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Japan erwägt Fünfjahres-Verteidigungsplan von 70 bis 80 Billionen Yen

Japans Regierung und die Regierungskoalition prüfen nach Angaben von zwei mit der Sache vertrauten Personen Verteidigungsausgaben von 70 bis 80 Billionen Yen für die fünf Jahre ab April 2027. Das ist fast das Doppelte des laufenden Programms von 43 Billionen Yen.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 29
Japan erwägt Fünfjahres-Verteidigungsplan von 70 bis 80 Billionen Yen

Die zur Debatte stehende Größenordnung

Für die fünf Jahre ab April 2027 soll der Verteidigungsaufbau nach dem Vorschlag 70.000.000.000.000 bis 80.000.000.000.000 Yen umfassen, umgerechnet 457.000.000.000 bis 508.000.000.000 US-Dollar. Das berichteten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit wäre es fast das Doppelte der rund 43.000.000.000.000 Yen, die im laufenden Fünfjahresplan veranschlagt sind, der im Fiskaljahr 2023 begann.

Die Summe kann sich noch ändern, weil die Regierung den Haushalt zum Jahresende aufstellt und ihre drei Sicherheitsdokumente überarbeitet. Das Verteidigungsministerium wollte sich nicht äußern. Eine der Personen sagte, die endgültige Zahl könne im Bereich der mittleren bis oberen 70.000.000.000.000 Yen liegen. Sie stellte zugleich infrage, ob das angesichts der Sicherheitslage in Ostasien ausreicht. Über die Gesamtsumme wird weiter zwischen Regierung und Koalitionspartnern verhandelt.

Nikkei berichtete am 24. Oktober, der neue Plan werde voraussichtlich 60.000.000.000.000 bis 80.000.000.000.000 Yen umfassen. Diese Spanne ist weiter gefasst und schließt die 70.000.000.000.000 bis 80.000.000.000.000 Yen ein, die die beiden Quellen nannten.

Washington will 3,5 Prozent, Tokio unterschreibt nicht

Japan wird einem Bericht der Asahi Shimbun vom 16. Oktober zufolge voraussichtlich kein Verteidigungsziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die in diesem Jahr zur Überarbeitung anstehenden Sicherheitsdokumente schreiben. Die Zeitung berief sich auf Regierungskreise.

Für 3,5 Prozent wären nach dem Bericht etwa 20.000.000.000.000 Yen pro Jahr nötig, und Steuererhöhungen ließen sich dann nicht vermeiden. US-Vertreter haben hinter den Kulissen gedrängt und 3,5 Prozent als "globalen Standard" bezeichnet. Tokio prüft stattdessen eine vorläufig "umfassende sicherheitsbezogene Ausgaben" genannte Kategorie. Sie soll Haushalte außerhalb des Verteidigungsministeriums abdecken, die zur nationalen Sicherheit beitragen, etwa Wirtschaftssicherheit, künstliche Intelligenz und Raumfahrtprogramme, wie die Asahi berichtete.

Die aktuellen Dokumente von 2022 sehen für das Fiskaljahr 2027 ein Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vor. Dieses Niveau erreichte die Regierung Takaichi zwei Jahre früher mit etwa 11.000.000.000.000 Yen für Verteidigung und verwandte Ausgaben in den Haushalten des Fiskaljahrs 2025.

Was das Geld kauft und was nicht

Mit den neuen Ausgaben sollen nach Angaben einer der Personen unter anderem große Stückzahlen von Drohnen finanziert werden. Dieselbe Person sagte, der schwache Yen habe die Beschaffung von Verteidigungsausrüstung im Ausland verteuert.

Die Fixkosten sind die Bremse. Zahlungen aus früheren Waffenverträgen und Personalkosten binden in den fünf Jahren ab dem Fiskaljahr 2027 etwa 30.000.000.000.000 Yen, wie die Tokyo Shimbun berichtete. Das laufende Programm von Ende 2022 hob die geplanten Ausgaben von ursprünglich 27.500.000.000.000 Yen an und konzentrierte sich auf Langstreckenraketen für die Gegenschlagsfähigkeit, Munition und Ersatzteile.

Unabhängig davon will das Verteidigungsministerium für das Fiskaljahr 2027 nach einem Bericht der Japan Times vom 20. August die Rekordsumme von 8.900.000.000.000 Yen beantragen, nach 8.850.000.000.000 Yen im laufenden Fiskaljahr. Der Antrag dürfte im Entwurf zum Jahresende noch wachsen, weil er Maßnahmen enthält, deren Kosten noch nicht beziffert sind.

Die Rechnung fällt in ein enges Haushaltsjahr

Die Regierungsstellen haben Haushaltsanträge von 143.100.000.000.000 Yen eingereicht, wie das Finanzministerium am 4. September mitteilte.

Das Ministerium setzte seinen angenommenen Zinssatz von 3,0 auf 3,8 Prozent herauf, nachdem die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 1996 die Marke von 3 Prozent erreicht hatte. Dadurch stiegen die Anträge für den Schuldendienst auf den Rekordwert von 36.640.000.000.000 Yen, 5.360.000.000.000 Yen mehr als im laufenden Fiskaljahr.

Takaichi sagte der Zeitung Yomiuri, sie wolle die Neuverschuldung bei etwa 40.000.000.000.000 Yen halten. Die Regierung plant zudem, die Verbrauchsteuer auf Lebensmittel ab dem kommenden Jahr vorübergehend zu senken. Wie sie Verteidigungsausgaben und Steuersenkungen gemeinsam finanzieren will, hat sie nach einem Bericht von Nikkei noch nicht dargelegt.

Wie es weitergeht

Die drei Sicherheitsdokumente werden in diesem Jahr überarbeitet: die Nationale Sicherheitsstrategie, die Nationale Verteidigungsstrategie und das Programm zum Verteidigungsaufbau.

Regierung und Regierungsparteien wollen ihre Gespräche über die Höhe und die Finanzierungsquellen zum Jahresende intensivieren.

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Quellen

29
  1. 01Japan plans US$508B defense budgetEN
  2. 02Japan is considering a five-year defense spending plan worth about $500 billionEN
  3. 03Japan weighs higher defense spending plan for fiscal 2027-2031EN
  4. 04Japan set to skip Trump's 3.5% defense pledge in policy updateEN
  5. 05Japan weighs counting AI and infrastructure budgets as defense spending to counter US pressure to boost outlaysEN
  6. 06Defense Ministry to seek record ¥8.9 trillion in fiscal 2027 budgetEN
  7. 07Japan budget requests swell to pandemic-era scale under TakaichiEN
  8. 08With Sanae Takaichi, “Japan is back” is back - Lowy InstituteEN
  9. 09New Japan PM to move up defense spending goal by 2 years in policy speech - Japan Wire by Kyodo NewsEN
  10. 10Japan okays record defence budget amid rising tensions with China - ABC News & Headlines – Australian Broadcasting CorporationEN
  11. 11Editorial: Japan's defense budget priorities in question as spending reaches record high - 毎日新聞EN
  12. 12Japan Approves Record $785 Billion Budget with $58 Billion for Defense in 2026EN
  13. 13Japan considers nearly doubling defense spending to as much as $508 billionEN
  14. 14Japan considers doubling defense spending over next five yearsEN
  15. 15Japan weighs US$500 billion defence spending plan: sources - South China Morning PostEN
  16. 16From tanks to drones: South Korea’s defense firms face a new battlefield testEN
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  29. 29EU eyes global tax deal revenue to boost next budgetEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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