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ETSI, Japans TTC und Südkoreas TTA unterzeichnen Absichtserklärung für KI-Projekt nach 3GPP-Vorbild

ETSI, Japans TTC und Südkoreas TTA haben am Montag in Seoul eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie wollen prüfen, ob ein KI-Partnerschaftsprojekt nach dem Vorbild von 3GPP entstehen kann. Das berichtete Tech Times am 3. November. Der Schritt fällt in eine Zeit, in der Brüssel die härtesten Pflichten des AI Act verschiebt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 18
ETSI, Japans TTC und Südkoreas TTA unterzeichnen Absichtserklärung für KI-Projekt nach 3GPP-Vorbild

Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung auf der Global ICT Standards Conference in Seoul. Das Motto lautete "AI for All". Sie verpflichtet ETSI, Japans TTC und Südkoreas TTA, die Gründung des AI Partnership Project, kurz AIPP, zu prüfen, und nicht mehr.

Wer in Europa KI verkauft, findet den Weg zur Konformität immer weniger im Gesetz und immer häufiger in Sandboxes und Branchenspezifikationen. Kurzfristig spart das Kosten. Die rechtlichen Pflichten bleiben aber unklar: Weder steht fest, wann die verschobenen Hochrisikoregeln gelten, noch, ob Ergebnisse eines AIPP durchsetzbar wären.

Ein KI-Gremium nach 3GPP-Vorbild entsteht

Die Vorlage ist 3GPP, das Third Generation Partnership Project. Sieben regionale Telekommunikationsnormungsgremien gründeten es im Dezember 1998 in Kopenhagen. Seine Spezifikationen liegen heute Netzen zugrunde, die mehr als fünf Milliarden Mobilfunkkunden nutzen. AIPP würde dieselbe Organisationsarchitektur und dieselbe Governance-Logik übernehmen. Das Ziel: global abgestimmte technische Spezifikationen schneller zu erzeugen, als zwischenstaatliche Gremien das schaffen. ETSI-Board-Vorsitzender Markus Mueck, Engineering Director bei Intel, beschrieb das Projekt als Ergänzung des bestehenden KI-Ökosystems, nicht als Ersatz.

"Artificial Intelligence is evolving at unprecedented speed, making global collaboration on standards more critical than ever," sagte Mueck.

Mueck sagte, ein AI Partnership Project könne Prioritäten bündeln und die Normungsarbeit beschleunigen. Das Ergebnis wären technische Spezifikationen, kein Gesetz.

Der Zeitplan des AI Act gerät ins Rutschen

Auf europäischer Seite hat sich der Kalender in die andere Richtung bewegt. Die EU hat die Anwendung ihrer Hochrisikoregeln für KI kürzlich verschoben und einige Verwaltungslasten gelockert, berichtete economy.ac am 28. Oktober. Ein neues Datum wurde nicht genannt.

Die Investitionen haben auf den weicheren Ton reagiert. Nvidia will 10.000.000.000 USD in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen in ganz Europa stecken. Davon sind 250.000.000 USD an Rechenressourcen für KI-Sicherheitsforschung über fünf Jahre vorgesehen. Vier deutsche Start-ups nannte das Unternehmen beim Invest in Germany Summit in Berlin als Empfänger, ohne Einzelbeträge zu nennen. Der Größenabstand bleibt der Hintergrund. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, die USA stünden über ihre Rechenzentren für 75% der globalen KI-Rechenkapazität, Europa für 5%. Sie sagte auch, die USA hätten im vergangenen Jahr 59 bedeutende KI-Modelle entwickelt und China 35, während Großbritannien und Frankreich je eines hervorbrachten.

Sandboxes werden zum Testfeld

Da das Gesetz in Bewegung ist, werden Sandboxes zum Ort, an dem über die Regeln gestritten wird. Dentons veröffentlichte am 30. Oktober fünf Vorschläge für eine wirksame Umsetzung von regulatorischen KI-Sandboxes. FinanceX Magazine untersuchte am selben Tag, was die AI Omnibus Regulation für dieselben Sandboxes bedeutet. Keines der beiden Papiere ist eine verabschiedete Regel.

Die Fragmentierung, auf die sie reagieren, ist real. Ein Unternehmen, das KI über Grenzen hinweg verkauft, sieht sich bereits dem AI Act und eigenen Gesetzen in Colorado, Texas, Kalifornien und New York gegenüber. Dazu kommen Chinas Regeln zur Algorithmus-Governance und die nationalen Rahmenwerke, die in Japan und Südkorea entstehen. Das 3GPP-Modell bietet weniger Sicherheit, als es scheint. 3GPP erlässt keine Standards. Es erarbeitet Spezifikationen, auf die sich die Mitgliedsunternehmen im Konsens einigen. Rechtskraft erlangen diese erst, wenn regionale Gremien wie ETSI, TTA und TTC sie in ihre eigenen nationalen oder regionalen Standards überführen.

Compliance bleibt zersplittert

AIPP hat keine einzige Spezifikation veröffentlicht. Die drei Unterzeichner haben auch keine Antworten darauf, wie das Gremium global abgestimmte Spezifikationen liefern soll. Mitgliedschaft, Finanzierung und Stimmgewicht sind laut Tech Times ungeklärt. Die Absichtserklärung verpflichtet die drei Gremien, die Gründung von AIPP zu prüfen, sie gründet es aber nicht.

Wie es weitergeht

Die fünf Vorschläge von Dentons und die Analyse von FinanceX sind Beiträge zur Sandbox-Debatte, keine Regeln, an die sich jemand schon halten muss. Die EU hat nicht gesagt, wann die verschobenen Hochrisikobestimmungen gelten sollen.

Vorerst leisten freiwillige Spezifikationen und Pilotprogramme die Arbeit. Durchsetzbare Regeln sollten sie eigentlich leisten.

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Quellen

18
  1. 01Europe, Japan, and South Korea Propose Global AI Standards Body Modeled on 5G, Without US or China - Tech TimesEN
  2. 02“Regulatory Easing Energizes Investment”: Europe’s AI Ecosystem Gains Growth Momentum as Defense Startups Advance Amid RearmamentEN
  3. 03AI regulatory sandboxes: Five proposals for effective implementation - DentonsEN
  4. 04The AI Omnibus Regulation: What’s Next for the AI Regulatory Sandboxes? - FinanceX MagazineEN
  5. 05The TechCrunch Founder Summit agenda is only half the reason to be in Boston on November 4EN
  6. 06Tomorrow: TechCrunch Founder Summit takes over Boston and when pass rates increaseEN
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  15. 15Canada to join European supercomputer program, collaborate on tech priorities - BetaKitEN
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  18. 18TechnoMile Recognized as a 2026 Inc. Power Partner Award WinnerEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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