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Gericht lässt NAACP-Klage nach dem Clean Air Act gegen SpaceXAI wegen Turbinen am Rechenzentrum in Memphis zu

Ein Bundesgericht hat den Antrag abgelehnt, die Klage der NAACP nach dem Clean Air Act gegen die Gasturbinen abzuweisen, die die Colossus-Rechenzentren von xAI in Mississippi mit Strom versorgen. Der Beschluss vom späten Freitag, 30. Oktober 2026, hält den Fall am Northern District of Mississippi am Leben.

TechnologieNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 3. November 20265 Min. LesezeitQuellen 9
Gericht lässt NAACP-Klage nach dem Clean Air Act gegen SpaceXAI wegen Turbinen am Rechenzentrum in Memphis zu

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der Ausbau der Rechenzentren zum Wahlkampfthema wird. Laut CNBC schrieb der Richter, die Kläger hätten nach dem Clean Air Act eine gesetzliche Klagebefugnis. Die Verbrennungsturbinen seien keine "mobilen Quellen" im Sinne des Umsetzungsplans des Staates Mississippi. Die Regelung für Bürgerklagen verstoße zudem nicht gegen Artikel II der Verfassung oder gegen das Verbot der Delegation an Private.

Der letzte Punkt wiegt für den Betreiber am schwersten. SpaceXAI, die KI-Sparte von SpaceX, hatte in ihrem Antrag auf Klageabweisung vom Juni argumentiert, die Turbinen seien mobile Geräte und von der Luftgenehmigung ausgenommen. Sie trug außerdem vor, die NAACP habe kein Klagerecht, und solche Klagen seien verfassungswidrig. Das Gericht wies alle drei Argumente zurück.

Die NAACP reichte die Klage im April 2026 beim U.S. District Court for the Northern District of Mississippi ein. Das Southern Environmental Law Center und Earthjustice vertreten die NAACP. Die Klage richtet sich gegen das Gaskraftwerk, das SpaceXAI in Southaven, Mississippi, baut, um seine Colossus-Rechenzentren im Großraum Memphis zu versorgen. Tom's Hardware berichtete am Montag, 2. November, unter Berufung auf CNBC, die NAACP werfe xAI und der Tochterfirma MZX Tech vor, zwischen August und Dezember 2025 in Southaven 27 Gasturbinen ohne die erforderlichen Genehmigungen aufgestellt zu haben. Der Klageschrift zufolge fehlt dem Kraftwerk "eine Luftgenehmigung oder jede Rücksicht auf die Gesundheit und Sicherheit der Anwohner", so CNBC.

Die Emissionszahlen in dem Fall sind hoch. Nach Angaben von Tom's Hardware kann das Kraftwerk mehr als 5.000 Tonnen Stickoxide, 400 Tonnen Feinstaub und 47 Tonnen Formaldehyd ausstoßen, eine krebserregende Verbindung. Die Darstellung der Klageschrift bei CNBC konzentriert sich auf ozonbildende Schadstoffe und Feinstaub, die Gesundheitsrisiken erhöhen und Geruch verursachen können.

Es gibt eine zweite Front am selben Gericht. CNBC berichtete, die Entscheidung sei etwa zwei Wochen nach einem Beschluss desselben Gerichts gefallen, mit dem es einen Antrag des Justizministeriums abgelehnt hatte, das Verfahren gegen das Unternehmen von Musk zu beenden. Die Stellungnahme des Richters wurde am späten Freitag veröffentlicht.

Die Turbinen sind nicht das einzige Stromproblem der Branche. Ein Blogbeitrag von NVIDIA vom 22. Oktober nennt einen Auftragsstau von mehr als 300.000.000.000 Dollar an Ausrüstung. Mehr als 200 Gigawatt an Projekten warten in den Netzanbindungswarteschlangen der USA, heißt es in dem Beitrag. Er argumentiert, Stromnetze, Anlagen und Rechensysteme seien lange unabhängig voneinander geplant worden. Die DSX-Plattform des Unternehmens umfasst demselben Beitrag zufolge Simulationswerkzeuge und Software zur Lastflexibilisierung. Sie soll die Last einer KI-Fabrik mit den Bedingungen im Netz und der Eigenerzeugung vor Ort abstimmen. Als Partner werden GE Vernova, Hitachi Energy, Schneider Electric, Siemens Energy und Phaidra genannt. Phaidra gibt an, die DSX-Integration habe etwa 10 Prozent mehr Rechenleistung bei gleichem Strombudget gebracht. Das sind Angaben von Anbietern in einem Anbieterblog, keine unabhängigen Messungen.

Die Geduld der Öffentlichkeit schwindet. Ein von TechCrunch zitierter Bericht von Data Center Watch fand heraus, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2026 Rechenzentrumsprojekte im Wert von fast 200.000.000.000 Dollar wegen politischen und gesellschaftlichen Widerstands verzögert, ins Stocken geraten oder blockiert wurden. TechCrunch berichtete am 31. Oktober von einer Veranstaltung zur Halbzeitwahl in Brooklyn, bei der eine Frage danach, wer für Rechenzentren sei, Buhrufe auslöste. Dort sagte Chi Ossé, Mitglied des Stadtrats von New York City, Führungskräfte hinter einer Technologie, die 10 Prozent der menschlichen Zivilisation verbrauchen könne, "sollten vor den Kongress zitiert werden".

Die Unternehmen reagieren mit Kommunikation. TechCrunch berichtete am 1. November unter Berufung auf Axios, OpenAI bereite nach der Wahl eine PR-Offensive vor. Das Unternehmen erwäge, seine Rechenzentren in "AI compute campuses" umzubenennen. Chris Lehane, Chief Global Affairs Officer von OpenAI, sagte zu Axios, die Debatte über Rechenzentren sei "gut und gesund". Er sagte auch, "Gemeinden sollten Unternehmen in die Verantwortung nehmen, damit sie wirklich einen transformativen Nutzen aus diesen Projekten ziehen".

Andernorts stößt der Stromengpass mit älteren Industrieplänen zusammen. Ars Technica berichtete am 30. Oktober, Boom Supersonic habe seinen Schwerpunkt weitgehend auf Gasturbinen für KI-Rechenzentren verlagert. Das Unternehmen will das Überschallflugzeug Overture bauen. Am 22. Oktober stellte es in Centennial, Colorado, eine Fabrik für 42-Megawatt-Turbinen vor. Scott Kirby, CEO von United Airlines, sprach im Podcast Office Hours: Business Edition in einer Folge, die am 28. Oktober erschien. Er sagte, das Lieferziel von Boom für 2029 werde sich verschieben: "Das wird 2029 nicht passieren, es wird länger dauern." Im März hatte Kirby die Chancen auf einen kommerziellen Betrieb laut Ars mit "50-50" angegeben.

Sicherheitsforscher beobachten dieselbe Infrastruktur. Tom's Hardware berichtete am 1. November, Cisco Talos habe einen sich selbst löschenden Windows-Infostealer namens VOLTA-AUTODOXER dokumentiert. Standardmäßig speist er gestohlene Daten in Anthropics Claude ein und lässt das Modell die Vermögenswerte eines Opfers nach ihrem Auszahlungswert einordnen. Verweigert ein Modell die Arbeit, wechselt er zu einem anderen oder überspringt den KI-Schritt ganz.

Nicht jede Meldung dreht sich um Rechenzentren. HPCwire berichtete am 2. November, Forscher der Florida Atlantic University unter Leitung von Arslan Munir hätten quantenmaschinelles Lernen an einem öffentlichen Lungenkrebsdatensatz mit 309 Einträgen getestet. Der Datensatz wurde mit synthetischen Beispielen auf 540 Stichproben erweitert. Ein Annealing-System von D-Wave erreichte in der Simulation 94,31 Prozent Genauigkeit und auf Quantenhardware 91,90 Prozent. Microsoft Research veröffentlichte am 30. Oktober einen Blogbeitrag, der synthetische Unternehmensumgebungen aus Quellen wie O*NET-Daten, Stellenanzeigen und SEC-Einreichungen beschreibt, um Copilot zu bewerten. Der Beitrag ist die eigene Darstellung des Unternehmens zu seinen Tests.

Der rote Faden: Die rechtlichen und politischen Grenzen bei der Stromversorgung von KI sind inzwischen so bindend wie die Technik. Der Beschluss in Mississippi entscheidet nicht in der Sache. Er hält die Beweisaufnahme und die Genehmigungsfrage vor einem Richter, während Projekte in den Netzanbindungswarteschlangen warten und die Wähler am 3. November an die Urnen gehen.

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Quellen

9
  1. 01SpaceX loses bid to toss NAACP lawsuit over Memphis data center air pollutionEN
  2. 02SpaceX loses bid to dismiss lawsuit over xAI data center pollutionEN
  3. 03Supersonic airliner in doubt as company shifts to powering AI data centersEN
  4. 04OpenAI might rebrand its data centers as 'AI compute campuses'EN
  5. 05Data centers are now a midterm issue, even in BrooklynEN
  6. 06New AI-driven Windows malware feeds stolen data to Claude to rank victims' assets by value, then deletes itselfEN
  7. 07FAU Researchers Explore Quantum Computing to Predict Lung Cancer with Limited DataEN
  8. 08From synthetic enterprise data evaluations to real Microsoft Copilot AI confidenceEN
  9. 09How Companies Are Using NVIDIA DSX to Break the Power BottleneckEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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