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Bloomberg-Umfrage: Chinas BIP wächst im dritten Quartal um 4,4 Prozent, unter dem Ziel für 2026

Volkswirte, die Bloomberg befragt hat, erwarten für Chinas BIP im dritten Quartal ein Wachstum von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das wäre das zweite Quartal in Folge unter dem Ziel von 4,5 bis 5 Prozent für 2026, meldete Moneyweb vor der Veröffentlichung am Montag.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20265 Min. LesezeitQuellen 35
Bloomberg-Umfrage: Chinas BIP wächst im dritten Quartal um 4,4 Prozent, unter dem Ziel für 2026

Der Medianwert von 4,4 Prozent wäre eine leichte Verbesserung gegenüber den 4,3 Prozent, die in den drei Monaten bis Juni verzeichnet wurden. Er würde das Ziel Pekings von 4,5 bis 5 Prozent für 2026 aber erneut verfehlen, berichtete Moneyweb. Die Einzelhandelsdaten, die ebenfalls am Montag fällig waren, dürften einen der schwächsten Werte der neueren Geschichte zeigen.

Die Schätzung folgt auf ein Konjunkturpaket, das Moneyweb als das größte seit zwei Jahren beschrieb. Viele Beobachter bezweifeln allerdings, dass es die Aussichten wesentlich verändert hat. Seit Ende September haben die Behörden laut dem Bericht Hypothekenzuschüsse aufgelegt, die Finanzierung der Zentralbank für Bereiche wie Technologie und Infrastruktur ausgeweitet und den Provinzen zusätzliche Ausgabenmittel von 82.000.000.000 US-Dollar bewilligt.

Was der Staatsrat am 28. September zusagte

Der Staatsrat sagte nach einer Sitzung unter Vorsitz von Ministerpräsident Li Qiang am 28. September „ein Paket praktischer und wirksamer zusätzlicher Maßnahmen“ und „stärkere antizyklische Anpassungen“ zu, um die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsziele für 2026 zu erreichen, berichtete die Business Times. In der Erklärung hieß es, Staatsanleihen und Anleihen der lokalen Gebietskörperschaften würden schneller ausgegeben und eingesetzt, und große Projekte würden ohne Verzögerung beginnen. Ungenutzte Quoten lokaler Anleihen aus früheren Jahren würden aktiviert.

Die Refinanzierungszusage der Zentralbank werde erhöht, um Kredite in Innovation, technologische Modernisierung, kleine Unternehmen und die Landwirtschaft zu lenken, hieß es weiter. Die Politik werde neue Maßnahmen zur Stabilisierung des Immobilienmarkts sowie zur Förderung von Beschäftigung und Haushaltseinkommen prüfen. Schritte zur Stärkung des Konsums würden weiter vorbereitet, mit der Umsetzung zuerst an Orten, wo die Bedingungen es zulassen, berichtete Chosun Biz.

Die Wege der Umsetzung: PSL, Refinanzierung und ein Hypothekenzuschuss

Die People's Bank of China senkte den einjährigen PSL-Zins um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent von 1,75 Prozent, nach einer ähnlichen Senkung im Januar, berichtete BofA Global Research. Sie weitete die PSL-Förderfähigkeit auf die sechs Netze aus: Wasser, Stromnetze neuen Typs, Rechenleistung, Kommunikationsnetze der nächsten Generation, unterirdische Leitungen in Städten und Logistik. Die Bank schätzte, dass die Ausgaben in diesen Bereichen in den nächsten fünf Jahren bis zu 25.000.000.000.000 Yuan erreichen könnten.

Die Refinanzierungsquote für Technologie stieg um 200.000.000.000 Yuan auf 1.400.000.000.000 Yuan, und der Finanzierungsanteil der Zentralbank ging auf 100 Prozent von 60 Prozent, so BofA. Weitere 500.000.000.000 Yuan flossen in die gemeinsame Quote für Refinanzierung und Rediskontierung von Landwirtschaft und kleinen Unternehmen, die damit 4.850.000.000.000 Yuan erreicht. China kündigte zudem gemeinsam mit dem Finanzministerium und der Finanzaufsicht den ersten landesweiten staatlichen Zuschuss für gewerbliche Hypotheken an.

Warum Volkswirte diese Runde als schrittweise bezeichnen

BofA zufolge boten die jüngsten Maßnahmen gezielte Unterstützung für Investitionen und den Immobilienmarkt, blieben aber hinter einem starken politischen Kurswechsel zurück, der die Erwartungen der Öffentlichkeit heben würde. Das Paket sei deutlich weniger umfassend als die Maßnahmen, die China Ende 2024 vorgestellt habe. Der Hypothekenzuschuss gilt nur für neue Hypotheken für Erstwohnungen bei Immobilien von bis zu 120 Quadratmetern und einem Wert von 1.500.000 Yuan.

BofA schätzte, dass höchstens 20 bis 25 Prozent der jährlichen Immobiliengeschäfte die Bedingungen erfüllen, bei einem maximalen fiskalischen Aufwand im ersten Jahr von etwa 27.000.000.000 Yuan. Die größere Wirkung des Zuschusses dürfte laut BofA über die Stimmung kommen, weil er die Finanzierungskosten für berechtigte Käufer senkt. Ein aggressiveres Paket sei unwahrscheinlich, solange das Exportwachstum nicht schwächer werde oder sich die Haushaltslage deutlich verschlechtere.

Die Einzelhandelsumsätze stiegen im August nur um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und die Investitionen fielen von Januar bis August um 7,2 Prozent, berichtete Chosun Biz. Die Business Times meldete, das Konsumwachstum habe im August erneut die Erwartungen verfehlt und sei nahe null gefallen.

Lynn Song, Chefvolkswirtin für Greater China bei der ING Bank, sagte, das Ausmaß der Maßnahmen für Wohnen, Arbeitsplätze und Löhne sei entscheidend, berichtete die Business Times. Jacqueline Rong, Chefvolkswirtin für China bei BNP Paribas, sagte, das Konjunkturprogramm müsse nicht groß sein, weil die Lücke zum Ziel von 4,5 Prozent wahrscheinlich moderat sei.

Wie groß die Wachstumslücke ist

Chinas Wachstumsziel für 2026 liegt bei 4,5 bis 5 Prozent, und im ersten Halbjahr betrug das Wachstum 4,7 Prozent, berichtete Chosun Biz. In den drei Monaten bis Juni lag es bei 4,3 Prozent, und die Business Times berichtete, das Wachstum habe im dritten Quartal wahrscheinlich weiter unter die Untergrenze des Ziels nachgelassen. Der Bloomberg-Median von 4,4 Prozent wäre eine leichte Verbesserung gegenüber dem Wert des zweiten Quartals, aber weiterhin unter der Marke von 4,5 Prozent.

Hui Shan, Chefvolkswirtin für China bei Goldman Sachs, schätzte, das BIP sei in den ersten Wochen des dritten Quartals um etwa 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, nach 4,3 Prozent in den drei Monaten davor, berichtete ForexFactory. Moneyweb meldete, ein Anstieg der Exporte um 36 Prozent im vergangenen Monat habe wahrscheinlich eine Beschleunigung der Industrieproduktion angetrieben. Diese sollte im September auf 5,4 Prozent von 5,2 Prozent im August steigen. Die Anlageinvestitionen dürften in den ersten neun Monaten des Jahres um 7,3 Prozent fallen, etwa auf Augenhöhe mit einem Rückgang von 7,2 Prozent von Januar bis August. Die Einzelhandelsumsätze sollten im September um 0,5 Prozent zulegen, nach einem Plus von 0,4 Prozent im August, einem der schwächsten Werte der neueren Geschichte, hieß es in dem Bericht.

Michelle Lam, Volkswirtin für Greater China bei der Societe Generale, schrieb, ohne einen entschlossenen politischen Kurswechsel zur Stützung von Haushaltseinkommen und Konsum werde China wahrscheinlich in einer längeren Phase niedriger Inflation und unterdurchschnittlichen Wachstums gefangen bleiben, berichtete Moneyweb. Der IWF prognostizierte, dass sich Chinas Wirtschaft 2027 auf 4 Prozent verlangsamen wird, gegenüber einem Tempo von 4,9 Prozent seit 2020.

Wie es weitergeht

Die Maßnahmen erinnern an 2024, als das BIP-Wachstum zwei Quartale in Folge unter das Ziel fiel, bevor die Behörden eingriffen, berichtete Moneyweb. Die Business Times meldete, die Behörden hätten bisher darauf verzichtet, größere Konjunkturhilfen zur Stützung der Binnennachfrage aufzulegen, und konzentrierten sich stattdessen auf industrielle Überkapazitäten und den Preiswettbewerb.

Die BIP-Daten für das dritte Quartal und die Aktivitätsdaten für September waren für Montag angesetzt. Rong von BNP Paribas sagte, die zugrunde liegende Dynamik sei allein nicht stark genug, um das Jahresziel zu erreichen. Zusätzliche politische Unterstützung werde im vierten Quartal nötig sein.

BofA zufolge schienen die politischen Entscheider erste Schritte zur Stabilisierung des Wachstums zu unternehmen und angesichts starker Exporte mit der Gesamtnachfrage relativ zufrieden zu sein. Lam sagte, die größere Herausforderung liege in 2027, wenn das BIP-Wachstum weiter auf unter 4,5 Prozent nachlassen könnte.

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Quellen

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  2. 02China set to boost economy, stabilise housing market as slowdown threatens growth targetEN
  3. 03More aggressive China stimulus unlikely for now, BofA saysEN
  4. 04China ramps up stimulus to hit growth target amid weak consumption and investmentEN
  5. 05Goldman flags China stimulus risk as growth slips further below targetEN
  6. 06Stimulus package unveiled to bolster support for growthEN
  7. 07IMF: China's resilience will be sustainedEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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