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xAI betreibt acht umgebaute Düsentriebwerke in Mississippi, während die Stromknappheit für Rechenzentren wächst

xAI betreibt ein Rechenzentrum in Mississippi mit acht umgebauten Düsentriebwerk-Turbinen, berichtete Tom's Hardware am 3. November. Die Genehmigung erlaubt für flüchtige organische Verbindungen einen um 25 Prozent höheren Grenzwert als der Standard.

TechnologieErklärtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. November 20267 Min. LesezeitQuellen 13
xAI betreibt acht umgebaute Düsentriebwerke in Mississippi, während die Stromknappheit für Rechenzentren wächst

xAI betreibt acht umgebaute Düsentriebwerk-Turbinen in einem Rechenzentrum in Mississippi, berichtete Tom's Hardware am 3. November. Die Genehmigungen erlauben einen um 25 Prozent höheren Grenzwert für flüchtige organische Verbindungen, als sonst gelten würde. Der Bericht bringt diese Erlaubnis mit den Kohlenmonoxid-Emissionen derselben Anlagen in Verbindung.

Das Southern Environmental Law Center hat die Genehmigung der Turbinen durch Mississippi bereits angefochten, meldete die New York Times, zitiert von Tom's Hardware. Die Organisation argumentiert, xAI habe nicht nachgewiesen, dass die düsengetriebenen Anlagen die Emissionsstandards für bestimmte Schadstoffe einschließlich Formaldehyd einhalten. Sie wirft dem Unternehmen vor, die prognostizierten Emissionen der Energiequellen am Standort zu niedrig anzusetzen. Zuvor hatte sie xAI wegen ohne die erforderlichen Genehmigungen installierter Gasgeneratoren in einem Gebiet mit mehr als 100.000 Einwohnern verklagt.

Der Streit ist die schärfste Ausprägung einer Frage, die inzwischen die ganze Branche umtreibt. Wer zahlt für den Strom hinter der KI, und wer lebt mit den Abgasen?

Ein 20-Milliarden-Pfund-Plan auf einem Biomasse-Gelände

Am selben Tag teilte Drax Group mit, eine Vereinbarung mit Brookfield und Brookfields britischer KI-Infrastrukturplattform Radiant unterzeichnet zu haben, berichtete CNBC. Das Geschäft betrifft ein Rechenzentrum auf dem Gelände des Kraftwerks Drax in North Yorkshire. Der Vermögensverwalter schätzt, dass die Gesamtinvestition einschließlich Halbleitern 20 Milliarden Pfund (26,8 Milliarden Dollar) übersteigen könnte, davon 2,5 Milliarden Pfund für die erste Phase. Drax-Aktien legten im frühen Handel in London um 8,8 Prozent zu, meldete CNBC.

Die Phasen sind konkret. Die ersten 100 MW sind für das erste Quartal 2028 anvisiert, weitere 500 MW zwischen 2028 und 2031, danach mehr als 1 GW am Standort, so CNBC. The Register merkte am 3. November an, die Schlagzeile von 20 Milliarden Pfund sei Ambition und nicht gebundenes Geld. Phase eins braucht noch die Baugenehmigung, behördliche und Netzfreigaben, kommerzielle Verträge, endgültige Investitionsentscheidungen und, in seinen Worten, einen Mieter.

Die regulatorische Meldung von Drax ist hier das Hauptdokument, und sie ist vorsichtig. Die erste Phase steht unter dem Vorbehalt von Genehmigungen und der Sicherung eines geeigneten Mieters, berichtete Data Center Dynamics. Der Standort bietet 1.000 Acres, 4 GW Netzzugang und 2,6 GW aktive steuerbare Erzeugung aus dem bestehenden Holzpellets-Kraftwerk.

„Wenn das Projekt vollständig gebaut wird, könnte es eines der größten Rechenzentren im Vereinigten Königreich werden und Milliarden an ausländischen Investitionen anziehen“, sagte Drax-Group-CEO Will Gardiner, laut Data Center Dynamics.

Die CO2-Bilanz ist umstritten. The Guardian berichtete am 3. November, Drax sei der größte einzelne Kohlendioxid-Emittent des Vereinigten Königreichs. Das Kraftwerk erzeugt fast 5 Prozent des Stroms des Landes durch die Verbrennung von Holzpellets aus Biomasse. Diese Emissionen werden der britischen Regierung nicht angerechnet, weil Drax geltend macht, eine entsprechende Kohlenstoffmenge werde durch nachwachsende Bäume gebunden. Minister haben dem Kraftwerk in Zukunft eine „deutlich begrenztere Rolle“ versprochen. Seine Subventionen sinken von 2027 bis 2031 auf die Hälfte der derzeitigen 2 Millionen Pfund pro Tag.

Data Center Dynamics ergänzte, die Ankündigung folge einer Ablehnung durch die Regierung. Der North Yorkshire Council, die University of York und Drax hatten sich im Rahmen des AI Growth Zone-Programms um ein Rechenzentrum von bis zu 1,2 GW am selben Standort beworben. Der frühere Antrag nannte die Anlage das weltweit größte „kohlenstoffnegative Rechenzentrum“, obwohl das Kraftwerk zu den größten Emittenten Großbritanniens zählt. Radiant-CEO Mahdi Yahya erklärte in einer von CNBC verbreiteten Stellungnahme, Entwurf und Betrieb aus dem Vereinigten Königreich heraus gäben britischen Forschern und Start-ups „Zugang zu Frontier-Compute im eigenen Land“.

China verschiebt die Spannung, nicht den Brennstoff

Envision Energy teilt mit, den ersten kommerziellen Einsatz eines integrierten 800-Volt-Gleichstromsystems in einem Rechenzentrum abgeschlossen zu haben, berichtete Tom's Hardware am 3. November. Das Unternehmen testet seinen Dubhe Controller, gestützt auf das Dubhe Energy Foundation Model, seit August. Die Tests laufen in seinem Galaxy AI-Rechenzentrum in Ulanqab in der Inneren Mongolei. Der Campus soll auf 3 GW skaliert werden und langfristig bis zu einer Million KI-Beschleuniger unterstützen, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Die technische Behauptung betrifft die Zahl der Wandlungsstufen. Herkömmliche Rechenzentren senken die Netzspannung über mehrere Umwandlungen, bevor sie ein Rack erreicht. Das System von Envision wandelt direkt von 10 kV Mittelspannungs-Wechselstrom auf einen 800-V-Gleichstrombus und verkleinert so die Umwandlungsanlage. Es kombiniert einen Festkörpertransformator mit Batteriespeichern für Stützung im Sekundenbereich und Notstrom im Minutenbereich. Die Koordination im Millisekundenbereich zwischen beiden nimmt Lastschwankungen der GPUs lokal auf. Ob die Effizienzgewinne bei 3 GW halten, kann ein einzelner Standort nicht beantworten.

Die Sicht von The Register auf Drax läuft in die andere Richtung, und beide Perspektiven sollte man im Blick behalten. Die britische Regierung schätzte vergangene Woche, dass alle bestehenden Rechenzentren Großbritanniens rund 2 GW Strom verbrauchen, so der Bericht. Allein das geplante Vorhaben von Drax könnte irgendwann mehr als 1 GW benötigen. Die erste Phase würde Strom aus dem Netz beziehen. Drax will im Rahmen eines langfristigen Stromabnahmevertrags bis zu 500 MW direkt aus bestehender Erzeugung liefern und damit möglicherweise KI-Server mit Strom aus importierten Holzpellets betreiben. Ein staatlich gestützter Contract for Difference für April 2027 bis März 2031 erlaubt es Drax, die Genehmigung zu beantragen, bis zu 500 MW umzuleiten. Minister und die Low Carbon Contracts Company müssten zustimmen.

Das Gegenargument: erst Batterien

Ein Bericht von Forschern der Universitäten Georgetown und Duke argumentiert, Batterien sollten für den Bedarf von Rechenzentren erste Wahl sein, meldete Canary Media am 3. November. US-Versorger planen mehr als 60 GW neue Gaskraftwerke, um Rechenzentren zu versorgen, heißt es in dem Bericht. Rund 90 GW an Gasgeneratoren hinter dem Zähler sind landesweit vorgeschlagen. Batterien sind billiger als rund um die Uhr laufendes Gas, wo einige Stunden gespeicherter Energie kurzfristige Bedürfnisse decken. Sie sind zudem modular, was Gaskraftwerke nicht sind, und das zählt, wenn sich die Nachfrage verschiebt.

Ian Hitchcock, Mitautor des Berichts an der Duke Initiative for Science and Society, sagte, es gebe „viel Trägheit und Druck zur Beibehaltung des Status quo“, die Ressourcen hinter dem Zähler in Richtung Erdgas drückten, berichtete Canary Media. Jackson Ewing vom Nicholas Institute der Duke University sagte, Batterien zeigten bereits ernsthafte Ausbaudynamik, anders als fortgeschrittene Geothermie oder Kernkraft der nächsten Generation. BloombergNEF prognostiziert inzwischen, dass die US-Energiespeicherung bis 2036 11.000 Gigawattstunden übertreffen wird, ein Plus von 30 Prozent gegenüber seiner Prognose ein halbes Jahr zuvor. Die Nachfrage von Rechenzentren treibt einen Großteil des Wachstums.

Das ist ein Argument über die Verteilung von Risiken ebenso wie über Emissionen. Wenn Rechenzentrumsprojekte ins Stocken geraten, können Stromkunden für überdimensioniertes Gas zahlen. Die Bundesstaaten haben erst begonnen, dieses Problem gestrandeter Vermögenswerte anzugehen.

Örtliche Grenzen und ein neuer Name

Die Geduld der Öffentlichkeit schwindet. Tom's Hardware berichtete am 2. November über eine Datenbank mit mehr als 10.000 öffentlichen Stellungnahmen. Über 90 Prozent lehnten Rechenzentren ab, Wasser war das wichtigste Thema, und nur 21 Prozent erwähnten KI. In 73 Prozent der Sitzungen gab es keine Befürworter von Rechenzentren. In Minnesota erhielt Googles 200-Acre-Projekt die Genehmigung, nachdem das Unternehmen es verkleinert und eine Steuervergünstigung von 80 Millionen Dollar fallen gelassen hatte, meldete Tom's Hardware am selben Tag.

Auch die Benennung verschiebt sich. The Verge berichtete am 3. November, OpenAI benenne Rechenzentren stillschweigend in „Compute-Campusse“ um. Tom's Hardware meldete am selben Tag, das Unternehmen sehe die Präsidentschaftswahl 2028 zu einem KI-Thema werden.

Bei der Kühlung liegt das operative Detail. Data Center Knowledge berichtete am 2. November, direkte Flüssigkeitskühlung am Chip sei inzwischen Standard für dichte KI-Workloads. Der schwierige Teil ist die Messung: Flüssigkeitstemperatur, Druck, Durchfluss und Füllstand, dazu Leckerkennung und Indikatoren für den Zustand des Kühlmittels wie pH-Wert, Trübung, Leitfähigkeit und Brechungsindex. Der Taupunkt ist das Risiko, das man im Auge behalten muss, denn Rohroberflächen unterhalb des Umgebungstaupunkts schlagen Wasser in der Nähe der Geräte nieder. Eine gängige Praxis hält die Kühlmittelzufuhr mindestens 2 °C über dem gemessenen Umgebungstaupunkt.

Dann gibt es die Option, die das Netz ganz umgeht. The Register berichtete am 31. Oktober, Googles Satellit Suncatcher, Anfang des Monats gestartet, habe während eines Überflugs über Svalbard ein Haiku zurückgegeben, das ein Gemma 4-Modell an Bord erzeugt hatte. Googles eigene Zahlen beziffern die Inferenz auf rund 20 Tokens. Das sind über seine Cloud-API beim Preis von Gemma 4 26B von 0,15 Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 0,60 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens etwa 0,000012 Dollar, ohne Eingabekosten. Google rechnet vor, dass bei Startkosten von 200 Dollar pro Kilogramm die amortisierten Startkosten von rund 810 bis 7.500 Dollar pro kW und Jahr mit den Stromausgaben terrestrischer US-Rechenzentren von etwa 570 bis 3.000 Dollar pro kW und Jahr vergleichbar sein könnten. Das Unternehmen erwartet, dass SpaceX dies um 2035 erreichen könnte.

Vorerst sind die Düsentriebwerke in Mississippi und die Biomassekessel in Yorkshire die eigentliche Antwort auf dieselbe Frage. Keines der beiden hat seinen Genehmigungsstreit beendet.

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Quellen

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  1. 01Elon Musk's xAI installs eight converted jet engines to power Mississippi data centerEN
  2. 02China deploys 'world's first' 800-volt DC power system for massive AI data centerEN
  3. 03UK's most polluting power plant could power country's largest AI datacentreEN
  4. 04Drax wants to feed Britain's AI habit with £20B datacenter at biomass power stationEN
  5. 05Brookfield plans for a $27 billion AI data center at UK power stationEN
  6. 06Liquid Cooling Is Changing What Data Centers Need to MeasureEN
  7. 07Google's AI satellite sends a very expensive haiku to EarthEN
  8. 08Why batteries, not gas plants, should be data centers' first choiceEN
  9. 09Drax partners with Brookfield and Radiant for up to 1GW data center at North Yorkshire power stationEN
  10. 10OpenAI is quietly renaming data centers 'compute campuses'EN
  11. 11OpenAI considers rebranding data centers to 'AI compute campuses'EN
  12. 12Over 90% of 10k public comments oppose data centers; water tops concernsEN
  13. 13Google's Minnesota data center approved after it drops $80M tax break askEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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