Nongshim USA verklagt CBP auf Erstattung der IEEPA-Zölle
Nongshim USA hat am 28. Oktober vor dem Court of International Trade gegen die CBP und die US-Regierung geklagt. Das Unternehmen fordert die Erstattung der IEEPA-Zölle plus Zinsen sowie die Neuabwicklung bereits abgeschlossener Zollanmeldungen. Der Fall zeigt, wie Importeure Abgaben zurückholen, die der Supreme Court für rechtswidrig erklärt hat.

Nongshim USA zieht vor Gericht
Die Klage von Nongshim USA richtet sich gegen die US-Regierung, die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP und deren Commissioner Rodney Scott. Eingereicht wurde sie am 28. Oktober, wie Aju Press berichtete.
Das Unternehmen verlangt die vollständige Erstattung der nach dem International Emergency Economic Powers Act gezahlten Abgaben samt Zinsen. Außerdem soll die CBP Anmeldungen neu abwickeln, die bereits abgeschlossen sind. Laut Biggo ist Nongshim das erste südkoreanische Lebensmittelunternehmen, das aus diesen Gründen klagt. Ein Sprecher von Nongshim sagte, die Klage gehe von einer unabhängigen US-Tochter aus. Daher könne das Unternehmen nicht genau sagen, worum es dabei gehe. Branchenvertreter erklärten gegenüber Aju Press, die Klage ziele weniger auf einen Streit über die Rechtmäßigkeit. Sie solle vor allem den Anspruch auf Erstattung sichern.
Das Urteil klärte die Rechtmäßigkeit der Zölle, nicht das Erstattungsverfahren. Importeure brauchen weiterhin einen fristgerechten Einspruch oder eine Klage, um ihr Geld zurückzubekommen.
Warum überhaupt eine Klage nötig ist
Die CBP stellte nach dem 24. Februar die Erhebung der IEEPA-Zölle ein und eröffnete im April einen Erstattungskanal, wie Biggo und Aju Press berichteten. Dieser Kanal hat eine Grenze. Anmeldungen, die mehr als 80 Tage zuvor abgeschlossen wurden, lassen sich darüber nicht geltend machen, es sei denn, ein Gericht ordnet die Neuabwicklung an. Die CBP schließt Zölle in der Regel etwa 10 Monate nach der Zollabfertigung ab, berichtete Biggo. Erstattungen für abgeschlossene Anmeldungen bearbeitet die CBP seit dem 6. Oktober, aber nur für Kläger mit einer gerichtlich angeordneten Neuabwicklung, meldete Aju Press.
Die CBP schätzt die Zölle, die sich nur über Gerichtsverfahren zurückholen lassen, auf etwa 11.400.000.000 Dollar. Bis März hatte die CBP nach Angaben von Aju Press rund 166.000.000.000 Dollar an IEEPA-Abgaben verbucht; das CFR bezifferte die Einnahmen aus den IEEPA-Zöllen auf mehr als 175.000.000.000 Dollar.
Das bereits zurückgezahlte Geld
Mehr als 100.000.000.000 Dollar gingen bis Ende Juli einschließlich Zinsen an Importeure zurück. Das geht aus einem Gerichtsdokument von US-Zollbeamten hervor, über das Business Today berichtete. Das ist mehr als die Hälfte der rund 166.000.000.000 Dollar an IEEPA-Abgaben, die die CBP bis März verbucht hatte, meldete Aju Press.
Die Regierung hat signalisiert, dass sie gegen umfassende Erstattungsforderungen vorgehen will, berichtete Thomson Reuters.
Das Urteil hinter den Forderungen
Die Forderungen stützen sich auf Learning Resources, Inc. v. Trump, entschieden mit 6 zu 3 am 20. Februar 2026. Das Urteil stellte fest, dass der IEEPA den Präsidenten nicht ermächtigt, Zölle zu verhängen, wie SCOTUSblog berichtete. Chief Justice John Roberts schrieb, der Präsident beanspruche "die außerordentliche Befugnis, einseitig Zölle in unbegrenzter Höhe, Dauer und Reichweite zu verhängen". Das Urteil war eng gefasst. Zölle nach den Sections 232, 301 und 201 blieben unberührt, ebenso andere IEEPA-Befugnisse wie Sanktionen und das Einfrieren von Vermögen.
Wie es weitergeht
Im Fall Nongshim gibt es noch keine Anordnung zur Neuabwicklung, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, die Aju Press und Biggo zitierten.
Schätzungen zufolge haben etwa 7.000 Unternehmen aus denselben Gründen beim Court of International Trade geklagt, berichtete Biggo. Firmen mit Sitz in Korea hatten sich bislang weitgehend zurückgehalten, aus Sorge vor geschäftlichen Folgen und Handelsspannungen. Das macht die Klage von Nongshim bemerkenswert.
Quellen
20- 01Nongshim's U.S. Unit Sues for Trump Tariff Refunds, First Case in South Korea's Food IndustryEN
- 02Nongshims US unit sues for Trump tariff refundsEN
- 03US pays out $100 billion in tariff refunds after Supreme Court struck down Trump's IEEPA dutiesEN
- 04Supreme Court's tariff decision: What's next for businesses and how to planEN
- 05A breakdown of the court's tariff decisionEN
- 06Who holds the power? Presidential tariff authority and legal challengesEN
- 07Can the courts end Trump's illegal tariffs?EN
- 08After the Supreme Court Ruling, What Is Next for Trump’s Tariffs? - Council on Foreign RelationsEN
- 09The Supreme Court Clipped Trump’s Tariff Powers—and Opened New Trade Battlefronts - Council on Foreign RelationsEN
- 10How Trump’s Tariffs Could Survive the Supreme Court Ruling - Council on Foreign RelationsEN
- 11Brookings experts on the Supreme Court’s tariff decision - BrookingsEN
- 12How the Supreme Court’s IEEPA Ruling Could Recast US Tariffs - ArentFox SchiffEN
- 13Supreme Court Challenges Trump’s Use of Federal Law for TariffsEN
- 14Trump attacks Supreme Court tariff rulingEN
- 15Trump slams US Supreme Court's 'unfortunate' tariff ruling, says 'it will replace income tax burden on Americans'EN
- 16U.S. solar PPA prices rose in Q3 as Section 232 tariffs began to take effectEN
- 17Nongshim Files Lawsuit for Refund of US Tariffs, Reasons for Confidence Despite Weak WonEN
- 18Tesla wins trade zone status for Texas Megapacks, but China tariffs stayEN
- 19Ex-Phoenix Court partner launches $17M debut solo fund to discover next LovableEN
- 20‘A serious failure’: CPS prosecutor cites imaginary case to court after AI searchEN
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