EZB lässt Einlagenzins bei 2,5% und debattiert über eine Anhebung
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, ihren Einlagenzins nach einem einstimmigen Votum bei 2,5% belassen. Zuvor hatten die Währungshüter über eine Anhebung debattiert, bei einer Inflation von 3,8%, fast dem Doppelten ihres Ziels.

Zinsen gehalten unter Druck von Energie und Anleihen
Die EZB ließ auch ihren Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65% und ihren Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90%. Der Einlagenzins ist der Zins, den die EZB Banken auf Tagesgeld zahlt. Wie Bloomberg berichtete, hat die EZB in diesem Jahr bereits zweimal die Zinsen erhöht.
In einer Erklärung teilte die EZB mit, die Finanzierungsbedingungen hätten sich seit der letzten Sitzung des Rats der EZB verschärft, was voraussichtlich auf Inflation und Wachstum drücken werde. Die Inflation im Euroraum erreichte im September 3,8%, nach 3,2% im August, so die Bank. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, die Energiepreise lägen 18,9% über dem Niveau ein Jahr zuvor.
Vor Journalisten in Frankfurt sagte sie, die durchschnittliche Rendite zehnjähriger Staatsanleihen im Euroraum sei seit dem Stichtag für die September-Projektionen um rund 35 Basispunkte gestiegen. Die Hypothekenzinsen kletterten im August auf 3,8% nach 3,5% im Juli, und die Banken verschärften im dritten Quartal ihre Kreditstandards für Unternehmen, sagte sie. Der Rat sei der Auffassung gewesen, gut genug aufgestellt zu sein, um die Zinsen zu halten, und ein maßvolles Vorgehen bleibe angemessen.
Die Rendite französischer zehnjähriger Anleihen stieg in der vergangenen Woche erstmals seit 2002 über 5%, wie Yahoo Finance berichtete, und der Abstand zu deutschen Bundesanleihen bewegte sich zuletzt zwischen etwa 155 und 170 Basispunkten. Die französische Schuldenquote liegt nahe bei 120% des BIP, das Haushaltsdefizit bleibt über 5%.
Lagardes früher Abschied
Wenige Stunden vor der Zinsentscheidung teilte die EZB mit, Lagarde werde am 7. Februar 2027 zurücktreten, etwa neun Monate bevor ihre achtjährige Amtszeit Ende Oktober endet. „Ich glaube nicht, dass ich neutral bleiben kann“, sagte sie vor Journalisten. Sie wolle die Freiheit haben, über Themen zu sprechen, die nicht die Geldpolitik betreffen.
Der Präsident des Europäischen Rats, António Costa, lobte ihre „stetige und entschlossene Führung“ durch die Pandemie, den Krieg in Europa, die Energiekrisen und die Inflationsschocks. Costa sagte, das Verfahren zur Ernennung ihrer Nachfolge beginne sofort. Wie CNBC berichtete, hat Lagarde angedeutet, dass sie nicht für das französische Präsidentenamt kandidieren will. Die Financial Times hat berichtet, sie sei eine führende Kandidatin für die Leitung des Weltwirtschaftsforums.
Das Rennen um die Nachfolge läuft bereits. Wie die Irish Times berichtete, gelten die früheren Notenbankchefs der Niederlande und Spaniens, Klaas Knot und Pablo Hernández de Cos, als Favoriten. Von Bloomberg im Oktober befragte Ökonomen hielten De Cos für den Favoriten. Die Ernennung liegt beim Europäischen Rat. Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ARD berichtete, der frühe Abschied erlaube es Emmanuel Macron, Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen Regierungschefs, sich vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 auf eine Nachfolge zu einigen. Marine Le Pen führt laut Irish Times in den Umfragen.
Märkte und nächste Schritte
Bloomberg berichtete, Händler hätten ihre Wetten auf eine weitere Straffung bis Ende 2027 von 72 auf 70 Basispunkte zurückgenommen, die Markterwartung einer Anhebung im Dezember sei von 80% auf eine Wahrscheinlichkeit von 88% gestiegen, und der Euro sei auf 1,1111 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit 17 Monaten. UBS erklärte, die Märkte preisten eine übermäßige Straffung ein, und prognostizierte eine Erholung des Euro in Richtung 1,16 bis zum Jahresende.
Bloomberg berichtete, die Währungshüter würden weithin eine erneute Zinserhöhung im Dezember erwartet, wenn aktualisierte Konjunkturprojektionen vorliegen, und das Wachstum im Euroraum im dritten Quartal habe sich einer Analystenumfrage zufolge vor der Veröffentlichung der Eurostat-Daten am Freitag wahrscheinlich auf 0,2% verlangsamt. Lagarde sagte, die Bank entscheide von Sitzung zu Sitzung. „Ohne größere Entwicklungen ist die Richtung für uns alle ziemlich klar“, sagte sie.
Quellen
17- 01'I cannot remain neutral': Lagarde finally explains her early ECB exitEN
- 02Christine Lagarde Plans Early Exit From ECB in FebruaryEN
- 03Lagarde's early exit raises questions over ECB independence, policy outlookEN
- 04Lagarde's Early Exit Lands at the Worst Possible Moment for EuropeEN
- 05ECB holds rates as Lagarde exit compounds alarm over oil, FranceEN
- 06Lagarde downplays inflation risk as ECB holds, announces her early exitEN
- 07ECB holds key rate steady at 2.5% amid Lagarde's early exitEN
- 08Lagarde to leave ECB early, saying she can no longer remain neutralEN
- 09ECB pauses rate hikes as Lagarde announces early exitEN
- 10What's next for Euro bonds and the euro after Lagarde's resignation?EN
- 11Lagarde to Exit ECB as Europe Faces Economic HeadwindsEN
- 12Lagarde to leave ECB early, igniting race to replace herEN
- 13ECB to hold rates even as risks threaten its 'good place' - Yahoo Finance UKEN
- 14Cross-Asset Knowledge Transfer for Early Fault Detection of Data-Scarce Assets Without Target Fault DataEN
- 15Home Depot early Black Friday sale arrives, Fanttik USB-C pruning shears $80, WORX 9-in-1 leaf blower $91, moreEN
- 16A 700,000-year-old elephant tooth reveals a lost world where early humans livedEN
- 17Can Silicon Valley Build A Safe Class 8 Truck? Early EV Semi Fires Expose The Experience GapEN
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