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EU unterstützt Arktis-Kabel nach Grönland, während gehackte Kühlanlagen die OT-Risiken zeigen

Die Europäische Union unterstützt ein Seekabel durch die Arktis, das Grönland direkt mit Europa verbindet. TechRadar berichtete am 3. November 2026 darüber. Die Route wäre eine Alternative zu den Kabeln im Roten Meer, über die laut TeleGeography mehr als 90% des Datenverkehrs zwischen Europa und Asien laufen.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
EU unterstützt Arktis-Kabel nach Grönland, während gehackte Kühlanlagen die OT-Risiken zeigen

Brüssel unterstützt ein Kabel, das die USA umgeht

Eine gemeinsame Mitteilung der Europäischen Kommission vom 20. Oktober 2026 nennt das Pan-Arctic Cable als Flaggschiffprojekt der Europäischen Union. Das Dokument beschreibt „eine souveräne, sichere und widerstandsfähige Seekabelverbindung, die Grönland direkt mit der EU verbindet“.

Die vorgeschlagene Route würde von Europa nach Grönland führen. Später könnte sie bis nach Kanada reichen, mit Japan und Südkorea als langfristigem Ziel. Damit bekämen europäische Netzbetreiber einen Weg nach Asien, der nicht über die Vereinigten Staaten führt. Der politische Hintergrund ist jung. Ein trilaterales Sicherheitsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Grönland und Dänemark im September 2026 beendete wiederholte Versuche der Trump-Regierung, das Gebiet zu beanspruchen. Es erweiterte zudem den militärischen Zugang der USA. Die Beziehungen zu europäischen und kanadischen Verbündeten sind angespannter geworden. Trump begann Handelskriege und bezog zunehmend eine russlandfreundliche Haltung zum Krieg in der Ukraine.

Warum die Route zählt

Mehr als 90% des Datenverkehrs zwischen Europa und Asien laufen über Seekabel im Roten Meer, so TeleGeography. Huthi-Kräfte haben Raketen und Drohnen auf Handelsschiffe in der Straße Bab al-Mandeb und im weiteren Roten Meer abgefeuert.

Elisabeth Braw, Senior Fellow beim Atlantic Council, sagte gegenüber Ars Technica, die Verbindung hätte vor fünf Jahren „wie kein besonders kommerziell attraktives Angebot“ gewirkt. Dass sie nun geprüft werde, liege „sehr im Trend“. Die EU hat 119.000.000 US-Dollar (107.000.000 Euro) für Grönlands sichere Kommunikationsinfrastruktur und das Kabelprojekt zugesagt.

Für Netzplaner bleibt damit ein Versprechen ohne Zeitplan.

Ein Vermessungsschiff und ein Kabel

Das physische Risiko ist nicht hypothetisch. Tom's Hardware berichtete am 3. November 2026, dass ein chinesisches Vermessungsschiff, das in der Nähe eines Seekabels kreuzte, Forderungen der Philippinen nach einem Rückzug ignorierte. Auch die eigene Kabelkarte Europas hat ähnliche Brennpunkte. Die Routen durch das Rote Meer zu halten, ist riskanter geworden, während die jemenitische Regierung und die Huthi-Fraktion kämpfen.

Dieselbe Schwäche an Land

An Land haben sich vernetzte Geräte, die Lebensmittel kalt halten, bereits gegen ihre Besitzer gewendet. The Guardian berichtete am 2. November 2026, dass Händler in mindestens sieben europäischen Ländern feststellten, wie Kühlsysteme über Nacht auf bis zu 50 Grad Celsius (122 Grad Fahrenheit) hochgefahren wurden. Mehrere Unternehmen bestätigten, dass Hacker sie getroffen hatten.

Vorausgegangen war ein Angriff in Frankreich im Vormonat. Hacker übernahmen Kühleinheiten in bis zu 700 Supermärkten und erhöhten die Temperaturen auf 50 Grad Celsius, was Brände und Lebensmittelverluste in geschätzter Höhe von mehreren zehn Millionen Euro verursachte. Das britische National Cyber Security Centre erklärte, es arbeite mit betroffenen Unternehmen zusammen und die nationale Auswirkung sei minimal. Paul Chichester, Direktor für Operationen der Behörde, sagte, die Angriffe seien nicht KI-gestützt gewesen und hätten Schwachstellen genutzt, die „seit langem vorhanden“ seien. Richard Horne, Chief Executive des NCSC, nannte die Kühlanlagen-Vorfälle die „Vorberge“ einer größeren Cyberbedrohung.

Was noch fehlt

Zwei Lücken fallen auf. Weder der Kabelplan noch die Reaktion auf die Kühlanlagen haben einen veröffentlichten Zeitplan.

Der französische Angriff betraf alte Technik, die mit Standardpasswörtern am Internet hing, berichtete The Guardian. Horne sagte, es gebe „so viele Schwachstellen da draußen, dass ... man sagen könnte, sie warten darauf, ausgenutzt zu werden“. Der Kabelplan beantwortet eine strategische Frage nach Routen durch die Arktis. Die Angriffe auf Kühlanlagen beantworten eine alltäglichere Frage nach ungepatchten Schwachstellen und exponierten Geräten.

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Quellen

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  2. 02As US ties fray, Europe plans first undersea cable link to GreenlandEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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