Disney plant vierte Entlassungsrunde 2026, Manager sollen 20 Prozent sparen
Disney bereitet den Abbau mehrerer tausend Stellen vor. Einige Manager wurden laut Berichten vom 3. November aufgefordert, jährlich bis zu 20 Prozent einzusparen. Bestätigt wäre es die vierte Runde in diesem Jahr beim Unternehmen aus Burbank und die größte.

Zuerst berichtete Bloomberg am 2. November unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Disney lehnte eine Stellungnahme ab. Kein Bericht nannte eine Zahl über „mehrere tausend“ hinaus, und das Unternehmen hat weder eine endgültige Zahl der Betroffenen noch einen Zeitplan oder die am stärksten betroffenen Bereiche bestätigt. Für die rund 231.000 Beschäftigten bedeutet der Bericht eine weitere Phase der Ungewissheit, denn die Einheiten mit den tiefsten Einschnitten sind weiterhin namenlos. Für Anleger ist die Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 17. November der nächste Prüfpunkt: ob die Einsparungen real sind und wie viel davon zurück in Inhalte und Parks fließt.
Was Disney vorbereitet
Manche Bereiche trifft es härter als andere. CEO Josh D'Amaro will einen Teil der Einsparungen wieder in Film- und Fernsehproduktionen, Technologie, Freizeitparks und Kreuzfahrtschiffe stecken, so die Darstellung von Bloomberg. Diese Mischung ist entscheidend: Die Kürzungen sollen Wachstum finanzieren, nicht nur das Unternehmen verkleinern.
Warum die 20 Prozent keine Stellenangabe sind
Die 20 Prozent beschreiben ein Sparziel für die Budgets einiger Manager. Es ist kein Anteil der Belegschaft. Es ist auch kein unternehmensweites Ziel, lässt sich also nicht in eine Zahl von Stellen umrechnen.
Die Einsparungen können aus mehreren Quellen kommen. Manager wurden aufgefordert, Stellenstreichungen und Kürzungen bei anderen Betriebsausgaben abzuwägen. Sie prüfen außerdem Managementebenen und Berichtslinien sowie Änderungen bei Technologie und Prozessen, so die Darstellung von Lapaas Voice zu den Berichten.
Rund 80 Prozent der Disney-Beschäftigten arbeiten in Experiences. Der Bereich mit Parks, Kreuzfahrten und Produkten erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 mehr als 56 Prozent des operativen Ergebnisses. Die Berichte sagen nicht, ob das Sparziel auch den Parkbetrieb erreicht, und dünnere Besetzung dort könnte das Gästeerlebnis treffen, auf dem Disneys Preispolitik beruht.
Ein Jahr kleinerer Runden
D'Amaro wurde am 18. März 2026 CEO, und dies wäre seine vierte Kürzungsrunde. Im April wollte Disney bis zu 1.000 Stellen streichen, überwiegend im Marketing, während das Unternehmen seine zentrale Marketingabteilung zusammenlegte. Im Juli fielen mehrere hundert Stellen in der Verwaltung, Pixar und National Geographic traf es am härtesten. Rund 300 weitere Stellen, vor allem in Personalwesen und Technologie, wurden im September gestrichen.
Frühere Runden setzten das Muster. Disney strich 2024 14 Prozent der Belegschaft bei Pixar. Im selben Jahr waren es 13 Prozent bei National Geographic, dann rund 200 Stellen oder 6 Prozent der Belegschaft bei ABC News und anderen TV-Einheiten bis März 2025. Ende Oktober baute Disney in Experiences weitere 100 bis 200 Stellen ab. Eine kalifornische Meldung listet 159 dauerhafte Entlassungen an einem Standort von Walt Disney Imagineering in Glendale auf, wirksam zum 29. Dezember. Der Vergleich, der über allem steht, ist 2023: Damals strich der frühere CEO Bob Iger 7.000 Stellen im Rahmen eines Sparprogramms von 5,5 Milliarden Dollar.
Der finanzielle Hintergrund
Disney kürzt, während das Geschäft wächst. Der Umsatz im dritten Geschäftsquartal stieg um 7 Prozent auf 25,248 Milliarden Dollar, das operative Segmentergebnis um 21 Prozent auf 5,555 Milliarden Dollar und der bereinigte Gewinn je Aktie um 28 Prozent auf 2,06 Dollar.
Die Führung hatte mehr angekündigt. Sie nannte KI, schwächere Kinoumsätze, Konkurrenz im Streaming und rückläufige Besucherzahlen in internationalen Parks als Belastungen hinter der Kostenarbeit. In einem Brief an die Aktionäre vom 5. August schrieben D'Amaro und Finanzchef Hugh Johnston, das Unternehmen prüfe „Reduzierungen bei Personal und Gemeinkosten“.
Die Wall Street hat die Berichte bisher gelassen aufgenommen. Disney-Aktien stiegen am 2. November um 1,98 Prozent, bevor der Bericht erschien, und wurden zuletzt mit 113,14 Dollar notiert, was einem Marktwert von rund 195,36 Milliarden Dollar entspricht. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 0,22 Prozent im Plus und etwa 3,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 117,09 Dollar.
Was als Nächstes passiert
Das Datum, auf das es ankommt, ist der 17. November. Disney legt an diesem Tag die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vor, und die Führung hat angekündigt, die Anleger dann über den Fortschritt beim Sparprogramm zu informieren. Wann die Kürzungen greifen, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.
Disney ist nicht allein. Netflix kündigte in einem internen Schreiben vom 14. Oktober an, rund 6 Prozent der Belegschaft zu entlassen. Skydance bot einigen Beschäftigten in einem Schreiben vom 26. Oktober freiwillige Abfindungen an, nachdem die Übernahme von Warner Bros. Discovery abgeschlossen war. Disneys eigener Weg zum freiwilligen Ausscheiden kam im August, als das Unternehmen Direktoren und höhere Ebenen ab 50 Jahren mit mindestens zehn Dienstjahren in den Vorruhestand schickte.
Quellen
28- 01Disney plans another round of layoffs, potentially its biggest in 2026: ReportEN
- 02Disney Layoffs 2026: Biggest Layoff Round Planned Yet As Entertainment Industry Cost Cuts SpreadEN
- 03Disney plans thousands of layoffs as managers face 20% savings targetEN
- 04Disney Eyes Thousands of Layoffs as Managers Face 20% Cost-Saving TargetsEN
- 05Disney Opts for Yet Another Round of LayoffsEN
- 06Disney layoffs: Company weighs thousands of job cuts as CEO Josh D'Amaro targets 20% cost savingsEN
- 07Disney's New CEO Is Eyeing Thousands of Job Cuts, Two Weeks Before EarningsEN
- 08The Biggest Pro-AI Super PAC Network Didn’t Really Impact the MidtermsEN
- 09Roundtables: Inside the Quest for Cognitive ImmortalityEN
- 10New open-source benchmark reveals reasoning as the biggest bottleneck for AI in cloud operationsEN
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