Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Chinas Erzeugerpreise steigen im September um 5 Prozent, so stark wie zuletzt im Juni 2022

Die Erzeugerpreise in China sind im September gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gestiegen, der stärkste Anstieg seit Juni 2022. Die Verbraucherpreise legten um 0,9 Prozent zu, wie das Nationale Statistikamt am 14. Oktober mitteilte.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 35
Chinas Erzeugerpreise steigen im September um 5 Prozent, so stark wie zuletzt im Juni 2022

Erzeugerpreise ziehen an

Der Index der Erzeugerpreise in China ist im September gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gestiegen, teilte das Nationale Statistikamt am 14. Oktober mit. Im August hatte der Anstieg 3,8 Prozent betragen. So stark wie zuletzt im Juni 2022 war die Teuerung auf der Produzentenebene nicht mehr, als der Index um 6,1 Prozent zulegte.

Der Wert lag über den 4,5 Prozent, die von Reuters befragte Ökonomen erwartet hatten. Die Verbraucherpreise stiegen langsamer: Der Index der Verbraucherpreise legte gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent zu, nach 0,8 Prozent im August und unter der Prognose von 1 Prozent aus derselben Umfrage.

Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie stieg um 1 Prozent und blieb damit gegenüber August unverändert. Gegenüber dem Vormonat legten die Erzeugerpreise um 1,2 Prozent zu, dreimal so stark wie die 0,4 Prozent im August, während die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent stiegen, nach 0,4 Prozent zuvor.

Die Lücke zu den Verbraucherpreisen

Der Abstand zwischen dem Jahreswachstum der Erzeuger- und der Verbraucherpreise weitete sich im September auf 4,1 Prozentpunkte aus, nach 3 Punkten im August. Das war der größte Abstand seit Mai 2022, wie Wind Info mitteilte. Analysten zufolge deutet die Lücke auf Gewinndruck in den mittleren und nachgelagerten Branchen hin, wo die schwache Nachfrage es schwer macht, höhere Kosten aus vorgelagerten Stufen weiterzugeben.

Su Jian, Direktor des Nationalen Zentrums für Wirtschaftsforschung der Peking-Universität, sagte, die Erwartungen der Haushalte an Einkommen und Beschäftigung hätten sich noch nicht deutlich verbessert. Anhaltend schwaches Einkommenswachstum könnte den Konsum belasten und die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft kurzfristig erhöhen, sagte er.

Was den Anstieg ausgelöst hat

Dong Lijuan, Statistikerin beim Nationalen Statistikamt, führte den Anstieg auf höhere Preise für internationales Rohöl und Nichteisenmetalle zurück. Auch der verstärkte Kohleeinkauf für die Winterheizung und vorübergehend knappe Vorräte in wichtigen Bergbauregionen hätten die Preise im Kohlebergbau und in der Kohleaufbereitung nach oben getrieben, sagte sie.

Nguyen Hoang Nam, China-Ökonom bei Capital Economics, sagte, ein großer Teil des Aufwärtsdrucks komme von Lieferstörungen bei Rohstoffen infolge des Konflikts im Nahen Osten. Besonders deutlich seien die Preise in der Kraftstoffverarbeitung, bei Chemikalien und bei Nichteisenmetallen gestiegen. Höhere Öl- und Rohstoffpreise durch Transportunterbrechungen, schlechtes Wetter und geopolitische Spannungen hätten den Kostendruck für Hersteller erhöht, doch die schwache Nachfrage habe die Weitergabe an die Verbraucher begrenzt, berichtete Reuters.

Energie schlug sich auch in den Verbraucherpreisen nieder. Benzinpreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 16,6 Prozent und trugen nach Angaben des Statistikamts etwa 0,47 Prozentpunkte zum Anstieg der Verbraucherpreise bei. Bei Nahrungsmitteln wirkte es in die andere Richtung: Schweinefleisch war 10 Prozent billiger, frisches Gemüse 8,1 Prozent. Zusammen senkten sie den Jahresanstieg der Verbraucherpreise um etwa 0,33 Prozentpunkte.

Schwache Nachfrage und politische Unterstützung

Die Ausgaben der Haushalte bleiben gedämpft, das Vertrauen der Privatwirtschaft ist trotz einer Reihe von Konjunkturmaßnahmen fragil, berichtete Reuters. Das verstärkt die Sorge, dass Chinas Erholung eher von Exporten als vom Konsum getragen wird. Peking hat zusätzliche 550.000.000.000 Yuan (82.150.000.000 US-Dollar) nicht genutzter Quoten für Kommunalanleihen für Infrastruktur und andere Ausgaben genehmigt, zusätzlich zu Maßnahmen wie Zuschüssen zu Hypotheken. Su schlug vor, die Mindestreservesätze der Banken zu senken und niedrigere Einlagenzinsen zu fördern. Das könnte Spielraum für günstigere Kredite schaffen und zugleich den Druck auf die Margen der Banken verringern.

Die Märkte bewegten sich kaum. Der Blue-Chip-Index Chinas fiel um 0,1 Prozent, der Shanghai Composite stieg um 0,1 Prozent.

Eine leichte Erholung der Nachfrage ging mit langsamerem Wachstum der Finanzierung und der Geldmenge einher. Die ausstehende aggregierte Sozialfinanzierung wuchs Ende September gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent, nach 7,2 Prozent Ende August, wie die People's Bank of China mitteilte. Die breite Geldmenge M2 stieg um 7,2 Prozent, nach 7,5 Prozent zuvor.

Wie es weitergeht

Zhou Hao, Chefökonom bei Guotai Junan International, sagte, eine zentrale Frage sei, ob die stärkere Industriedynamik nach und nach auf Beschäftigung, Einkommenswachstum und Verbrauchervertrauen durchschlägt. Verbessere sich diese Übertragung, könne sich die Kluft zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen von der Nachfrageseite her verringern und 2027 eine ausgewogenere und tragfähigere Erholung ermöglichen, sagte er.

Ming Ming, Chefökonom bei CITIC Securities, sagte, es bleibe unsicher, wie geopolitische Risiken die Ölpreise beeinflussen. Der Kohleeinkauf für den Winter könnte die Kohlepreise bis zum Jahresende stützen, und eine niedrige Vergleichsbasis könnte die Erzeugerpreise hoch halten, sagte er. Für den Rest des Jahres erwartet er eine Kernrate der Verbraucherpreise um 1 Prozent, gebremst durch das Tempo der Verbrauchernachfrage. Die Verbraucherpreise dürften weiter leicht steigen, sagte er, weil die Nahrungsmittelpreise unter dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Nguyen von Capital Economics erwartet, dass die Erzeugerpreise im kommenden Jahr wieder fallen.

Kommentare 0

Quellen

35
  1. 01China's factory gate prices rise in June amid brief Iran war respiteEN
  2. 02Sept PPI rises on energy surgeEN
  3. 03China's producer inflation hits four-year high as consumer price growth stays steadyEN
  4. 04China factory-gate inflation heats up as commodity costs rise, CPI lagsEN
  5. 05China factory-gate inflation heats up as commodity costs rise, CPI lags forecastsEN
  6. 06China's factory-gate inflation rises 5 percentEN
  7. 07China’s Factory Prices Surge, Stunning Markets With InflationEN
  8. 08BYD launches second-gen Seal 07 in China with lower prices and longer rangeEN
  9. 09 Apple faces unprecedented memory cost increases as RAM prices continue to surge, manufacturing bill climbs by $33 billion EN
  10. 10China’s energy storage fleet grows to 167 GW as utilization improvesEN
  11. 11Claimlane bags €5.6M to turn product claims into business valueEN
  12. 12Chinese AI lab Moonshot turned to Europe for Nvidia Blackwell access amid U.S. China curbs, sources tell CNBCEN
  13. 13 China lays out plans to land astronauts on the moon 'before 2030.' Can NASA still win this race? EN
  14. 14The Lincoln Aviator PHEV May Have Died In America, But It’s Coming Back In ChinaEN
  15. 15Hoymiles plans to establish inverter factory in OmanEN
  16. 16 Two dead, five injured in Taiwan PCB factory explosion EN
  17. 17Anthropic loses product lead Catherine Wu behind Claude Code to OpenAIEN
  18. 18Mercedes-Geely venture Smart expands #2 roll-out in China with Premium trimEN
  19. 19Switch 2 sales fell by almost 40 percent after Nintendo increased pricesEN
  20. 20Brake-by-Wire made in China: Bosch baut in Abstatt 750 Jobs abEN
  21. 21STAT+: In China, a flood of controversial clinical trials slows to a trickleEN
  22. 22Why Integrated Gate Drive Regulation Matters For High Reliability Space GaN DesignsEN
  23. 23UK found to be ‘dangerously’ reliant on China for critical minerals needed for defence and AIEN
  24. 24High gas prices are pumping up used EV sales: these are FLYING off the lotEN
  25. 25Xiaomi’s humanoid robots work a full 8-hour shift in its EV factoryEN
  26. 26Google Cloud API Gateway Introduces Streaming Support for Real-Time and AI-Powered ApplicationsEN
  27. 27Caldera, Evommune sign China licensing deals for autoimmune drugsEN
  28. 28China blocks SoftBank’s US$5.4 billion takeover of ABB’s robotics divisionEN
  29. 29China Truck Sales Now Majority Electric. What’s Next?EN
  30. 30Tesla wins trade zone status for Texas Megapacks, but China tariffs stayEN
  31. 31 AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into China EN
  32. 32‘The ticket is the gateway’: How destination events, sprint races and greater accessibility are changing the modern F1 fanEN
  33. 33Tesla China October wholesale sales total 67,829, lowest since FebruaryEN
  34. 34BMW's China venture reportedly cuts about 1,800 jobs as sales come under pressureEN
  35. 35As Diesel Costs Surge for Farmers & Rural Businesses, Solar Offers a LifelineEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.