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Inflation im Euroraum steigt im Oktober auf 4,0 Prozent, höchster Wert seit September 2023

Die Verbraucherpreise im Euroraum sind in den zwölf Monaten bis Oktober um 4,0 Prozent gestiegen, der höchste Wert seit September 2023. Die Energiekosten legten um 20,8 Prozent zu, wie eine Schnellschätzung von Eurostat am 4. November zeigte. Die Kerninflation blieb bei 2,5 Prozent.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 17
Inflation im Euroraum steigt im Oktober auf 4,0 Prozent, höchster Wert seit September 2023

Die Inflationsrate im Euroraum erreichte im Oktober 4,0 Prozent im Jahresvergleich, nach 3,8 Prozent im September. Das geht aus einer am 4. November veröffentlichten Schnellschätzung von Eurostat hervor. Es ist der höchste Wert seit 4,3 Prozent im September 2023.

Die Energie hat den größten Teil dazu beigetragen. Die Energiepreise lagen 20,8 Prozent über dem Vorjahr, Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 Prozent, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak um 1,6 Prozent, Industriegüter ohne Energie um 1,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,4 Prozent. Die Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, blieb bei 2,5 Prozent. Energie macht rund 9 Prozent des Warenkorbs aus, deshalb schlägt der Sprung direkt auf die Gesamtrate durch. Die endgültigen Oktoberzahlen werden am 1. Dezember veröffentlicht.

Der Wert entsprach den Prognosen der Ökonomen, wie Bloomberg berichtete.

Die Gesamtinflation liegt damit doppelt so hoch wie das Ziel der EZB von 2 Prozent. Die Kernrate von 2,5 Prozent liegt 1,5 Prozentpunkte unter der Gesamtrate, aber noch einen halben Punkt über dem Ziel.

Warum der Dezember wieder im Spiel ist

Die EZB ließ den Einlagensatz auf ihrer Oktober-Sitzung bei 2,50 Prozent, nachdem sie ihn in diesem Jahr zweimal angehoben hatte, zuletzt um 25 Basispunkte am 10. September.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel sagte in einer Rede am 3. November in Berlin, eine Erhöhung im Dezember sei sehr wahrscheinlich. „Nach heutigem Stand ist eine Zinserhöhung im Dezember sehr wahrscheinlich. Wenn sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessert, gibt es kaum eine Alternative zur Anhebung der Zinsen“, sagte er nach Angaben von Biggo Finance. Die Entscheidung wird von den neuen EZB-Projektionen abhängen, die bis 2029 reichen und die die Notenbank auf ihrer Dezember-Sitzung veröffentlicht.

Die Märkte haben sich bewegt. Elias Haddad von Brown Brothers Harriman sagte, robustes Wachstum und eine Inflation, die voraussichtlich über dem Ziel bleibt, hielten eine Dezember-Erhöhung auf 2,75 Prozent „fest im Spiel“, 86 Prozent seien eingepreist, wie TMGM berichtete.

Das Abwarten im Oktober beruhte auf der Annahme, dass sich die schnelle Inflation nicht verfestigt hat. Die Währungshüter haben die Pause als vorübergehend bezeichnet. Dimitar Radev aus Bulgarien sagte, das Abwarten bedeute nicht das Ende des Zinserhöhungszyklus, und Peter Kazimir aus der Slowakei nannte es „nicht die Ziellinie“, wie Biggo Finance berichtete.

Die Löhne bleiben ruhiger

Die internen Lohnindikatoren der EZB deuten auf ein langsameres Lohnwachstum im Jahr 2027 hin, was gegen eine Lohn-Preis-Spirale spricht. Nagel ist noch nicht beruhigt. Er warnte, steigende Energiepreise „könnten allmählich in die Lohnforderungen einfließen“, und fügte hinzu: „Wenn das passiert, treibt es die Preise weiter nach oben.“

Prognosen, die der Oktober bereits überholt hat

Im September prognostizierte die EZB für die Gesamtinflation einen Durchschnitt von 3,0 Prozent im Jahr 2026, 2,5 Prozent im Jahr 2027 und 2,1 Prozent im Jahr 2028. Für die Kerninflation nannte sie 2,5 Prozent im Jahr 2026, 2,6 Prozent im Jahr 2027 und 2,3 Prozent im Jahr 2028.

Die 4,0 Prozent im Oktober liegen einen vollen Prozentpunkt über der Durchschnittsprognose für 2026, deshalb wird die Dezember-Runde den Pfad neu schreiben müssen. Die September-Projektionen sahen außerdem ein Wachstum im Euroraum von 0,9 Prozent im Jahr 2026, 1,4 Prozent im Jahr 2027 und 1,5 Prozent im Jahr 2028 vor. Das Wachstum hat sich besser gehalten, als diese Zahlen nahelegten: Der Währungsraum wuchs im dritten Quartal um 0,4 Prozent, nach 0,6 Prozent im zweiten, aber weit über den 0,2 Prozent, die eine Reuters-Umfrage als Konsens ergab.

Die EZB hat gewarnt, dass die Risiken bei steigenden Finanzierungskosten eher zu schwächeren Werten neigen.

Wie es weitergeht

Über den Dezember hinaus haben die Anleger drei weitere Erhöhungen um je einen Viertelpunkt bis Ende 2027 vollständig eingepreist, mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für eine vierte, wie Philenews berichtete. Einige Ökonomen erwarten, dass der Schritt im Dezember der letzte ist. Eine Erhöhung im Dezember wäre die dritte in diesem Jahr und würde die Finanzierungskosten für Haushalte und Unternehmen erhöhen, die bereits höhere Energierechnungen tragen.

Auslöser für alles darüber hinaus ist die Frage, ob sich die Energieinflation auf Löhne und Dienstleistungen überträgt.

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Quellen

17
  1. 01Eurozone inflation hits 4.0% in October as energy prices surge 20.8%EN
  2. 02Eurozone inflation hits three-year high as energy costs fuel price surgeEN
  3. 03ECB December Rate Hike "Almost Certain," Bundesbank President Says; Eurozone Inflation Headed to 4%EN
  4. 04Euro strengthens above 1.1150 as Eurozone GDP beats forecasts, US midterm election loomsEN
  5. 05Eurozone inflation reaches 3-year high at 3.8% in SeptemberEN
  6. 06Markets see more ECB rate hikes ahead as inflation pressures persistEN
  7. 07Eurozone growth beats projections, but ample risks on horizonEN
  8. 08Eurostatistics - data for short-term economic analysis - European CommissionEN
  9. 09ECB Holds Rates at 2.50% as Lagarde Announces DepartureEN
  10. 10AI Debt Glut Is Doing ECB’s Tightening Work, Rehn Says Before October VoteEN
  11. 11SlackBench: Benchmarking Agents on Collaborative Projects Grounded in Real Code RepositoriesEN
  12. 12Iterated creation, grading, and revision of data science projects by language modelsEN
  13. 13GPUMAP: GPU-Accelerated Progressive Uniform Manifold Approximation and ProjectionEN
  14. 14Accepting Orders for the LED Light-Sourced Projection AlignersEN
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  17. 17Craft Prospect kicks off PERSEUS project to advance optical communications for spaceEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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