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Erste Teilnehmerin in Kongos Tumaini-Studie gegen Ebola geimpft

Die erste Teilnehmerin der Tumaini-Studie zu einem Ebola-Impfstoff in Kongo wurde am 26. Oktober in Bunia geimpft, wie Ärzte ohne Grenzen mitteilte. Damit beginnt der erste Test, ob Impfstoffe vor dem Bundibugyo-Virus schützen können.

GesundheitNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 10
Erste Teilnehmerin in Kongos Tumaini-Studie gegen Ebola geimpft

Die Studie Tumaini der Phase 2/3 nahm am 23. Oktober in Bunia in der Provinz Ituri die ersten Teilnehmer auf. Ärzte ohne Grenzen teilte mit, die erste Teilnehmerin sei am 26. Oktober geimpft worden. Die Forschungsabteilung der Organisation, Epicentre, ist an der Studie beteiligt. Tumaini heißt auf Swahili Hoffnung.

Die Studie nutzt eine adaptive Plattform, mit der sich mehrere Impfstoffkandidaten gleichzeitig prüfen lassen. Sie ist als Ringimpfung angelegt: Geimpft werden Menschen, die in den vorangegangenen 21 Tagen Kontakt zu einer Person hatten, bei der die Bundibugyo-Krankheit neu bestätigt wurde. Die Allgemeinbevölkerung gehört nicht dazu. Nach dem von HNGN beschriebenen Studiendesign wird jeder Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip entweder einem Impfstoffkandidaten oder der Standardversorgung zugeteilt, am ersten Tag das eine und am 29. Tag das andere. Schwangere und Kinder ab 12 Jahren sind eingeschlossen. Für den Ervebo-Arm sind Kinder ab 1 Jahr teilnahmeberechtigt.

Zunächst erhalten die Teilnehmer Ervebo, den zugelassenen Impfstoff gegen den Zaire-Stamm von Ebola. Ob Ervebo gegen Bundibugyo schützt, weiß niemand. Die WHO hat betont, dass die Prüfung von Ervebo kein Beleg dafür ist, dass es gegen diesen Stamm wirkt. Die von ihren Impfstoffberatern angeführten Laborstudien zeigten nur ein niedriges Niveau kreuzreagierender Antikörper. Damit ist die Studie der erste echte Test, ob eine Impfung helfen kann, diesen Ausbruch einzudämmen.

Warum Bundibugyo anders ist

Bundibugyo ist eine andere Ebola-Spezies als Zaire. Ervebo und die zugelassenen Antikörperbehandlungen wurden für Zaire entwickelt. Für das Bundibugyo-Virus gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Das Gesundheitspersonal behandelt die Patienten nach ihren Symptomen, wie Medical Daily berichtete. Die WHO erklärte den Ausbruch im Mai zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite.

Die Bilanz

Die am Montag veröffentlichten Daten der Africa CDC zählten 10.444 bestätigte Fälle und 5.376 Todesfälle, davon 5.372 in Kongo sowie je zwei in Kenia und Uganda. Die Behörde gab die Sterblichkeitsrate mit über 50 Prozent an. Die U.S. CDC bezeichnet den Ausbruch als den zweitgrößten Ebola-Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen, hinter der Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016, die etwa 28.600 Fälle und mehr als 11.000 Todesfälle verursachte.

Die Gesamtzahlen der Behörden weichen wegen unterschiedlicher Meldedaten und Erfassungsbereiche voneinander ab. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten meldete bis zum 26. Oktober 10.141 bestätigte Fälle und 4.928 Todesfälle in Kongo. Die U.S. CDC zählte mit Stand vom 28. Oktober 10.305 Fälle und 4.996 Todesfälle in allen betroffenen Ländern. Der Generaldirektor der Africa CDC, Jean Kaseya, nannte separat 10.172 Fälle, 4.932 Todesfälle und eine Sterblichkeitsrate von 48,5 Prozent. Kongos eigene Zählung lag mit Stand vom 21. August bei 5.458 bestätigten Fällen und 2.606 Todesfällen. Beide Gesamtzahlen haben sich damit in rund zehn Wochen etwa verdoppelt.

Etwa 80 Prozent der neuen Fälle treten nach Angaben der Africa CDC außerhalb der Kontaktketten auf, die die Einsatzkräfte überwachen. Die Antwortdaten von WHO und Africa CDC zeigen 2.705 bestätigte Fälle bei Kindern bis 17 Jahre, darunter 1.345 unter fünf Jahren. Save the Children teilte mit, die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren liege bei 72 Prozent.

Wie es weitergeht

Zwei experimentelle Bundibugyo-Impfstoffe sollen nach behördlichen Zulassungen und Empfehlungen der WHO in die Studie aufgenommen werden. Es handelt sich um ChAdOx1 BDBV von der University of Oxford und mRNA-1469 von Moderna. Der Oxford-Impfstoff läuft seit Juli in einer Phase-1-Studie, der Moderna-Kandidat seit August in Kanada in Phase 1. Beide befinden sich noch in der Sicherheitsphase. Ein nachgewiesenes Mittel gegen diesen Stamm ist damit Monate oder länger entfernt, wie HNGN berichtete.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Studie werde zeigen, ob einer der für Bundibugyo entwickelten Impfstoffkandidaten wirkt. Der erste geprüfte Kandidat ist Ervebo, um zu sehen, ob sich der Schutz gegen Zaire auf Bundibugyo erstreckt, wie HNGN berichtete.

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Quellen

10
  1. 01Ebola Vaccine Trial Begins as Congo Outbreak Deaths Rise - EMJEN
  2. 02Ebola Deaths Pass 5,300 as Outbreak Reaches Kenya and NigeriaEN
  3. 03Ebola disease outbreak 2026: How MSF is responding - Doctors Without BordersEN
  4. 04Africa CDC revises latest Ebola outbreak toll to over 5,300 - Daily SabahEN
  5. 05Ebola outbreak tops 10,000 cases as global health concerns grow - Türkiye TodayEN
  6. 06Efforts to contain Ebola outbreak intensify as cases surpass 10,000 - China DailyEN
  7. 07Congo Ebola Deaths Top 5,000 as 80% of New Cases Emerge Outside Tracked Contacts - Medical DailyEN
  8. 08Ebola outbreak kills more than 5,000 in DR Congo - Sharjah24EN
  9. 09African health ministers urge enhanced readiness, solidarity as Ebola outbreak escalates - The Eastleigh VoiceEN
  10. 10Filovirus (Ebola) Outbreak Response Unit - ANRS Maladies infectieuses émergentesEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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