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Der Ozean hatte 100 Tage in Folge Rekordhitze, dazu den neunten Jahresrekord

Der globale Ozean außerhalb der Polarregionen verzeichnete vom 2. Juni bis 10. September 2026 an 100 Tagen in Folge Rekordwerte der Meeresoberflächentemperatur, laut Daten des Climate Reanalyzer [10][11]. Dazu kommt ein neunter Jahresrekord beim Wärmegehalt der Ozeane: 23 Zettajoule mehr im Jahr 2025 als 2024 [3][7].

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20265 Min. LesezeitQuellen 33
Der Ozean hatte 100 Tage in Folge Rekordhitze, dazu den neunten Jahresrekord

Der globale Ozean außerhalb der Polarregionen erreichte an 100 Tagen in Folge Rekordwerte bei der durchschnittlichen Meeresoberflächentemperatur. Die Serie lief vom 2. Juni bis 10. September 2026, nach Daten des Climate Reanalyzer am Climate Change Institute der University of Maine [10][11]. An jedem dieser Tage lag der Durchschnitt über dem gleichen Datum aller Jahre seit 1982 [10][11].

Das ist wichtig, weil die Wärme im Ozean die langsam veränderliche Größe im Klimasystem ist. Sie bestimmt die Grundlage für Sturmintensität, Niederschlag, Meeresspiegel und marine Ökosysteme, lange nachdem ein einzelnes heißes Jahr aus dem Oberflächenrekord verschwunden ist [2][12].

Der Höhepunkt kam im August. Normalerweise haben die globalen Meerestemperaturen ihren Höchststand im März und April längst überschritten [12]. Copernicus verzeichnete 21,10 C am 22. August. Der Climate Reanalyzer meldete 21,18 C zwischen dem 22. und 27. August [10][11]. Der Guardian berichtete am 24. August, die durchschnittliche Oberflächentemperatur habe 21,1 C erreicht, der höchste je für die Weltmeere gemessene Wert [12].

Am Mittwoch vor dem Meilenstein war der Durchschnitt auf 21,17 C gesunken. Das lag noch 0,79 C über dem Mittel von 1991 bis 2020. Es lag außerdem 0,95 C über der Basislinie von 1982 bis 2010, nach Zahlen von Climate Central, die in Berichten über die Serie zitiert wurden [9].

Der Guardian berichtete am 24. August, ein sich schnell entwickelndes El Nino verstärke den Ausschlag. Die Zeitung beschrieb das Ereignis als das heißeste seit mindestens einem Jahrhundert [12]. Es hatte bereits geringe Monsunregen in Indien, schwere Waldbrände in Indonesien und erhöhte Brandgefahr in Australien gebracht [12].

Zachary Labe, Klimatologe bei Climate Central, nannte die Marke von 100 Tagen einen "symbolischen Marker". Seiner Ansicht nach zählt die genaue Zahl weniger als die Serie dahinter. "Eine Serie von 99 Tagen im Vergleich zu einer von 102 Tagen wird keinen großen Unterschied bei den Auswirkungen machen", sagte er [9].

Der Jahresrekord unter der Serie

Die Serie ist die Oberflächenspur einer langsameren, tieferen Messung. Eine am 9. Januar 2026 in Advances in Atmospheric Sciences veröffentlichte Studie maß die oberen 2.000 Meter des Ozeans. Sie ergab, dass diese Schicht 2025 23 Zettajoule mehr Wärme aufnahm als 2024 [2][3]. Das ist ein Anstieg um mehr als 43 % gegenüber den 16 Zettajoule, die im Jahr zuvor gemessen wurden [10][11].

Es war das neunte Jahr in Folge mit einem Rekord beim Wärmegehalt der Ozeane. Das ist die längste solche Folge im instrumentellen Messrekord [3][7][8]. Mehr als 50 Wissenschaftler von 31 Forschungseinrichtungen wirkten mit. Sie stützten sich auf Beobachtungsprodukte aus China, Europa und den Vereinigten Staaten [3][4].

Der Ozean nimmt mehr als 90 % der überschüssigen Wärme auf, die durch Treibhausgase gebunden wird [2][3][5].

Die Erwärmung verteilt sich nicht gleichmäßig. Etwa 16 % der globalen Ozeanfläche erreichten 2025 Rekordwerte beim Wärmegehalt. Rund ein Drittel gehörte zu den drei wärmsten Jahren [3][4]. Die tropischen Ozeane, der Südatlantik, der Nordpazifik und der Südliche Ozean erwärmten sich am schnellsten [3][4].

Über den längeren Zeitraum beziffert die Übersicht von Carbon Brief den Anstieg des Wärmegehalts der Ozeane seit den 1940er Jahren auf rund 500 Zettajoule [1].

Wärme, die als Wetter zurückkehrt

Wärmeres Oberflächenwasser bringt mehr Wasserdampf in die Luft. Die Studie von 2025 brachte das mit konkreten Ereignissen in Verbindung: weitreichende Überschwemmungen in weiten Teilen Südostasiens, Dürre im Nahen Osten und Überschwemmungen in Mexiko und im Pazifischen Nordwesten [4].

Die SturmListe von 2025 umfasst Hurrikan Melissa, die Tropischen Zyklone Senyar und Ditwah sowie Taifune in Vietnam und auf den Philippinen [5]. Es war außerdem erst das zweite Jahr in der aufgezeichneten Geschichte mit mindestens drei Hurrikanen der Kategorie 5 im Atlantikbecken [2].

Die marinen Hitzewellen haben sich ebenfalls verlängert. Samantha Burgess vom Copernicus Climate Change Service der EU sagte, die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen sei weltweit seit den frühen 1990er Jahren auf mehr als das Dreifache gestiegen [12]. Fast die Hälfte der marinen Hitzewellen seit 2000 wäre ohne den Klimawandel nicht aufgetreten, so eine Studie vom März 2025. Mehr als 80 % des Ozeans erlebten in der ersten Hälfte von 2026 eine Hitzewelle [9].

Die Riffe tragen die Kosten. Ein Bericht von 2025 ergab, dass 80 % der Warmwasserkorallenriffe beispiellose Hitzewellen, Bleiche und Absterben erlitten [2]. Wärmeres Wasser erhöht auch den Meeresspiegel durch thermische Ausdehnung, stellte die Studie von 2025 fest [4][12].

Der Ozean ist nicht nur eine Wärmesenke. Der Bericht State of the Global Climate der World Meteorological Organization stellt fest, dass er im vergangenen Jahrzehnt 29 % der Kohlendioxidemissionen aus menschlichen Aktivitäten aufgenommen hat. Das macht das Meerwasser saurer und erschwert kalkbildendem Plankton und Korallen den Aufbau ihrer Schalen [5].

Die Zahlen und wo sie voneinander abweichen

Dreiundzwanzig Zettajoule lassen sich schwer im Kopf behalten, deshalb übersetzen die Studien sie. Das entspricht etwa 37 Jahren des globalen Primärenergieverbrauchs auf dem Niveau von 2023, rund 620 Exajoule pro Jahr [3][4]. Die Synthese von Carbon Brief setzt denselben jährlichen Zuwachs mit dem 39-Fachen des gesamten jährlichen menschlichen Energieverbrauchs an [1]. Live Science und ScienceAlert geben ihn als 12 Hiroshima-Bomben wieder, die jede Sekunde im Ozean detonieren [5][7].

Die Übersetzungen unterscheiden sich, weil die Vergleiche sich unterscheiden, nicht weil die Wärmemessung es tut. Die Datensätze hinter der Zahl zum Wärmegehalt der Ozeane weisen auf denselben Rekord von 2025 hin [3][4].

Die Oberflächentemperatur ist unübersichtlicher. Die globale durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur lag 2025 auf dem drittwärmsten Rang der Aufzeichnung, etwa 0,5 C über dem Mittel von 1981 bis 2010. Sie lag unter 2023 und 2024, als El Nino von La Nina abgelöst wurde [3][4].

Auch beim Höhepunkt im August 2026 weichen die beiden wichtigsten Datensätze voneinander ab. Copernicus verzeichnete 21,10 C am 22. August, der Climate Reanalyzer 21,24 C am 23. August [9].

Wie es weitergeht

Labe sagte, Rekordtemperaturen dürften "angesichts des Zustands des sich verstärkenden El Nino" wahrscheinlich erhöht bleiben [10][11]. Das ist die offene Frage. Niemand hat getrennt, wie viel der Hitze von 2026 auf das El Nino entfällt und wie viel auf den Trend darunter. Beides liegt übereinander.

Der Trend selbst wird steiler. Das Tempo der Ozeanerwärmung hat sich zwischen 1960-2005 und 2005-2025 verdoppelt [9].

Für den Oberflächenrekord erwartet Carbon Brief, dass 2026 bei etwa 1,4 C über dem vorindustriellen Niveau liegen wird. Damit läge es zwischen dem zweit- und viertwärmsten Jahr der Aufzeichnung [1]. Zum Vergleich: 2025 lag der Durchschnitt über acht unabhängige Datensätze bei etwa 1,44 C, als das Jahr den zweiten oder dritten Platz belegte [1].

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Quellen

33
  1. 01Record ocean heat persists for 100 days as El Nino intensifiesEN
  2. 02Global ocean breaks records with 100 days of heat as El Nino adds new threatEN
  3. 03How 100 days of record ocean heat is reshaping life in and around the seasEN
  4. 04World's oceans hit hottest temperature on record in AugustEN
  5. 05The ocean absorbed a stunning amount of heat in 2025EN
  6. 06The Oceans Were Hotter Than Ever in 2025EN
  7. 07Ocean temperatures reached a 'record high' last yearEN
  8. 08World Meteorological Day: Ocean Heat Breaks Record, Scientists WarnEN
  9. 09Last year, the oceans absorbed a record-breaking amount of heatEN
  10. 10Earth's Oceans Just Hit A Record Heat Level, And It's Fueling Extreme WeatherEN
  11. 11State of the climate: 2025 in top-three hottest years on record as ocean heat surgesEN
  12. 122025 set to be second or third warmest year on record, continuing exceptionally high warming trend - World Meteorological Organization WMOEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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