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Maven Robotics: Radroboter laufen 16 Stunden am Tag, während die Finanzierung der Automatisierung anzieht

Maven Robotics zufolge arbeiten die mobilen Manipulatoren des Unternehmens inzwischen 16 Stunden am Tag an fünf Tagen pro Woche, mit bis zu 99 Prozent Verfügbarkeit. Seit der Gründung 2024 hat die Firma 100.000.000 Dollar eingesammelt, im vergangenen Monat kam eine Series-A-Runde hinzu. Der Bericht des Robot Report vom 1. Oktober erscheint in derselben Woche wie eine europäische Runde über 11.000.000 Euro für den Robotik-Vision-Anbieter Inbolt und eine Prognose, wonach Physical AI das Jahr 2027 prägen wird.

KulturNachrichtClara LindnerVeröffentlicht: 2. Oktober 20267 Min. LesezeitQuellen 8
Maven Robotics: Radroboter laufen 16 Stunden am Tag, während die Finanzierung der Automatisierung anzieht

Der Robot Report veröffentlichte das Interview mit Maven Robotics am 1. Oktober, dem jüngsten datierten Eintrag in diesem Dossier. Mitgründer und CEO Hamza Derbas sagte dem Portal, die Roboter des Unternehmens liefen 16 Stunden am Tag an fünf Tagen pro Woche, bei bis zu 99 Prozent Verfügbarkeit. Seit 2024 habe Maven vier Iterationen seines mobilen Manipulators ausgeliefert, dabei 100.000.000 Dollar eingesammelt und den Weg von ersten Pilotprojekten zu einem Produktionsvertrag mit dem ersten Kunden geschafft.

Diese Produktionszahlen stammen vom Unternehmen selbst. Eine unabhängige Prüfung der Verfügbarkeitsangabe gibt es in dem Dossier nicht. Auch die Finanzdaten sind die Darstellung von Maven: Die Series-A-Runde schloss das Unternehmen im vergangenen Monat ab, ohne Betrag oder Investoren zu nennen.

Räder, Reichweite und Nutzlast

Derbas begründet die Designentscheidung des Unternehmens als direkte Absage an die humanoide Bauform, die die Robotikberichterstattung dominiert. "Die humanoiden Robotikfirmen, die mit Beinen, begannen mit der menschlichen Form und versuchten, rückwärts zu einem zu lösenden Problem zu kommen", sagte er dem Robot Report. Maven habe stattdessen bei den Aufgaben angefangen, bis hinunter zum "Staub, dem Schmutz und dem Fett auf dem Werksboden". Die daraus entstandene Maschine rollt auf kleiner Grundfläche durch Türen, trägt eine Nutzlast von 30 kg (66,1 lb) und reicht in die Tiefe einer 48-in.-Palette (121,9 cm) oder 3 m (9,8 ft.) in ein Lagerregal.

Derbas beschrieb außerdem eine gemeinsame Lernschicht namens Maven Network. Macht ein Roboter in Kalifornien einen Fehler, kann ein Roboter in Japan laut Derbas am nächsten Tag lernen, damit umzugehen. Das ist eine Aussage über Infrastruktur, kein gemessenes Ergebnis. Geprüft hat sie niemand von außen.

"Die Welt braucht jeden Tag mehr industrielle Produktion, aber die Arbeitskräfte, die diese Arbeit leisten können, werden weniger." Hamza Derbas, Mitgründer und CEO von Maven Robotics, im Gespräch mit dem Robot Report.

Derbas verwies auf mehr als eine halbe Million unbesetzte Stellen im verarbeitenden Gewerbe der USA und sagte, Marktanalysten erwarteten, dass diese Zahl in den nächsten Jahren auf Millionen wächst. Das Dossier nennt diese Analysten nicht, die Prognose ist daher als Einschätzung des CEO zu lesen und nicht als belegte Vorhersage.

Das Geld folgt der Vision-Schicht

Eine Woche vor dem Maven-Interview bewegte sich das Geld in einem anderen Teil desselben Stacks. Das Pariser Unternehmen Inbolt sammelte am 30. September 11.000.000 Euro ein, angeführt vom neuen Investor Shift4Good unter Beteiligung von Bridges Climate Transition Partners sowie den bestehenden Geldgebern BNP Paribas Développement und Ora Global, wie Tech.eu berichtet. Damit kommt Inbolt auf insgesamt 30.000.000 Euro. Das 2019 von Rudy Cohen, Albane Dersy und Louis Dumas gegründete Unternehmen verkauft 3D-Vision plus eine hardwareunabhängige KI-Schicht, mit der Industrieroboter ihre Regelkreise in Echtzeit anpassen. Nach eigenen Angaben läuft das System auf mehr als 200 Robotern in über 100 Fabriken auf drei Kontinenten, zu den Kunden zählen Bosch, Beko, Flex, Ford, Stellantis und Toyota.

Inbolts Argument lautet, Roboter liefen seit fünfzig Jahren blind, und das sei ein Softwareproblem, kein Fall für einen Austausch der Hardware. Das betrifft auch den adressierbaren Markt von Maven: Lässt sich Wahrnehmung an bereits installierte Anlagen nachrüsten, verliert der Kauf völlig neuer Roboterplattformen am Rand an Gewicht. Inbolt will das Geld nach eigenen Angaben für den Einstieg in Rechenzentren und Elektronikfertigung sowie für internationale Expansion nutzen.

Die Analystensicht: Physical AI verlässt den Bildschirm

Das Forschungsunternehmen Omdia bezifferte den breiteren Wandel am 30. September. Im Ausblick auf 2027 nannte es "Physical AI: Intelligence Escapes the Screen" als eine von vier Kräften, die die Technologie umformen, und erwartet allein bei humanoiden Robotern weltweit mehr als 700.000 Einheiten bis 2030. Dasselbe Dokument hält fest, dass 59 Prozent der Organisationen für 2027 mit einem Anstieg ihrer KI-Budgets um 10 Prozent oder mehr rechnen, und dass Hardwareverzögerungen bereits 60 Prozent der PC-Channel-Partner treffen. Ein Hinweis darauf, dass die Lieferkette hinter jedem Robotikausbau nicht reibungslos läuft.

Omdias Einordnung ist keine Prognose speziell für Maven. Sie gilt dem Markt insgesamt, und die Zahl von 700.000 Einheiten betrifft humanoide Roboter, nicht die Radmanipulatoren von Maven. Als direkte Nachfrageschätzung für das Produkt des Unternehmens taugt sie deshalb nicht.

Konkreter wird das Bild auf der Infrastrukturseite. Der Blog von NVIDIA meldete am 30. September, CoreWeave habe Vera Rubin NVL72 Systeme mit Spectrum-X 102.400.000.000.000 Ethernet-Vernetzung in Produktion genommen, und Cognition, das Labor hinter dem Softwareentwickler Devin, sei der erste Kunde mit Produktionslast auf diesen Systemen. Cognition verglich Vera Rubin mit einer GB200 NVL72 Basis und kam bei SWE-2 Inferenzlasten auf bis zu 4,8-mal mehr Gesamtdurchsatz an Tokens, so die Darstellung von NVIDIA. CoreWeave kündigte zudem an, NVIDIA Vera anzubieten, die erste CPU, die für KI-Agenten gebaut wurde, und startete CoreWeave Forge zum Trainieren und Bewerten von Modellen und Agenten.

Das gehört in eine Robotikgeschichte, weil derselbe agentische Stack in industrielle Abläufe verkauft wird. Eine am 1. Oktober von InfoQ veröffentlichte Runde mit Michael Hausenblas von Genesys, Sujana Sooreddy von Netflix und Noam Levi von Groundcover diskutierte, wie sich Produktionsabläufe verändern, während KI das deterministische Verhalten von Anwendungen umformt. Hausenblas, sieben Jahre bei AWS, und Sooreddy, die bei Netflix an Mediensystemen und Observability arbeitet, beschrieben beide Teams, die Betriebsdaten für Incident Response umbauen statt für Dashboards. Das ist die Softwareseite desselben Arguments, das Maven und Inbolt am Werksboden führen.

Sicherheit und Qualifikation, die Teile, die Demos auslassen

Industrielle Einsätze tragen ein Sicherheitskonto, das Anbieterankündigungen gern weglassen. Heise veranstaltet am 20. und 21. Oktober einen zweitägigen Workshop zu IEC 62443, der internationalen Norm für Sicherheit in industrieller IT und OT, mit den Teilen 4-1 und 4-2 zum Sicherheitsentwicklungszyklus und zu technischen Anforderungen. Die Veranstaltung richtet sich an OT-Nutzer, Automatisierungsentwickler und Sicherheitsbeauftragte, und ihre bloße Existenz zeigt, wie viel Normungsarbeit inzwischen zwischen einer Roboter-Demo und einer Produktionslinie liegt.

Auf der Siliziumebene veröffentlichte SemiEngineering am 1. Oktober einen gesponserten Beitrag mit dem Argument, offene Roots of Trust wie Caliptra seien nur der Anfang, und Rechenzentrumsarchitekturen mit CPUs, Beschleunigern, SmartNICs und DPUs machten eine einheitliche Vertrauensbasis schwieriger. Von Chipanbietern werde zunehmend erwartet, Caliptra-konforme Implementierungen zu liefern, was ein Konformitätsverfahren gegen die Integrationscheckliste des Projekts verlangt. Nichts davon gilt speziell für Roboter, aber alles davon gilt für jede Flotte, die mit Kundeninfrastruktur spricht, und genau das sagt Maven über sein System.

Die Arbeitsseite ist weniger geklärt. Ein bezahlter Beitrag von Lenovo in der South China Morning Post beschrieb am 30. September "Industry 5.0" als Ansatz, der den Menschen ins Zentrum industriellen Fortschritts stellt, während KI repetitive oder gefährliche Arbeit übernimmt und Menschen sich auf Entscheidungen mit höherem Wert konzentrieren. Er nannte einen Logistikeinsatz in Singapur mit bis zu 40 Prozent schnellerer Auftragsabwicklung und 30 Prozent weniger Energieverbrauch. Der Beitrag ist Werbung, die Zahlen stammen vom Werbenden, nicht aus einer unabhängigen Prüfung.

Für Maven lautet die praktische Frage, ob ein Produktionsvertrag mit einem Kunden zu vielen wird. Das Dossier nennt den Kunden nicht, nicht die Größe des Vertrags und nicht den Betrag der Series A. Derbas sagte dem Robot Report, die frühen Partner von Maven hätten ihre Werkshallen für das Unternehmen geöffnet, statt Laborbesuche zu veranstalten. Das ist eine plausible Schilderung industrieller Verkaufszyklen, aber sie kommt vom Verkäufer.

Was das Dossier stützt, ist ein Muster. Am 30. September sammelte Inbolt für Vision. Am 1. Oktober beschrieb Maven Verfügbarkeit und Nutzlast. Omdia erwartet, dass die Kategorie bis 2030 wächst. Geld und Botschaften bewegen sich gemeinsam, und die unabhängigen Zahlen bleiben dünn.

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Quellen

8
  1. 01How Maven Robotics plans to automate industrial work, one task at a timeEN
  2. 02Inbolt raises €11M to bring real-time vision and intelligence to industrial robotsEN
  3. 03Four forces set to reshape technology in 2027 – OmdiaEN
  4. 04From Training to Production, NVIDIA and CoreWeave Close the Loop on Agentic AIEN
  5. 05Beyond Observability: Evolving Production Operations in the Age of AIEN
  6. 06iX-Workshop: Industrial Security nach IEC 62443 – Ein PraxisleitfadenEN
  7. 07Open Security Foundations Are Only The Beginning: Deploying Caliptra Hardware in ProductionEN
  8. 08How 'Industry 5.0' integrates human expertise with artificial intelligenceEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Clara Lindner

Clara Lindner

Kultur, Küche und Lebensstil

Clara Lindner schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und arbeitet dabei vor allem mit Primärquellen, Archiven und eigenen Vor-Ort-Besuchen. Bei Küchengeschichten prüft sie Rezeptangaben gegen historische Kochbücher und vergleicht Mengen- und Zeitangaben mehrerer Ausgaben. Für Kultur- und Geschichtstexte spricht sie mit Kuratoren, Designern und Gastronomen und wartet auf Festivalprogramme sowie Ausstellungskalender, um Termine und Werklisten abzugleichen. Ihre Festivalmarathons, Independent-Kino und Filmarchive nutzt sie, um film- und kulturgeschichtliche Bezüge in ihren Stücken zu prüfen. Sie veröffentlicht keine Angaben, die sie nicht selbst nachrecherchiert hat.

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