Equinor verschiebt ersten Strom aus Empire Wind wegen Schiffslieferungen auf erste Hälfte 2027
Equinor rechnet nun in der ersten Hälfte von 2027 mit dem ersten Strom aus dem 810-Megawatt-Projekt Empire Wind vor New York. Das ist mehrere Monate später als geplant. Das teilte das Unternehmen mit seinen Ergebnissen für das dritte Quartal mit.

Die Verzögerung kommt nicht vom Meeresboden und nicht von den Turbinen. Alle 54 Fundamente stehen, ebenso die Offshore-Umspannstation und die Kabelarbeiten, wie aus dem Unternehmensbericht hervorgeht. Es fehlt noch die Installationskampagne selbst. Zu heben sind noch 54 Maschinen vom Typ Vestas 15MW. Equinor rechnet damit, dass diese Arbeiten im kommenden Jahr beginnen.
Für New York bedeutet das mehrere weitere Monate ohne 810 Megawatt, die über Brooklyn ins Netz der Stadt fließen. Equinor zufolge soll das Projekt später genug Strom für rund 500.000 Haushalte liefern. Weder Equinor noch die beauftragten Firmen haben ein festes Datum für das Heben der ersten Turbine genannt, außer dem kommenden Jahr. Die Verschiebung ändere weder die Gesamtinvestition noch den Zeitpunkt der staatlichen Steuergutschriften, so das Unternehmen. Bewegt hat sich der Zeitplan.
Was sich verschoben hat und um wie viel
Equinor bezeichnet Empire Wind als zu etwa 80 Prozent fertig. Finanzvorstand Torgrim Reitan sagte vor Investoren, die verbleibenden Arbeiten beträfen überwiegend die Offshore-Installation, und der Zeitplan habe sich verschoben.
"Der größte Teil des verbleibenden Projektumfangs entfällt auf die Offshore-Installation der Turbinen, die im kommenden Jahr beginnen soll. Das ist etwas später als geplant."
Die Fundamente, die Umspannstation und die Exportkabel waren alle vorhanden, bevor die Turbinenkampagne begann. Equinor nennt die Turbineninstallation als den Großteil dessen, was noch aussteht.
Der Engpass durch den Jones Act
Das Installationsschiff im Zentrum der Kampagne ist die Maersk Viridis. Seatrium baute es in Singapur und lieferte es in diesem Jahr aus. Weil es im Ausland gebaut wurde, darf es unter dem Jones Act keine Turbinenbauteile zwischen US-Standorten transportieren. Die Bauteile legen deshalb vom South Brooklyn Marine Terminal aus auf US-gebauten Schuten und Schleppern zurück, die offshore direkt an das Schiff anbinden.
Bei diesen Zubringerschiffen brach der Zeitplan. Edison Chouest Offshore entwickelt zwei Gruppen von Gelenkschleppern und Schuten für die Kampagne. Bollinger Shipyards baut sie. Die Maersk Viridis erreichte im August Pascagoula in Mississippi für Tests und Vorbereitungen. Die in den USA gebauten Hilfsschiffe waren jedoch nicht rechtzeitig fertig.
Das Geld, das sich nicht bewegt hat
Equinor hat die Gesamtinvestition früher auf rund 7.500.000.000 US-Dollar geschätzt. In dieser Summe ist auch die Neugestaltung des South Brooklyn Marine Terminal enthalten. Der überarbeitete Zeitplan ändere die gesamten Investitionsausgaben nicht, so das Unternehmen. Ein Teil der Ausgaben verschiebt sich allerdings von 2026 auf 2027.
Die Steuergutschriften behalten ihren Zeitpunkt. Equinor erwartet rund 2.500.000.000 US-Dollar an US-Investitionssteuergutschriften. Davon entfallen etwa 2.000.000.000 US-Dollar auf 2027 und die restlichen 500.000.000 US-Dollar auf 2028. Der neue Bauzeitplan solle den Eingang dieser Gutschriften nicht beeinflussen.
Zwei Jahre mit Baustopps
Die Bundesregierung versuchte zweimal, den Bau zu stoppen. Die erste Anordnung kam im April 2025. Sie endete im darauffolgenden Monat. Eine zweite Aussetzung folgte im Dezember 2025. Das Bureau of Ocean Energy Management stoppte danach die Arbeiten an Empire Wind und vier weiteren Projekten aus Gründen der nationalen Sicherheit.
Equinor focht diese Aussetzung vor einem Bundesgericht an. Das Unternehmen erreichte vorläufigen Rechtsschutz, der den Bau fortsetzen ließ. In den Erklärungen zum dritten Quartal heißt es, das Gericht habe den Fall am 30. September 2026 abgewiesen. Das geschah, nachdem die Aussetzungsanordnung ausgelaufen war. Nachdem Richter die Eilanordnungen zurückgewiesen hatten, gingen die Arbeiten an den anderen vier Projekten aus der Dezember-Anordnung weiter, berichtete CleanTechnica.
Wie es weitergeht
Equinor rechnet mit einem Beginn der Turbineninstallation im kommenden Jahr. Einen Monat nennt das Unternehmen nicht. Der Standort liegt etwa 14 Meilen südlich von Long Island. Der Strom gelangt über Brooklyn ins Netz von New York City.
Empire Wind ist eines der wenigen US-Offshore-Projekte, die noch im Bau sind. Canary Media berichtete, dass Ørsteds Revolution Wind im Oktober die volle Leistung erreichte. Dieses Projekt liegt vor Connecticut und Rhode Island. Es war das dritte Projekt in Versorgungsgröße, dem das gelang. BloombergNEF erwartet nun 5,9 Gigawatt US-Offshore-Windkraft bis 2035. Das ist weniger als die 39 Gigawatt, die das Institut vorhergesagt hatte, bevor Trump im Januar 2025 sein Amt antrat.
Dominion's Coastal Virginia Offshore Wind war im Bericht zum dritten Quartal vom 30. Oktober zu 85 Prozent fertig. Von den 176 Turbinen waren 44 installiert, berichtete CleanTechnica unter Berufung auf Maritime Executive.
Quellen
28- 01U.S. Shipbuilding Delays Push Empire Wind's First Power Into 2027EN
- 02Equinor's US offshore wind project faces fresh schedule setbackEN
- 03A third major US offshore wind farm is now fully operationalEN
- 04Trump Is Gonna Cave On Offshore Wind In 5…4…3…EN
- 05Church quits role at AI startup Radical, claims ‘sleazy’ behavior stole credit from partnerEN
- 06Here’s how solar and wind developers can hold on to tax creditsEN
- 07Meta chief strategy officer Dave Wehner leaves to join AI infrastructure startup Fireworks as CFOEN
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