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Bull und Schwarz Digits unterzeichnen MoU für einen europäischen KI-Cloud-Stack

Bull und Schwarz Digits haben am 3. November eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie soll einen europäischen KI- und Cloud-Stack aufbauen, von Servern aus Angers bis zu Software, die über den STACKIT Marketplace verkauft wird. Die Vereinbarung ist unverbindlich, einen Wert oder Liefertermin nennt sie nicht.

WeltNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
Bull und Schwarz Digits unterzeichnen MoU für einen europäischen KI-Cloud-Stack

Eine deutsch-französische Absichtserklärung, vorgestellt in Berlin

Bull und Schwarz Digits kündigten die Absichtserklärung am Dienstag beim Digital Summit der Bundesregierung 2026 in Berlin an. Schwarz Digits ist die IT- und Digital-Sparte der Schwarz Gruppe, der Muttergesellschaft der Supermarktketten Lidl und Kaufland.

Nach dem Plan bringt Schwarz Digits seine STACKIT-Cloud ein. Bull steuert seine Erfahrung mit KI und High-Performance-Computing in großen Projekten bei. Der erklärte Umfang reicht von Servern bis zur Softwareplattform und der Appliance-Umgebung. „Gemeinsam zeigen wir, dass Europa Spitzeninnovation ganz zu seinen eigenen Bedingungen liefern kann“, sagte Bernie Wagner, Chief Revenue Officer von Schwarz Digits.

Emmanuel Le Roux, Vorstandsvorsitzender von Bull, sagte, die Partnerschaft trage zum Aufbau einer souveränen digitalen Infrastruktur in Europa bei. Sie spiegele das Engagement des Unternehmens für ein widerstandsfähiges und wettbewerbsfähiges europäisches Ökosystem.

Server aus Angers, Software über STACKIT

Die Server sollen im Bull-Werk in Angers in Frankreich gebaut werden. Das Werk produziert KI-Systeme im Rack-Maßstab, die Server sollen die Direktflüssigkeitskühlung des Unternehmens nutzen. Die BullSequana-AI-Plattform wird über den STACKIT Marketplace an Unternehmen und öffentliche Kunden verkauft. Die Unternehmen erklären, die Kombination solle Energieeffizienz und größere digitale Souveränität bringen.

Bulls Effizienzversprechen sind teils belegt. Im Juni belegten seine Systeme die ersten drei Plätze im Green500-Ranking der energieeffizienten Supercomputer, so das Unternehmen.

Bull baute außerdem den Supercomputer JUPITER in Deutschland, den das Unternehmen als den leistungsfähigsten Europas bezeichnet. Über diese ersten Schritte hinaus wollen die beiden Unternehmen Server auf Basis der Standards des Open Compute Project gemeinsam entwickeln. Sie planen zudem Arbeit an der SAP-RISE-Integration und an großen High-Performance-Computing-Projekten und wollen die Integration von Quantencomputing prüfen.

Die Nachfrageseite: regulierte Daten und ein konzentrierter Markt

Die Kooperation zielt auf regulierte und strategische Branchen. Sie soll sensible Daten, Infrastruktur und Betrieb unter europäischer Gerichtsbarkeit und Kontrolle halten. Das ist das kommerzielle Argument. Es richtet sich an Käufer, für die der Ort der Daten eine Beschaffungsbedingung ist und keine Vorliebe.

Die Marktkonzentration gibt dem Angebot seinen Nachdruck. Amazon, Microsoft und Google halten laut einem Bericht des NEC IISE rund zwei Drittel des weltweiten Cloud-Markts und etwa 70% des europäischen Markts. Derselbe Bericht argumentiert, Souveränität bedeute weniger den Ausschluss ausländischer Anbieter als deren Diversifizierung. Sie bedeute auch, rechtliche und operative Kontrolle zu behalten und die Möglichkeit zum Wechsel zu bewahren.

Die öffentliche Beschaffung ist bereits in Bewegung. Gov Digital, eine Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister in Deutschland, hat IONOS einen Auftrag für Filehosting und Kollaborationstools an Schulen in sechs Bundesländern erteilt, berichtete Cybernews. Die Plattform läuft in IONOS-Rechenzentren in Deutschland.

Schwarz Digits und Bull erklären, die Nachfrage nach souveräner Cloud wachse schnell. Sie verweisen auf geopolitische Entwicklungen, regulatorische Anforderungen und wirtschaftlichen Druck in Richtung größerer digitaler Souveränität. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte einen Tag vor der Ankündigung, Deutschland und Europa müssten ihre eigene KI schneller aufbauen.

Was noch nicht geklärt ist

Die Ankündigung ist eine Absichtserklärung, kein verbindlicher Liefervertrag. Keines der beiden Unternehmen hat gesagt, was die Kooperation wert ist oder wann Lieferungen beginnen sollen.

Die konkreten Punkte sind eng: die BullSequana-AI-Plattform auf dem STACKIT Marketplace und gemeinsam entwickelte OCP-Server. SAP-RISE-Integration, große HPC-Projekte und Quantenarbeit werden als beabsichtigt oder als Prüfauftrag beschrieben.

Worauf zu achten ist

Beide Unternehmen sagen, die anfängliche Zusammenarbeit solle Raum schaffen, um mit der Zeit in neue Bereiche gemeinsamer Innovation zu wachsen.

Keine Seite hat eine Preisliste, einen namentlich genannten Kunden oder einen Lieferplan für den gemeinsamen Stack veröffentlicht. Für die Ankunft der BullSequana-AI-Plattform auf dem STACKIT Marketplace gibt es kein veröffentlichtes Datum.

Die Gesetzgebung läuft parallel. Die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament hält am 18. November eine Anhörung zum Cloud and AI Development Act und zum Chips Act 2.0 ab. Zwei Panels behandeln Halbleiter und die Skalierung europäischer Cloud- und KI-Infrastruktur. Die Abgeordneten wollen daraus Erkenntnisse für die parlamentarische Arbeit an beiden Gesetzen ziehen.

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Quellen

28
  1. 01Bull and Lidl owner's Schwarz Digits team up on a European AI cloudEN
  2. 02Bull and Schwarz Digits, a Franco-German alliance for Europe's digital sovereigntyEN
  3. 03Bull and Schwarz Digits Sign MOU to Develop European AI InfrastructureEN
  4. 04Securing Europe's Digital and Industrial Future – a hearing on the Cloud and AI Development Act (CADA) and Chips Act 2.0EN
  5. 05Six German states can now choose a sovereign cloud in schoolsEN
  6. 06What if the cloud stopped one day? International trends in 'digital sovereignty' surrounding data and cloud infrastructureEN
  7. 07Digital sovereignty in practice: three examples of balancing control with global reach - SecurityBrief AustraliaEN
  8. 08DT and Telefónica win digital euro contracts in sovereignty drive - Telco TitansEN
  9. 09Matrix messaging platform emerges as digital sovereignty standard for European governmentsEN
  10. 10Personal Digital SovereigntyEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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