Wo die Chipfertigung wirklich steht und was sie ausbremst
Die Chipkapazität wächst auf drei Kontinenten gleichzeitig. Die wichtigsten Zahlen sind klein: 13 Prozent für die Verpackung in Malaysia, 18 Prozent für die Montage von Telefonen in Indien und eine Kleinstadt in North Carolina, die den Großteil des weltweiten Quarzes höchster Reinheit liefert.

Drei Geschichten aus den vergangenen zwei Jahren erklären mehr über Chipkapazität als jede Prognose. Eine ist eine Geschichtsstunde, eine ist eine politische Wette, eine ist eine Warnung an die Lieferkette.
Zuerst die Geschichte. IEEE Spectrum berichtete im Dezember 2024 über ein IBM-Projekt namens SWIFT, das Manager Bill Harding leitete. Das Projekt fertigte integrierte Schaltkreise in weniger als einem Tag. Laut dem Bericht brauchte SWIFT im Schnitt 5 Stunden pro Fertigungsschicht. Die schnellsten modernen Fabs brauchen 19 Stunden pro Prozessschicht, der Branchendurchschnitt liegt bei 36 Stunden. Das sind die Zahlen, die der Artikel nennt, und er ist vorsichtig mit dem Vergleich. Heutige Chips haben mehr Schichten und größere Wafer, was die Lücke nicht ganz schließt. Es geht nicht um Nostalgie. Eine vollautomatische Linie wurde vor 54 Jahren vorgeführt, und der damals erreichte Durchsatz wurde seither nicht wieder erreicht.
Jetzt die Politik.
TechCrunch berichtete am 15. Juli 2026, dass Indien ein Programm zur Telefonfertigung über 625.000.000.000 Rupien genehmigt hat, rund 6.500.000.000 Dollar. Es läuft fünf Jahre und zahlt Anreize von 2,25 bis 5 Prozent auf förderfähige Umsätze, dazu 1,5 Prozent für lokale Beschaffung und 3 Prozent für Produktdesign. Neu-Delhi legte 1.280.000.000.000 Rupien nach, rund 13.300.000.000 Dollar, für die Halbleiterfertigung im Land. Damit wird ein Programm über 10.000.000.000 Dollar ausgeweitet, das 2021 startete. Der Kontext ist ernüchternd. Zahlen von Counterpoint Research aus demselben Artikel setzen China 2025 auf 63 Prozent der weltweiten Smartphone-Produktion und Indien auf 18 Prozent. Apple baut seit 2017 iPhones in Indien zusammen, und etwa 25 Prozent seiner iPhones entstehen inzwischen dort.
Dann ist da der Engpass, den niemand per Gesetz beseitigt.
Tom's Hardware berichtete am 1. Oktober 2024, dass Hurrikan Helene Spruce Pine in North Carolina traf. In der Stadt liegen die einzigen Minen für ultrareines Quarz der Welt, betrieben von Sibelco North America und The Quartz Corp. Der Sturm brachte über zwei Fuß Regen und schnitt die Straßenzufahrt ab. The Quartz Corp sagte The Verge, es sei zu früh, um Schäden an der Produktionsanlage zu bewerten, heißt es in dem Artikel, und Sibelco soll den Betrieb ausgesetzt haben. Quarz höchster Reinheit wird für Tiegel gebraucht, in denen geschmolzenes Silizium beim Ziehen der Ingots gehalten wird.
Wie eng ist diese Abhängigkeit? Brian Potter prüfte die Behauptung im November 2024 in Construction Physics und fand sie teilweise richtig. Spruce Pine produziert Schätzungen zufolge 180.000 bis 200.000 Tonnen Quarz höchster Reinheit pro Jahr, von zwei Firmen. Quarztiegel sind für den größten Teil der Halbleiterfertigung nötig, und die Stadt ist der Ort, aus dem der größte Teil des Quarzes kommt, schrieb er. Er merkt aber auch an, dass es Alternativen gibt, die nach seinen Worten noch nicht entwickelt, nicht ganz so gut und nicht ganz so billig sind. Ein Ausfall der Lieferung würde geringere Ausbeuten und höhere Kosten bedeuten, keinen völligen Stillstand.
Noch ein Datenpunkt. Texas Instruments teilte am 24. Oktober 2024 mit, dass es die Produktion von GaN-Leistungshalbleitern in seinem Werk in Aizu, Japan, aufgenommen hat, neben Dallas. Der Schritt vervierfacht die eigene GaN-Kapazität. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben bis 2030 mehr als 95 Prozent seiner Chips selbst fertigen. Kapazität wird also auch Werk für Werk dazugekauft.
Quellen
5- 01The Forgotten Story of How IBM Invented the Automated FabEN
- 02India bets billions on breaking China's grip on smartphone manufacturingEN
- 03Hurricane Helene devastates quartz mines critical for worldwide semiconductor manufacturingEN
- 04Does All Semiconductor Manufacturing Depend on Spruce Pine Quartz?EN
- 05Texas Instruments expands internal manufacturing for gallium nitride (GaN) semiconductors, quadrupling capacityEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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