 2035 Goal for 2 Nuclear Power PlantsEN
  14. 14Hackers send fake nuclear threat alert to Ukraine emergency appEN
  15. 15Russian strikes cut power to thousands in Ukraine as Kherson ceasefire ends - BBCEN
  16. 16AC Milan, Inter strike ‘€650m’ Generali naming rights deal for new stadiumEN
  17. 17Why Attacks on Ukraine’s Power Substations Could Have Consequences for Nuclear Safety Worldwide - UNITED24 MediaEN
  18. 18Spain approves methodologies to strengthen electricity system cybersecurityEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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