Imperial College: Klimawandel erhöhte Schäden durch Zyklon Arnab um 33 Prozent
Der Klimawandel hat die wirtschaftlichen Schäden durch Zyklon Arnab um 33 Prozent erhöht und einen Sturm dieser Intensität um etwa 19 Prozent wahrscheinlicher gemacht. Das ergab eine Studie des Imperial College London. Kashmir Convener berichtete am 5. November über die Ergebnisse.

Was die Studie ergab
Forschende des Imperial College London untersuchten mit dem Imperial College Storm Model, kurz IRIS, wie die globale Erwärmung Intensität, Niederschlag und wirtschaftliche Folgen von Zyklon Arnab beeinflusst hat. Darüber berichtete Kashmir Convener am 5. November. Die Studie schätzt, dass etwa 25 Prozent der gesamten wirtschaftlichen Verluste des Zyklons auf die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zurückgehen, verglichen mit den Schäden, die unter vorindustriellen Klimabedingungen entstanden wären. Die Gesamtverluste lagen gegenüber dieser Vergleichsbasis um 33 Prozent höher.
Die Analyse ergab, dass der Klimawandel die maximale Windgeschwindigkeit von Arnab um 9,3 kmph erhöhte, etwa 5 Prozent, und die Regenrate an der Augenwand um 1,1 mm pro Stunde, etwa 11 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit eines Zyklons ähnlicher Intensität stieg um etwa 19 Prozent gegenüber vorindustriellen Bedingungen. Die Wahrscheinlichkeit ähnlich starker Niederschlagsereignisse wuchs um rund 18 Prozent, und die geschätzte Wiederkehrperiode für solchen Regen sank von 16,7 Jahren auf 14,2 Jahre.
Zyklon Arnab war ein Sturm der Kategorie 4 mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 220 kmph über dem Golf von Bengalen. Beim Auftreffen auf Land entsprach er einem Zyklon der Kategorie 3 mit Winden von rund 202 kmph.
Künftige Erwärmung und die Schadensschätzung
Die Forschenden untersuchten außerdem ein Szenario mit einer künftigen Erwärmung von 2,6 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Unter diesen Bedingungen könnte ein Zyklon ähnlich Arnab maximale Windgeschwindigkeiten erreichen, die 8 Prozent höher liegen, und 22 Prozent mehr Regen an der Augenwand bringen. Der wirtschaftliche Schaden könnte 56 Prozent höher ausfallen als unter vorindustriellen Bedingungen.
Für die wirtschaftliche Bewertung nutzten die Forschenden Schätzungen des Windfelds, Schadensfunktionen und Daten zur Vermögensbelastung. Unsicherheiten bei Windgeschwindigkeiten, Vermögenswerten und Schadensberechnungen berücksichtigten sie dabei. Die Arbeit ist Teil der Initiative Climate Damage Tracker. Sie will schnell abschätzen, wie der Klimawandel Schäden durch Extremwetterereignisse beeinflusst, indem sie Klimazuschreibung mit sozioökonomischen Wirkungsdaten verbindet.
Was die Autoren sagen
Dr. Nathan Sparks, Forscher für die Modellierung tropischer Zyklonrisiken am Fachbereich Physik des Imperial College London, sagte, die Ergebnisse zeigten die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels für Küstengemeinden. Stärkere Winde und mehr Regen könnten Häuser und Infrastruktur schwerer beschädigen, Ernten vernichten und die Lebensgrundlagen der Menschen treffen.
Prof. Ralf Toumi, Direktor des Grantham Institute, sagte, die Forschung belege die realen Folgen fortgesetzter Emissionen aus fossilen Brennstoffen bei schweren Stürmen. Die Gesamtzahl tropischer Zyklone weltweit bleibe zwar relativ stabil, doch die Stürme, die entstünden, würden gefährlicher und stärker.
Warum die Zahl zählt
Die Attributionsforschung vergleicht das tatsächliche Klima mit einer modellierten Version desselben Ereignisses ohne vom Menschen verursachte Emissionen, wie PreventionWeb erläutert. Wissenschaftler prüfen, ob eine einzelne Hitzewelle, Flut, ein Waldbrand, Sturm oder eine Dürre wahrscheinlicher oder schwerer geworden ist und um wie viel. Die Imperial-Studie wendet diese Methode auf einen einzelnen Sturm an und ergänzt eine Schätzung der wirtschaftlichen Schäden, die mit der Erwärmung zusammenhängen.
Die Ergebnisse fallen in ein Jahr mit weit verbreitetem Extremwetter in Indien. Das Centre for Science and Environment und Down To Earth berichteten am 4. November, dass an 251 der 273 Tage vom 1. Januar bis 30. September Extremwetter auftrat, also an fast 92 Prozent des Zeitraums.
Quellen
28- 01Climate Change Increased Cyclone Arnab's Economic Damage by 33 Per Cent: StudyEN
- 02Climate India 2026: An Assessment of Extreme Weather EventsEN
- 03New climate study warns Indian cities will face harsher and longer heatwaves under global warmingEN
- 04Extreme weather events attributionEN
- 05Oregon’s extreme climate hazard days have quadrupled over 2 decades, study says - Oregon Public Broadcasting - OPBEN
- 06GSMA warns of growing risks to mobile networks from extreme weatherEN
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