Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

AMD peilt im vierten Quartal 17 Milliarden Dollar an, Intels PC-Warnung bleibt

AMD hat am 3. November für das vierte Quartal einen Umsatz von 17 Milliarden Dollar plus oder minus 3 Prozent in Aussicht gestellt. Analysten hatten 16,3 Milliarden Dollar erwartet. Die Aktie legte im späten Handel rund 7 Prozent zu.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 23
AMD peilt im vierten Quartal 17 Milliarden Dollar an, Intels PC-Warnung bleibt

Die Prognose kam nach einem rauen Monat für die Aktie. Seit dem Vormonat war der Kurs von AMD nach Angaben von LYNX Equity Strategies um rund 30 Prozent gefallen.

Für PC-Käufer heißt das praktisch: Die Preise für Komplettsysteme bleiben hoch. Intel zufolge hält die Schwäche im Client-Geschäft mindestens bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 an. Auch der Preisdruck beim Speicher bleibt laut Intel bis 2027 bestehen. Für AMD-Anleger ist die Frage, ob das Rechenzentrumsgeschäft ein Client-Geschäft überholen kann, das der Rivale gerade abgeschrieben hat. Auf das Rechenzentrumsgeschäft entfielen 58 Prozent des Umsatzes im zweiten Quartal. Aus der Prognose geht nicht hervor, welcher Anteil auf Instinct-Beschleuniger statt auf EPYC-Serverprozessoren entfällt.

AMD liegt über den Erwartungen der Wall Street

Die Prognose für das vierte Quartal lag bei 17 Milliarden Dollar, plus oder minus 3 Prozent. Die durchschnittliche Analystenschätzung hatte bei 16,3 Milliarden Dollar gelegen.

Vor der Vorlage rechnete die Wall Street mit einem Gewinn von 1,95 Dollar je Aktie nach 1,20 Dollar im Vorjahr. Der Umsatz sollte bei rund 13 Milliarden Dollar liegen. Das wären etwa 41 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr gewesen, bei einer bereinigten Bruttomarge von knapp 56 Prozent, unverändert zum Vorquartal. AMD hatte diese Umsatzmarke mit einer Toleranz von 300 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

Die Vergleichsbasis ist ein Rekord im zweiten Quartal. Der Umsatz stieg um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz im Rechenzentrum verdoppelte sich auf mehr als 6,7 Milliarden Dollar, und dieses Segment machte rund 58 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die Zusagen hinter der KI-Sparte sind groß. OpenAI und Meta Platforms haben jeweils 6 Gigawatt AMD Instinct GPUs gezeichnet. Anthropic hat bis zu 2 Gigawatt gezeichnet. AMD steckt im Rahmen dieser Vereinbarung bis zu 5 Milliarden Dollar in Anthropic.

Die Client-Hälfte des Portfolios

Intels Client Computing and Physical AI Group meldete für das Septemberquartal 8,1 Milliarden Dollar Umsatz, 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Für das Dezemberquartal stellte das Unternehmen 15 Milliarden bis 16 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll bei 38 Prozent liegen, nach 44,1 Prozent.

Intels Finanzchef David Zinsner sagte, die PC-Schwäche dürfte mindestens bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 anhalten. Intel machte branchenweite Speicherengpässe verantwortlich, die die Systemkosten treiben und die Nachfrage dämpfen. Darin liegt der Dreh- und Angelpunkt zwischen den beiden Hälften des Chipgeschäfts. Speicherpreise treiben SK Hynix nach oben und drücken auf die PC-Stückzahlen.

AMD schloss am Freitag bei 504,80 Dollar, ein Minus von 10,88 Prozent, nach dem Ausblick von Intel. Intel verlor 28,6 Prozent, der Philadelphia Semiconductor Index büßte mehr als 7 Prozent ein.

Speicher bestimmt den Preis für alles andere

SK Hynix meldete für das Quartal von Juli bis September einen Betriebsgewinn von 83,3 Billionen Won nach 11,4 Billionen Won im Vorjahr. Der Umsatz lag bei 104,6 Billionen Won, ein Plus von rund 328 Prozent. Das ergab eine Betriebsmarge von 80 Prozent, die Aktie stieg um mehr als 9 Prozent.

Das Unternehmen teilte mit, die DRAM-Kapazität sei bis 2029 ausverkauft. Außerdem hält es den Engpass bei KI-Speicher bis 2030 für anhaltend. Die Nachfrage reicht inzwischen über Cloud-Anbieter hinaus bis zu Unternehmen, Robotik und autonomem Fahren. Morningstar schätzt, dass HBM4 um 50 Prozent teurer ist als HBM3E. Der Analyst Srini Pajjuri von RBC Capital Markets sieht einen glaubwürdigen Weg, auf dem der Zyklus um weitere fünf Quartale verlängert werden kann.

Speicher ist inzwischen der ausschlaggebende Faktor bei der Preisgestaltung von Systemen. Die Client-Prognose von Intel und die Margen von SK Hynix sind zwei Enden desselben Geschäfts.

SK Hynix kündigte für 2026 Aktionärsrückzahlungen von rund 100 Billionen Won an, umgerechnet etwa 75 Milliarden Dollar. Finanziert werden sie aus Gewinnen und Erlösen aus der Beteiligung an Kioxia.

Intels geteilter Bildschirm

Das andere Intel wächst schnell. Der Umsatz der Gruppe Data Center and AI stieg um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Das war das stärkste Wachstum in diesem Geschäft seit 15 Jahren. Das operative Ergebnis des Segments lag bei 3,0 Milliarden Dollar, eine Marge von 41,5 Prozent.

Engpässe bei Substraten begrenzten, wie viele Serverprozessoren Intel ausliefern konnte. Diese Einschränkung dürfte bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 reichen. Jeder Serverchip, den Intel nicht liefern kann, ist ein Auftrag, um den AMD konkurrieren kann. Das Rechenzentrumsgeschäft war im vergangenen Quartal bereits mehr als doppelt so groß wie das Client-Geschäft von AMD. Der Foundry-Umsatz stieg um 58 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, doch das Segment verbuchte weiterhin einen operativen Verlust von 1,9 Milliarden Dollar. Auf GAAP-Basis sank der auf Intel entfallende Nettogewinn um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar oder 0,60 Dollar je verwässerter Aktie, nach 4,1 Milliarden Dollar oder 0,90 Dollar. Intel schloss im Quartal außerdem eine öffentliche Aktienemission über 23 Milliarden Dollar ab. Das Unternehmen kündigte Pläne an, die Quantensoftware-Plattform Classiq zu übernehmen.

Was zu beobachten ist

Die Hardware hinter den KI-Zusagen von AMD ist Helios. Das Rack fasst 72 Instinct MI455X Beschleuniger und EPYC-Prozessoren in 18 Compute-Trays mit 31 Terabyte HBM4-Speicher. Die Serienauslieferung begann im September.

Das erste Gigawatt der von Anthropic zugesagten Kapazität ist für die erste Hälfte des Jahres 2027 vorgesehen. AMDs Serverchip Venice ist das erste Hochleistungsrechenprodukt, das bei TSMC im 2-Nanometer-Verfahren in Serie gefertigt wird. Die Fertigungsbasis liegt in Taiwan. Das Tempo beim Aufbau von Helios hängt ebenso von Wafer- und Verpackungskapazitäten ab wie von der Umsetzung bei AMD.

LYNX Equity Strategies erklärte, es würde nicht überraschen, wenn sich der Ausblick von AMD auf 70 Prozent Wachstum bei Server-CPUs für 2027 als konservativ erweise.

Dieselbe Notiz nannte den bevorstehenden Börsengang von Anthropic als mögliche Belastung für die Aktie. Vorerst gilt die Prognose, und Intels PC-Warnung gilt mit ihr.

Kommentare 0

Quellen

23
  1. 01AMD Faces Earnings Test as Intel's PC Warning Erases 11% of Chipmaker's ValueEN
  2. 02US chipmaker Intel posts 21% revenue jump in Q3 on data center demandEN
  3. 03CHIPMAKER PROFITS: South Korea's SK Hynix Announces Record Earnings And $75 Billion Shareholder ReturnsEN
  4. 04AMD forecast exceeds estimates after AI chip demand soarsEN
  5. 05AMD gets bullish pre-earnings call from Lynx as server CPU demand acceleratesEN
  6. 06SK Hynix Earnings: We Raise Fair Value Estimate on Strong AI Memory DemandEN
  7. 07Intel Q3 2026 Earnings Data Center Soars While PC Faces Memory PressureEN
  8. 08SK Hynix profit jumps 632%, memory chipmaker sees shortage lasting until 2030EN
  9. 09Overshoot Demands a New Era of Adaptation, Loss & Damage, and Climate JusticeEN
  10. 10Palantir sinks after earnings as analysts point to slowdown in total contract valueEN
  11. 11Intel Lost Nearly 29% in One Day. Why Can a Chipmaker Collapse While AI Demand Is Booming? - CoinpaperEN
  12. 12Korea Zinc eyes semiconductor sulfuric acid boom as chipmakers post record earnings - 헤럴드경제EN
  13. 13Hybrid wind-solar-battery plants can power Kazakhstan’s demand growthEN
  14. 14Electric trucks hit 50% of China’s heavy truck sales, diesel demand fallsEN
  15. 15Marvell Snaps Photonics Chipmaker Lumentum to Bolster AI ConnectivityEN
  16. 16Record Demand Catches (Some) OEMs with Their Pants Down — Europe September 2026EN
  17. 17Podcast: Rivian earnings, Waymo partners with Toyota, Ford bets on V2H for Fathom, and moreEN
  18. 18Big Oil Cashes in on Trump Campaign Investment, Doubles Earnings Compared to Last YearEN
  19. 19Rivian (RIVN) Q3 2026 earnings: revenue up 38%, R2 now its best-sellerEN
  20. 20Ask on Demand: Targeted Peer Communication for Parallel Agentic SystemsEN
  21. 21China’s optical suppliers extend sell-off as fears of slower AI growth trump upbeat earningsEN
  22. 22Chinese AI chipmaker Iluvatar CoreX says new GPU matches Nvidia’s H200 as chip gap closesEN
  23. 23LaLiga president Tebas demands Man City ‘justice’ over Premier League chargesEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.