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Chinas Chip-Autarkie stößt auf Cloud-Regeln und Speicherpreise

Nvidia hat einigen Cloud-Kunden nahegelegt, weniger Geschäft mit chinesischen Kunden zu machen, berichtet The Decoder unter Berufung auf The Information. Pekings Streben nach Chip-Autarkie trifft auf einen Speicherengpass: HBM3E-Einheiten, die vor einem Jahr mehrere hundert Dollar kosteten, werden in China für etwa 4.000 Dollar gehandelt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 28
Chinas Chip-Autarkie stößt auf Cloud-Regeln und Speicherpreise

Nvidia verengt den Cloud-Weg

Die Vorgabe ist nicht verpflichtend. Sie gilt für künftige Verträge, nicht für bestehende Geschäfte. Nvidia verlangt von Cloud-Kunden außerdem, offenzulegen, wer die Endnutzer der Chips sind. Vertriebsmitarbeiter und regionale Teams haben die Anweisung nach Angaben der Financial Times mündlich weitergegeben. Ziel ist eine Lücke in den US-Exportkontrollen. Die Regeln beschränken Chip-Lieferungen, sagen aber grundsätzlich nichts über den Fernzugriff über Cloud-Dienste.

Diese Lücke ist nicht nur für einen Anbieter relevant. Chinesische KI-Labore können weiterhin Rechenleistung im Ausland mieten. Doch die Hardware, die sie im Inland kaufen, wird teurer. Eine HBM3E-Speichereinheit kostet in China inzwischen etwa 4.000 Dollar, vor einem Jahr waren es mehrere hundert Dollar.

HBM-Schmuggel schließt die Hardware-Lücke

Ein Schmuggler besitzt eine Chipdesign-Firma. Er kombiniert billige, leistungsschwache Prozessoren mit verbotenen HBM von Samsung und SK hynix. Diese Prozessoren fallen unter US-amerikanische und südkoreanische Exportkontrollen. Die Regeln betrachten die Leistung des Server-Prozessors, nicht die der anderen daran befestigten Komponenten. So rutscht der Speicher durch. Tom's Hardware berichtete die Details unter Berufung auf The Information.

Ein KI-Chip braucht sechs bis acht High-End-Speicherchips. Damit stecken in jeder GPU, die der Händler liefert, Speicher im Wert von 24.000 bis 32.000 Dollar. Die heimische Versorgung schließt die Lücke noch nicht. CXMT hat mit der Risikoproduktion von HBM3E begonnen. Bis Ende dieses Jahres soll die Massenproduktion anlaufen, doch die geringe Ausbeute macht die Fertigung teuer.

Empyrean kauft ein heimisches EDA-Stück

Empyrean teilte am Sonntag in einer Mitteilung an die Börse Shenzhen mit, einen Anteil von 50,38 Prozent an Easy-Logic Technology zu kaufen. Der Preis liegt bei 218.800.000 Yuan, umgerechnet 33.000.000 US-Dollar. Easy-Logic wurde 2021 in Shenzhen gegründet. Das Unternehmen entwickelt Werkzeuge zur Logikoptimierung, die Chipdesignern Iterationszeit und Ressourcen sparen. Empyrean zufolge haben die Algorithmen des Start-ups internationale EDA-Wettbewerbe gewonnen. Fast 100 Digital-Chipdesign-Firmen setzen die Produkte ein. Die South China Morning Post berichtete, der Deal solle eine Schwachstelle beheben und Huaweis Tau Scaling Law stützen.

EDA ist die Softwareebene, auf der chinesische Firmen noch immer auf westliche Anbieter angewiesen sind. Der Deal zielt auf die Designphase, nicht auf die Fab.

Ausbeute und Preise zeigen den Engpass

Die Anleger haben den Sektor bereits abgestraft. Der STAR50-Index für KI- und Halbleiterunternehmen in China fiel binnen vier Monaten um 40 Prozent. Das löschte 480.000.000.000 Dollar Börsenwert aus, berichtet Reuters, weitergegeben von CleanTechnica. Die Aktien von Unitree haben sich seit dem Börsengang im August halbiert. CXMT hat im vergangenen Monat mehr als ein Viertel seines Werts verloren.

Huawei hat das Problem nachgelagert. Das Unternehmen forderte Kunden auf, den HBM für ihre Server selbst zu beschaffen. Huawei kann nicht bei Samsung oder SK hynix kaufen, und chinesische Speicherhersteller haben nicht genug Kapazität.

Diese Anweisung ist eine Einladung an den grauen Markt. Tom's Hardware berichtete, die daraus entstehende Nachfrage dürfte die Preise weiter treiben. Wahrscheinlich macht sie den Schmuggel auch lukrativer.

Regulierer nehmen die nächste Lücke ins Visier

US-Behörden hatten untersucht, wie chinesische KI-Firmen über ausländische Rechenzentren an Chips gelangen. Auslöser waren Vorwürfe gegen Moonshot AI, den Entwickler des Chatbots Kimi. Taiwan und Malaysia fahren ihre Anti-Schmuggel-Aktivitäten hoch. Der Schmuggler sagte The Information, er fürchte, südkoreanische und US-Behörden könnten bald hart durchgreifen.

Die Kontrollen haben den Handel nicht gestoppt. Sie haben seinen Preis erhöht. Dieser Preis steckt heute in dem, was chinesische KI-Firmen für Rechenleistung zahlen.

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Quellen

28
  1. 01Nvidia pushes cloud customers to cut back on China businessEN
  2. 02AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  3. 03China's EDA champion buys start-up to address weak link, support Huawei's Tau Scaling LawEN
  4. 04AI Balloon in China Deflates by Half a Trillion DollarsEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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