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Polens Inflation fällt im Oktober auf 3,5 Prozent dank befristeter Kraftstoffsteuersenkung

Polens vorläufiger Verbraucherpreisindex fiel im Oktober auf 3,5 Prozent im Jahresvergleich, nach 4,1 Prozent im September und unter den erwarteten 3,7 Prozent, wie TradingPedia am 2. November berichtete. Den größten Teil des Rückgangs verursachte eine befristete Kraftstoffsteuersenkung, nicht eine breite Disinflation.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 19
Polens Inflation fällt im Oktober auf 3,5 Prozent dank befristeter Kraftstoffsteuersenkung

Für Kreditnehmer mit Zloty-Hypotheken und variabel verzinsten Krediten bedeutet das praktisch mindestens einige weitere Monate bei einem Referenzzins von 3,75 Prozent. Offen ist, ob die befristete Kraftstoffsteuersenkung verlängert wird.

Ein Rückgang der Gesamtrate, der auf einer Steuersenkung beruht

Der Rückgang sah nach einem klaren Sieg gegen die Inflation aus. Er liegt zugleich genau an der Obergrenze des NBP-Ziels von 2,5 Prozent plus oder minus einem Prozentpunkt. Nach der saisonbereinigten Messung der Commerzbank sank das Preisniveau jedoch um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Preise für Kraftstoffe im Personenverkehr fielen um 9,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ihr geschätzter Beitrag zur Jahresinflation sank damit um 0,8 Prozentpunkte. Der Commerzbank-Analyst Tatha Ghose nannte den Wert als Signal für die zugrunde liegende Inflation höchst irreführend. Er spiegele einen befristeten steuerlichen Eingriff wider, keine echte Disinflation. Die Maßnahme soll derzeit zum Jahresende auslaufen. Ghose erwartet, dass sie wahrscheinlich verlängert wird.

Die Verbesserung ist also weitgehend arithmetisch.

Kernrate und Löhne bleiben ruhig

Unter dem Kraftstoffrauschen dürfte die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie im Oktober nach Angaben von ING unter 3 Prozent gefallen sein. Der MPC stellte in seiner November-Erklärung einen Rückgang der Kerninflation im Oktober fest. Das Lohnwachstum ist der größere Anker. Der Mindestlohn steigt 2027 um 3 Prozent. Das ist das zweite Jahr in Folge mit diesem Tempo, nach Anstiegen von rund 20 Prozent in 2023-24. Das ING-Modell zeigt einen günstigen Kernpfad, sobald der Energieschock irgendwann 2027 ausläuft. Der gedämpfte Lohnanstieg hält ihn niedrig. Das gibt dem Rat Spielraum zum Abwarten.

Der Kraftstoffschock, der vorausging

Der Rückgang im Oktober kehrt einen Preissprung um, der Mitte des Sommers eintrat. Kraftstoff verursachte fast die gesamte Beschleunigung des Verbraucherpreisindex im Juli auf 3,0 Prozent im Jahresvergleich, nach 2,5 Prozent im Juni. Der reguläre Mehrwertsteuersatz von 23 Prozent auf Kraftstoff kehrte zurück, nachdem er befristet bei 8 Prozent gelegen hatte. Die Preisobergrenze wurde Anfang Juli aufgehoben. Die Einzelhandelspreise für Benzin und Diesel stiegen um 15,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die jährliche Kraftstoffinflation sprang auf 7,0 Prozent, nach 1,3 Prozent im Juni.

Citi Handlowy prognostizierte, dass die Inflation bis Dezember 3,5 Prozent überschreiten würde, die Obergrenze des Toleranzbands. Sie erreichte diesen Wert bereits im September, bei 4,1 Prozent.

Die Bank warnte zudem, dass ein weiterer Anstieg der Öl- und Kraftstoffpreise die Jahresrate über 4 Prozent treiben könnte.

Was der Rat damit macht

Die NBP beließ den Referenzzins im November bei 3,75 Prozent. Der MPC wiederholte die letzten beiden Absätze seiner Oktober-Erklärung ohne Änderungen. Seine Liste der Risikofaktoren blieb unverändert: Finanzpolitik, regulierte Energiepreise, Konjunkturausblick und Lohnwachstum.

Die November-Projektion setzte den Verbraucherpreisindex für 2027 auf rund 4,2 Prozent und für 2028 auf rund 2,9 Prozent, gegenüber 2,7 Prozent und 2,2 Prozent in der Juli-Projektion. Das ist eine deutliche Anhebung des Pfads für das kommende Jahr.

Einige Ratsmitglieder hatten sich bereits bewegt. Ludwik Kotecki erwartete im Oktober eine Diskussion über Zinserhöhungen. Er sah in den November-Projektionen die Grundlage für eine oder zwei Erhöhungen um 25 Basispunkte. Das würde gelten, wenn sie für das kommende Jahr eine Inflation über 4 Prozent zeigten, merkte die Commerzbank am 7. Oktober an. ING erwartet keine Änderung bei der Dezember-Sitzung und kumuliert 50 Basispunkte an Erhöhungen im ersten Quartal 2027. Die Commerzbank erklärte, der schwächere Oktober-Wert werde die Straffung wahrscheinlich verzögern, begründe sie aber nicht hinfällig. Sie erwartet, dass der Zloty weiter schwächer abschneidet.

Was als Nächstes passiert

Die Strom- und Gastarife für 2027 sollen Mitte Dezember bekannt gegeben werden. Große Erhöhungen könnten den gesamten Inflationspfad anheben.

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Quellen

19
  1. 01Polish Inflation Surprise Seen Pushing Back NBP Rate Hikes - TradingPediaEN
  2. 02National Bank of Poland: Policy on extended hold - ING - FXStreetEN
  3. 03National Bank of Poland holds rates despite higher 2027 inflation forecast - ing thinkEN
  4. 04Poland's economy resilient to Middle East woes - ing thinkEN
  5. 05Fuel Price Surge Could Push Polish Inflation Above 3.5% by Year-End, Citi Says - CEO MagazynEN
  6. 06CEE & CCA week ahead: central bank meetings in Poland, Czech Republic and CCA - ing thinkEN
  7. 07Polish Zloty: NBP cautious as inflation overshoots - Commerzbank - FXStreetEN
  8. 08Poland keeps rates at 3.75% as inflation pressure stays moderate - CEO MagazynEN
  9. 09National Bank of Poland preview: May inflation gives time to assess oil shock - ing thinkEN
  10. 10Poland’s central bank president: Inflation on target, but rate hike risks have risen - ing thinkEN
  11. 11Poland’s CPI rises in April due to higher core inflation - ing thinkEN
  12. 12NBP cuts rates by 25 basis points as disinflation outweighs geopolitical uncertainty - xyz.plEN
  13. 13NBP monetary council keeps interest rates unchangedEN
  14. 14NBP: current interest rates are goodEN
  15. 15Poland leaves interest rates unchangedEN
  16. 16Poland leaves interest rates intactEN
  17. 17NBP: with energy prices frozen, CPI inflation in ‘25 will be 4.3%EN
  18. 18Inflation-linked savings bonds: Poland vs. all 195 countriesEN
  19. 19 Decisions taken by the Governing Council of the ECB (in addition to decisions setting interest rates)EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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