Gefriertruhen-Hacks erreichen britische Lebensmittellieferanten, EU richtet Task Force ein
Das britische National Cyber Security Centre erklärte am Dienstag, 3. November, es arbeite mit betroffenen Lebensmittellieferanten zusammen, nachdem Hacker europaweit Gefriertemperaturen hochgedreht hatten. Die Europäische Kommission berief am selben Morgen eine EU-Task Force ein.

Die Angriffe sind kein französisches Problem mehr. Sie treffen Lebensmittelsicherheit und Warenverluste in ganz normalen Supermärkten. Die Lösung ist unspektakuläre Netzwerkhygiene, nichts KI-Gesteuertes. ENISA und Europol holen Brüssel in die Reaktion.
Großbritannien kommt auf die Liste
Paul Chichester, Operationsdirektor des NCSC, sagte bei der Vorstellung des Jahresberichts, die Angriffe hätten keine KI genutzt. Sie hätten Schwachstellen ausgenutzt, die seit langer Zeit offenlagen. Die British Association of Independent Meat Suppliers hat mehr als 300 Mitglieder. Sie teilte mit, einige Mitglieder hätten Folgeschäden erlitten, ohne Fleischverlust, die betroffenen Geräte seien leer gewesen. Eine britische Supermarktkette haben die Angriffe bislang nicht direkt getroffen.
Standardpasswörter und alte Steuerungen
Die niederländischen Anlagen, die der Angriff traf, hingen nicht an einem sicheren Netzwerk und nutzten noch Standardpasswörter, sagte ein Danfoss-Sprecher dem Sender NOS. Danfoss erklärte, die Schwäche liege vor allem in veralteter Software. Der Angriff habe Kunden getroffen, die nicht aktualisiert hätten. Der Oktoberangriff auf französische Supermarkt-Kühlanlagen betraf Alttechnik, die mit Standardpasswörtern am Internet hing. Bei den Novemberangriffen ging es um Danfoss-Produkte, ebenso drei Wochen zuvor, als Angreifer Hunderte französische Supermärkte trafen. Die Seite mit den Sicherheitshinweisen von Danfoss listete am 3. November keine Warnung, als The Hacker News nachsah.
Die Schäden zählen
Ahold Delhaize meldete für Dutzende Delhaize-Filialen in Belgien und Luxemburg am Montag einen Kühlvorfall und weggeworfene Lebensmittel. Die Colruyt Group nannte fünf Spar-Filialen unter den Zielen, gegenüber 15 Carrefour- und 15 Intermarché-Filialen in Belgien. Intermarché erklärte, die Angriffe hätten 15 der 153 belgischen Filialen getroffen, etwa ein Zehntel des Bestands. Sabcobel kennt rund 20 betroffene Anlagen. Das Unternehmen verwaltet Hunderte Anlagen in Belgien.
In einer Metzgerei von De Laet & Van Haver in Hove erreichten die Kühlschränke 18C. Der Inhaber schätzte, dass Fleisch im Wert von etwa 15.000 € verdorben war.
In einem Selver-Supermarkt in Estland stand ein Gefrierschrank auf 50C, doch die Temperatur stieg nur um etwa 2-3C. Keine Ware wurde beschädigt.
Musgrave nahm gekühlte und tiefgekühlte Waren in 13 SuperValu-Filialen aus dem Verkauf. Das Unternehmen handelte vorsorglich.
Niemand hat sich bekannt
Bis Montagabend hatte niemand die Angriffe für sich reklamiert. Niemand kannte ihre Verbindung nach Frankreich. Händler in Belgien, Estland, Finnland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden meldeten am Montag Probleme, teils bis zu 50C. Cybersicherheitsexperten sagten, Angriffe auf Attrappen von Kühlsteuerungen ähnelten bösartigen Operationen mit Verbindung nach Russland. Das NCSC erklärte, es könne nicht sagen, wer die Angriffe ausgeführt habe. Der EU-Kommissar für Landwirtschaft und Lebensmittel, Christophe Hansen, sagte, die Bewaffnung von Lebensmitteln sei Realität.
Wie es weitergeht
Die detailliertesten Schritte für Betreiber stehen weiterhin in einer Warnung von CERT-FR vom Oktober. CERT-FR gehört zur französischen Nationalbehörde für Cybersicherheit. Sabcobel-Chef Stephan Moelans sagte, seine Anlagen bräuchten bauliche Änderungen. Der Wechsel auf eine sichere Internetverbindung sei die einfachste Übergangslösung. NCSC-Chef Richard Horne beschrieb die Kühlangriffe als Vorland einer erweiterten Cyberbedrohung.
Quellen
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- 02Supermarket fridges hit with cyberattacks across EuropeEN
- 03Supermarket freezers across Europe struck in second crippling cyberattackEN
- 04New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN
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