Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Athenahealth öffnet Patientendaten für Claude über neuen MCP-Konnektor

Athenahealth hat athenaPatient MCP gestartet. Der Konnektor bindet die medizinischen Unterlagen aus athenaOne in Anthropics Claude ein. Abonnenten von Claude Pro und Max können ihn in ihren Claude-Einstellungen hinzufügen.

GesundheitAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 27
Athenahealth öffnet Patientendaten für Claude über neuen MCP-Konnektor

Was Athenahealth gestartet hat

Der Konnektor nutzt das Model Context Protocol, einen Standard, über den KI-Systeme auf externe Datenquellen zugreifen. Athenahealth zufolge ist Claude der erste Assistent, den das Unternehmen unterstützt, aber nicht der letzte.

Patienten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten für das athenahealth-Patientenportal an und wählen aus, welche Kategorien medizinischer Informationen sie freigeben wollen. Diese Zugangsdaten gibt das Unternehmen nach eigenen Angaben nie an Claude weiter und verschlüsselt die Daten bei der Übertragung. Nach der Verbindung kann Claude Laborwerte, Medikamente, Vitalwerte, Gesundheitszustände, Befundberichte, Impfungen, Besuchsverlauf, Allergien, Eingriffe und Behandlungspläne einbeziehen. Athenahealth will den Zugang zu athenaPatient MCP außerdem auf KI-Assistenten beschränken, die ihre Modelle nicht mit Patientendaten trainieren.

Die Kontrolle bleibt bei den Patienten, sagt Paul Brient, Chief Product and Operations Officer des Unternehmens. Sie könnten die Erlaubnis jederzeit zurückziehen.

Warum Patienten und Wettbewerber hinschauen

Die Nachfrage ist bereits da. Eine Umfrage des Pew Research Center vom August 2026 ergab, dass 34% der Erwachsenen in den USA KI-Assistenten für Gesundheitsfragen genutzt hatten, etwa um Symptome und Diagnosen zu verstehen.

Athenahealth ist nicht allein damit, Akten in Richtung Verbraucher-KI zu schieben. ChatGPT for Healthcare von OpenAI hat Integrationen mit Epics EHR, über die autorisierte Kliniker auf Patientendaten zugreifen und sie zusammenfassen können. Oracle hat ein KI-gestütztes Patientenportal, in dem Nutzer ihre Akten im Gespräch abfragen. In Korea teilte Hanmi Pharmaceutical am 2. November mit, am 30. Oktober eine Partnerschaft unterzeichnet zu haben. Sie verlagert den Gesundheitscoaching-Chatbot Epiday aus einer ausländischen Cloud auf ein koreanisches großes Sprachmodell, das auf heimischer Infrastruktur läuft. Die Richtung ist dieselbe: Die Akte verlässt das Portal.

Die Frage der Kontrolle

Die Ankündigung von Athenahealth beschrieb Zugriffskontrollen und Verschlüsselung. Zahlen zur Genauigkeit der Antworten von Claude nannte sie nicht.

Andere Anbieter in vergleichbarer Lage testen, bevor sie umstellen. Die vier Unternehmen haben die Tests in einer Validierungsumgebung abgeschlossen. Sie vergleichen Antwortgenauigkeit und Antwortgeschwindigkeit zwischen den bestehenden und den umgestellten Systemen, mit einem Standardaufgabensatz und einem automatisierten Bewertungsrahmen. Hanmi will Zeitplan und Umfang erst nach der Prüfung von Qualität und Sicherheit festlegen.

Die Akten sind weiter zersplittert

Der Konnektor löst ein Problem der letzten Meile auf einer unordentlichen Grundlage. Die Analyse von PATH fand in einer Länderbewertung mehr als 70 Gesundheitssysteme. PATH erstellte die Analyse für eine Zusammenkunft der Gates Foundation im August in Johannesburg. Viele dieser Systeme arbeiten unabhängig voneinander und können keine Daten austauschen. „Capture once, use many times“ sei für Länder, die Doppelarbeit abbauen und die Datenqualität verbessern wollen, zu einem Leitprinzip geworden, teilte PATH mit.

Eine systematische Übersichtsarbeit in BMC Digital Health umfasste 35 Studien in 18 Ländern zwischen 2015 und 2025. Sie fand mobile Gesundheit in 16 davon, DHIS2 in fünf, elektronische Patientenakten und KI in je vier und Telemedizin in drei. Die Autoren führen die Verbreitung auf die Bereitschaft der Gesundheitssysteme zurück. Wo die Umsetzung funktionierte, waren die Ergebnisse messbar. SMS-Erinnerungen gingen in ländlichen Gebieten Ghanas mit 25% bis 35% höheren Impfquoten bei Kindern einher. DHIS2 verbesserte die Pünktlichkeit der Berichte in Äthiopien um 21%.

Die Anbieter liefern weiter. Qyire startete eine elektronische Patientenakte für Essstörungsdienste, einschließlich einer automatisierten Bewertung von medizinischen Notfällen bei Essstörungen.

Wie es weitergeht

Athenahealth will den Konnektor über Claude hinaus auf weitere Modelle ausweiten. Hanmi will nach Abschluss der Prüfung entscheiden, wie breit es sein heimisches System einsetzt.

Andernorts steckt das Geld noch überwiegend in der Pipeline. Healthcare Triangle teilte am 2. November mit, in Indonesien über 24 bis 36 Monate eine Chance von geschätzt 20.000.000 USD bis 45.000.000 USD ausgemacht zu haben. Verbindliche Vereinbarungen hat das Unternehmen nicht unterzeichnet. Mulk Technology startete eine Plattform für digitale Krankenhäuser mit 22 KI-Modulen und Patientenbetreuung in mehr als 40 Sprachen.

Kommentare 0

Quellen

27
  1. 01Athenahealth Connects Patient Health Records to Anthropic's Claude Through New MCP ToolEN
  2. 02From digital records to intelligent primary health care systemsEN
  3. 03Hanmi partners with FuriosaAI to localize digital health AI in KoreaEN
  4. 04Digital health helps rural African clinics, but only where health systems are readyEN
  5. 05BBH health tech round-up: October 2026EN
  6. 06Healthcare Triangle Expands into Indonesia; Identifying USD 45 Million OpportunityEN
  7. 07Mulk Technology Launches AI-Powered Digital Hospital Platform with OnClarity USAEN
  8. 08How digital membership platforms help sports NGBs leave the spreadsheets behindEN
  9. 09AI-generated 'slopaganda' in political ads puts internet platforms on alertEN
  10. 10Kia racks up another record month as its new $30K electric SUV hits dealersEN
  11. 11STAT+: FDA, CMS look to collaborate with states on health AIEN
  12. 12Digitalgipfel 2026: Was lange währt, wird nicht KI-NationEN
  13. 13Digitaler Führerschein kommt Ende NovemberEN
  14. 14Einführung des digitalen Führerscheins: Das müssen Autofahrer jetzt wissenEN
  15. 15North Korea denies being behind record $6.3bn Binance hackEN
  16. 16Xpeng to report Q3 results on November 16 after record quarterly deliveriesEN
  17. 17Geely nears monthly sales record as exports remain strongEN
  18. 18The biggest conversations in health techEN
  19. 19Gideon – Industrial AI Platform, Autonomous Trailer Handling & Fleet Management - Quasa.ioEN
  20. 20Record Demand Catches (Some) OEMs with Their Pants Down — Europe September 2026EN
  21. 21Percepto launches Axion AI platform to unify inspection data analysisEN
  22. 22Scientists confirm global warming is accelerating faster than ever recordedEN
  23. 23The Ford Escape may return as an EV based on the UEV platform [Update]EN
  24. 24Dust – AI Agent Platform, Company Knowledge Connections & Team Collaboration - Quasa.ioEN
  25. 25SoftBank teams up with five Japanese firms to build quantum-based platformEN
  26. 26IEEE Xplore Digital Library Adds AI AssistantEN
  27. 27NVIDIA Transforms European Retail, From Digital Discovery to Physical OperationsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.