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Europas Ausbau der E-Ladesäulen braucht bis 2030 24,7 Mrd. Euro für das Stromnetz, zeigt eine Siemens-Studie

Europäische Städte brauchen bis 2030 Investitionen von 24,7 Mrd. Euro (27,94 Mrd. Dollar) in die Stromverteilnetze, um mit dem Wachstum der Elektroautos Schritt zu halten. Das geht aus einer am 3. November veröffentlichten Siemens-Studie hervor. Intelligentes Laden könnte 10,6 Mrd. Euro davon einsparen.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 28
Europas Ausbau der E-Ladesäulen braucht bis 2030 24,7 Mrd. Euro für das Stromnetz, zeigt eine Siemens-Studie

Die Rechnung von 24,7 Mrd. Euro für das Laden

Die Studie entstand für den Ladeverband ChargeUp, den Herstellerverband ACEA und EIT Urban Mobility. Sie prognostiziert, dass die Zahl der E-Autos in 64 Städten der 27 EU-Länder sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen bis 2030 im Schnitt um das 3,8-Fache wächst.

Die Studie beziffert die Kosten, die der Wechsel auf E-Autos den örtlichen Netzen verursacht. Für Autofahrer entscheidet das darüber, ob Ladesäulen schnell genug kommen und ob die Netzkosten auf der Rechnung landen. Für Versorger und Regulierer bleibt offen, wer die Verstärkung der Niederspannungsnetze bezahlt und ob man sich auf freiwillige Flexibilität von Rechenzentren verlassen kann.

Der größte Teil entfällt auf die Niederspannungsnetze, also den Teil, der das langsamere Laden zu Hause und am Arbeitsplatz versorgt. Deutschland hat den größten Bedarf, gefolgt von Norwegen, Belgien und den Niederlanden, Ländern, die bereits viele E-Autos haben. Am schnellsten wächst die Zahl der E-Autos in Osteuropa, allerdings von einem niedrigeren Niveau aus, so die Studie.

Intelligente Stromzähler, die das Laden in die Stunden mit dem niedrigsten Verbrauch verschieben, könnten 10,6 Mrd. Euro oder 40% der Gesamtsumme einsparen.

Die Versorger geben bereits Geld aus

E.ON zeigt, wie diese Ausgaben in der Praxis aussehen. Das Unternehmen betreibt Ungarns größtes Verteilnetz mit 88.000 km Länge und rund 3,4 Mio. Kunden.

Im Rahmen eines EU-finanzierten Programms investiert das Unternehmen fast 230 Mrd. HUF in das Netz. Die Arbeiten schaffen bis 2030 mehr als 2.300 MW zusätzliche Anschlusskapazität, die für erneuerbare Energien vorgesehen ist. Parallel gibt E.ON 13,5 Mrd. HUF für 237.000 zusätzliche intelligente Stromzähler bis Ende 2028 aus und kommt damit auf insgesamt fast 600.000.

Im Gespräch mit dem Budapest Business Journal sagte Guntram Würzberg von E.ON, EU-Mittel deckten nur rund ein Viertel der geplanten Netzinvestitionen des Unternehmens. Auf jeden Forint aus Brüssel lege es drei eigene drauf, vorausgesetzt, die Regulierer erlauben faire und verlässliche Tarife.

Die Gerätehersteller konsolidieren

Auf der Hardwareseite hat GE Vernova zugestimmt, Trench Group für 9 Mrd. Dollar zu kaufen, um Kapazitäten im Segment Elektrifizierung auszubauen. Mit dem Geschäft kommt die Fertigung von Hochspannungsnetztechnik ins eigene Haus.

Trench Group bringt eine etablierte Basis in Europa und Asien in das Netzgeschäft von GE Vernova ein, einschließlich Fertigungskapazität für moderne 765-Kilovolt-Technik. Der mit Bar- und Schuldenmitteln finanzierte Deal soll Ende 2027 abgeschlossen sein.

Flexibilität ist billiger, aber begrenzt

Rechenzentren sind die andere schnell wachsende Last auf denselben Netzen. Die Analyse von Ember vom Oktober 2026 umfasst neun Märkte in den USA, Europa und Südostasien, mit besonderer Relevanz für Irland, das Vereinigte Königreich und Deutschland.

Ein großes Rechenzentrum kann zwischen 200 MW und 500 MW Leistung brauchen und innerhalb von 18 bis 24 Monaten gebaut werden. Der herkömmliche Netzausbau dauert vier bis zehn Jahre.

In Irland machen Rechenzentren bereits etwa 19% der Spitzenlast aus. Im Januar 2025, als die Systemlast mit 6 GW ihren Höhepunkt erreichte, entfielen schätzungsweise 1,1 GW auf sie. Ember rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2030 auf 24% steigen könnte, bei einer Rechenzentrumslast von 1,6 GW und einer Systemspitze von 6,5 GW.

Rechenlasten aus den angespannten Stunden zu verschieben klingt nach der billigen Lösung. Ember findet, dass sie klein ausfällt. Lastverschiebung könnte Irlands Spitze bis 2030 um etwa 100 MW senken, also um 1,5% der prognostizierten Spitze. In den anderen untersuchten Märkten liegen die geschätzten Einsparungen zwischen 0,1% und 0,6%.

Erzeugung und Speicher hinter dem Zähler schneiden besser ab und bringen fast fünfmal so viel Entlastung, mit möglichen Einsparungen von bis zu 2,7 GW in Texas.

Die Annahmen hinter der Zahl zur Lastverschiebung sind streng. Ember setzt für KI-Trainingslasten 35% Flexibilität an, für Inferenz 5% und für klassische Rechenzentren keine. Damit sind theoretisch etwa 6,5% der globalen Kapazität verschiebbar und bei einer durchschnittlichen Auslastung von rund 48% effektiv etwa 3% verfügbar.

Am 3. November startete OpenAI ein unverbindliches Grid Protectors Program, um die Nachfrage künftiger Rechenzentrumsstandorte zu senken, wenn das US-Netz unter Druck steht. Das Unternehmen erklärte, die US-Rechenzentrumskapazität werde bis 2030 voraussichtlich 100 GW überschreiten.

OpenAI erklärte, es werde bis zu 1 GW flexible Nachfragereaktion bereitstellen.

Wie es weitergeht

Ein Vorschlag der Europäischen Kommission für planbare und günstigere Schwachlastpreise im gesamten Binnenmarkt könnte Verbrauchern helfen, das Laden in billigere Stunden zu verlegen.

OpenAI verwies auf eine Vereinbarung mit Georgia Power, in der es sich verpflichtet hat, die vollen Kosten der Infrastruktur für ein Rechenzentrum zu tragen. Weitere Zusagen will das Unternehmen mitteilen, sobald sie feststehen.

GE Vernova erwartet, dass die Übernahme von Trench Group Ende 2027 abgeschlossen ist.

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Quellen

28
  1. 01European cities could cut EV grid bill by 40% with smart charging, study says - Yahoo Finance UKEN
  2. 02Energy Transition Puts Grid Investment, Regulatory Reform in Focus - BBJ - Budapest Business JournalEN
  3. 03GE Vernova (GEV) Agrees $9 Billion Grid Equipment Deal To Expand ElectrificationEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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