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Trump erließ am 16. Oktober Zölle und Sanktionen des Graham Act

Donald Trump unterzeichnete am 16. Oktober eine Durchführungsverordnung, die die Zoll- und Sanktionsbestimmungen des Graham Act in Kraft setzte und fast alle davon im selben Dokument wieder aussetzte. Das geschah wenige Tage vor dem 18. Oktober, dem Stichtag für Abgaben von bis zu 100 % auf Waren der fünf größten Abnehmer von russischem Öl und Gas.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20265 Min. LesezeitQuellen 26
Trump erließ am 16. Oktober Zölle und Sanktionen des Graham Act

Was Trump unterschrieb

Der Graham Act wurde am 18. September 2026 Gesetz. Er gab dem Präsidenten 30 Tage Zeit, Abgaben von bis zu 100 % auf Waren der fünf größten Importeure von russischem Rohöl oder Erdgas zu erheben. Die Frist lief ab der Unterzeichnung und setzte den Stichtag auf den 18. Oktober. Die Durchführungsverordnung setzte die Zoll- und Sanktionsbestimmungen in Kraft und setzte dann fast alle davon im selben Dokument wieder aus, wie die Hans India und Law Street berichteten.

Der Verzicht nimmt die unmittelbare Drohung von 100 % Abgaben auf Waren aus Indien, China und der Türkei vom Tisch. Die Verordnung hebt ältere US-Sanktionen nicht auf. Trump kann die Maßnahmen wieder in Kraft setzen. Sie setzte zudem die meisten Sanktionen des Gesetzes gegen ausländische Personen aus. Weder die Zertifizierung an den Kongress noch der Bericht, der sie erklärt, sind veröffentlicht worden.

Trump verzichtete auf Abgaben nach den Abschnitten 112 und 113 des Gesetzes. Er verzichtete außerdem auf die meisten Sanktionen des Gesetzes gegen ausländische Personen, die die Abschnitte 102(a), 102(d), 102(e) sowie 103 bis 111 und 117 umfassen. Die Verordnung berief sich auf Abschnitt 115 des Gesetzes. Dieser Abschnitt erlaubt dem Präsidenten, Sanktionen, Beschränkungen und Abgaben im nationalen Interesse auszusetzen. Er verlangt eine schriftliche Zertifizierung an den Kongress und einen Bericht, der die Grundlage darlegt. Die Verordnung nennt kein Land.

Warum Indien und China betroffen sind

Das Gesetz erlaubte Zölle von bis zu 100 % auf Waren der fünf größten Importeure von russischem Rohöl oder Erdgas. Die Abgaben galten, wenn diese Länder am oder nach dem 18. Oktober 2026 wissentlich neue Käufe tätigten. Es erfasste auch die fünf größten Unterstützer der Umgehung von Russland-Ölsanktionen. Die Abgaben auf Waren aus Russland selbst wären um bis zu 500 % gestiegen. Indien und China gehören zu den größten Abnehmern russischen Rohöls. Die Türkei ist ein weiterer bedeutender Abnehmer. Nach einer viel zitierten Schätzung entfallen allein auf Indien und China rund 70 % von Russlands internationalem Energiegeschäft, berichtete Law Street.

Indien hatte bereits Bedenken gegen das Gesetz angemeldet. Neu-Delhi argumentierte, es sei wegen seiner Raffineriekonfigurationen und Versorgungsproblemen in Westasien auf russisches Rohöl angewiesen, berichtete Rediff. Im Februar hob Washington einen zusätzlichen Zoll von 25 % auf indische Waren auf, der mit russischen Ölkäufen zusammenhing. Das war Teil eines Handelsrahmens, der den reziproken Zoll auf indische Waren von 25 % auf 18 % senkte, berichtete die Hans India. Beide Seiten stehen kurz davor, die erste Tranche eines Handelsabkommens abzuschließen.

Peking wandte sich gegen das, was es als Zuständigkeit jenseits nationaler Grenzen ohne Grundlage im Völkerrecht bezeichnete, berichtete Analytics Insight.

Der Diesel-Deal und der politische Druck

Dem Verzicht war Trumps Ankündigung einer Vereinbarung über russische Diesel-Lieferungen vorausgegangen. Er beschrieb den Schritt als Ergebnis eines erfolgreichen Gesprächs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Trump sagte, Russland habe zugestimmt, sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel zu liefern, weitere Lieferungen würden im November und in den folgenden Monaten erwartet. Er verknüpfte den Schritt mit Bemühungen, die Kraftstoffpreise vor den Zwischenwahlen am 3. November zu senken. Die Verordnung kam Wochen vor diesen Wahlen, als die Republikaner knappe Mehrheiten im Kongress verteidigten, berichtete Analytics Insight.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal kritisierte den Verzicht in einem Beitrag auf X. Er habe "nichts mit unserer nationalen Sicherheit zu tun, & alles damit, Wladimir Putin zu hofieren", schrieb er und forderte seine republikanischen Kollegen auf, sich ihm bei der Verurteilung anzuschließen. Kirill Dmitrijew, Putins Investitionsbeauftragter, nannte die Aussetzung zentraler Bestimmungen des Graham Act "einen wichtigen und wahrhaft historischen Moment" in einem Beitrag auf X. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Abgeordnete beider Parteien sagten, der Verzicht schwäche den Druck auf Moskau, während Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur vor dem Winter verstärke. Der demokratische Abgeordnete Don Beyer warf Trump vor, Putin nachzugeben, und sagte, der Verzicht verrate die ukrainischen Partner.

Mehrere Senatoren, darunter Republikaner, hatten die Diesel-Vereinbarung mit Moskau bereits infrage gestellt. Abgeordnete beider Parteien argumentierten, eine Lockerung der Beschränkungen könnte Moskau zusätzliche Einnahmen für seinen Krieg in der Ukraine verschaffen.

Was der Verzicht bestehen lässt

Die Verordnung lässt bestehende US-Sanktionen gegen Russland in Kraft, einschließlich Maßnahmen, die unter früheren Durchführungsverordnungen verhängt wurden. Sie berührt keine anderen US-Zölle, die andernfalls auf Einfuhren aus den vom Graham Act erfassten Ländern gelten könnten. Die Verzichte bleiben in Kraft, bis Trump oder, wo befugt, der Außenminister feststellt, dass weiteres Handeln angebracht ist. Die Verordnung überträgt die meisten Vollmachten des Präsidenten aus dem Gesetz auf vier Amtsträger: den Außenminister, den Finanzminister, den USTR und den Energieminister. Die Befugnis zum Verzicht liegt jetzt beim Außenminister.

Der USTR soll die Käufe der Länder von russischem Rohöl und Erdgas beobachten. Er muss auch Bemühungen zur Umgehung von Sanktionen beobachten. Er muss den Präsidenten über Umstände informieren, die weiteres Handeln erfordern könnten, auch zu den Verzichten. Er muss außerdem berichten, welche Länder zu den fünf größten Unterstützern der Umgehung von Russland-Ölsanktionen zählen.

Wie es weitergeht

Der Kongress dürfte eine Reaktion erst nach der Wahl erwägen, berichtete IJR. Abgeordnete haben Erklärungen verlangt und auf Bemühungen gedrängt, den Schritt rückgängig zu machen. Trump behält die Befugnis, die Maßnahmen wieder in Kraft zu setzen. Einige Republikaner unterstützten die Entscheidung, berichtete IJR. Die Beobachtung durch den USTR lässt die Möglichkeit neuer Zoll- oder Sanktionsmaßnahmen nach dem Gesetz später offen, sollten sich die Umstände ändern.

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Quellen

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  1. 01Trump waives Russian oil and gas sanctions under Graham Act days before provisions were set to take effectEN
  2. 02Trump waives Russia sanctions, tariffs under Graham Act; India gets relief before deadlineEN
  3. 03Trump waives Russia oil tariffs under Graham Act, bringing relief to IndiaEN
  4. 04Trump Waives Tariffs on Russian Oil Buyers, Citing US InterestEN
  5. 05Trump Waives 100% Tariffs on Russian Oil Buyers India and China Under Graham Act, Two Days Before DeadlineEN
  6. 06Trump Waives Russia Sanctions Before Oil Tariffs Take EffectEN
  7. 07Trump Waives Russia Sanctions And 100% Tariffs, Easing Trade Pressure on India, China Under Graham ActEN
  8. 08Trump Waives Russia Sanctions Under Graham ActEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

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Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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