Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Nongshim USA verklagt CBP auf Erstattung der IEEPA-Zölle

Nongshim USA hat am 28. Oktober vor dem Court of International Trade gegen die CBP und die US-Regierung geklagt. Das Unternehmen fordert die Erstattung der IEEPA-Zölle plus Zinsen sowie die Neuabwicklung bereits abgeschlossener Zollanmeldungen. Der Fall zeigt, wie Importeure Abgaben zurückholen, die der Supreme Court für rechtswidrig erklärt hat.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 20
Nongshim USA verklagt CBP auf Erstattung der IEEPA-Zölle

Nongshim USA zieht vor Gericht

Die Klage von Nongshim USA richtet sich gegen die US-Regierung, die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP und deren Commissioner Rodney Scott. Eingereicht wurde sie am 28. Oktober, wie Aju Press berichtete.

Das Unternehmen verlangt die vollständige Erstattung der nach dem International Emergency Economic Powers Act gezahlten Abgaben samt Zinsen. Außerdem soll die CBP Anmeldungen neu abwickeln, die bereits abgeschlossen sind. Laut Biggo ist Nongshim das erste südkoreanische Lebensmittelunternehmen, das aus diesen Gründen klagt. Ein Sprecher von Nongshim sagte, die Klage gehe von einer unabhängigen US-Tochter aus. Daher könne das Unternehmen nicht genau sagen, worum es dabei gehe. Branchenvertreter erklärten gegenüber Aju Press, die Klage ziele weniger auf einen Streit über die Rechtmäßigkeit. Sie solle vor allem den Anspruch auf Erstattung sichern.

Das Urteil klärte die Rechtmäßigkeit der Zölle, nicht das Erstattungsverfahren. Importeure brauchen weiterhin einen fristgerechten Einspruch oder eine Klage, um ihr Geld zurückzubekommen.

Warum überhaupt eine Klage nötig ist

Die CBP stellte nach dem 24. Februar die Erhebung der IEEPA-Zölle ein und eröffnete im April einen Erstattungskanal, wie Biggo und Aju Press berichteten. Dieser Kanal hat eine Grenze. Anmeldungen, die mehr als 80 Tage zuvor abgeschlossen wurden, lassen sich darüber nicht geltend machen, es sei denn, ein Gericht ordnet die Neuabwicklung an. Die CBP schließt Zölle in der Regel etwa 10 Monate nach der Zollabfertigung ab, berichtete Biggo. Erstattungen für abgeschlossene Anmeldungen bearbeitet die CBP seit dem 6. Oktober, aber nur für Kläger mit einer gerichtlich angeordneten Neuabwicklung, meldete Aju Press.

Die CBP schätzt die Zölle, die sich nur über Gerichtsverfahren zurückholen lassen, auf etwa 11.400.000.000 Dollar. Bis März hatte die CBP nach Angaben von Aju Press rund 166.000.000.000 Dollar an IEEPA-Abgaben verbucht; das CFR bezifferte die Einnahmen aus den IEEPA-Zöllen auf mehr als 175.000.000.000 Dollar.

Das bereits zurückgezahlte Geld

Mehr als 100.000.000.000 Dollar gingen bis Ende Juli einschließlich Zinsen an Importeure zurück. Das geht aus einem Gerichtsdokument von US-Zollbeamten hervor, über das Business Today berichtete. Das ist mehr als die Hälfte der rund 166.000.000.000 Dollar an IEEPA-Abgaben, die die CBP bis März verbucht hatte, meldete Aju Press.

Die Regierung hat signalisiert, dass sie gegen umfassende Erstattungsforderungen vorgehen will, berichtete Thomson Reuters.

Das Urteil hinter den Forderungen

Die Forderungen stützen sich auf Learning Resources, Inc. v. Trump, entschieden mit 6 zu 3 am 20. Februar 2026. Das Urteil stellte fest, dass der IEEPA den Präsidenten nicht ermächtigt, Zölle zu verhängen, wie SCOTUSblog berichtete. Chief Justice John Roberts schrieb, der Präsident beanspruche "die außerordentliche Befugnis, einseitig Zölle in unbegrenzter Höhe, Dauer und Reichweite zu verhängen". Das Urteil war eng gefasst. Zölle nach den Sections 232, 301 und 201 blieben unberührt, ebenso andere IEEPA-Befugnisse wie Sanktionen und das Einfrieren von Vermögen.

Wie es weitergeht

Im Fall Nongshim gibt es noch keine Anordnung zur Neuabwicklung, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, die Aju Press und Biggo zitierten.

Schätzungen zufolge haben etwa 7.000 Unternehmen aus denselben Gründen beim Court of International Trade geklagt, berichtete Biggo. Firmen mit Sitz in Korea hatten sich bislang weitgehend zurückgehalten, aus Sorge vor geschäftlichen Folgen und Handelsspannungen. Das macht die Klage von Nongshim bemerkenswert.

Kommentare 0

Quellen

20
  1. 01Nongshim's U.S. Unit Sues for Trump Tariff Refunds, First Case in South Korea's Food IndustryEN
  2. 02Nongshims US unit sues for Trump tariff refundsEN
  3. 03US pays out $100 billion in tariff refunds after Supreme Court struck down Trump's IEEPA dutiesEN
  4. 04Supreme Court's tariff decision: What's next for businesses and how to planEN
  5. 05A breakdown of the court's tariff decisionEN
  6. 06Who holds the power? Presidential tariff authority and legal challengesEN
  7. 07Can the courts end Trump's illegal tariffs?EN
  8. 08After the Supreme Court Ruling, What Is Next for Trump’s Tariffs? - Council on Foreign RelationsEN
  9. 09The Supreme Court Clipped Trump’s Tariff Powers—and Opened New Trade Battlefronts - Council on Foreign RelationsEN
  10. 10How Trump’s Tariffs Could Survive the Supreme Court Ruling - Council on Foreign RelationsEN
  11. 11Brookings experts on the Supreme Court’s tariff decision - BrookingsEN
  12. 12How the Supreme Court’s IEEPA Ruling Could Recast US Tariffs - ArentFox SchiffEN
  13. 13Supreme Court Challenges Trump’s Use of Federal Law for TariffsEN
  14. 14Trump attacks Supreme Court tariff rulingEN
  15. 15Trump slams US Supreme Court's 'unfortunate' tariff ruling, says 'it will replace income tax burden on Americans'EN
  16. 16U.S. solar PPA prices rose in Q3 as Section 232 tariffs began to take effectEN
  17. 17Nongshim Files Lawsuit for Refund of US Tariffs, Reasons for Confidence Despite Weak WonEN
  18. 18Tesla wins trade zone status for Texas Megapacks, but China tariffs stayEN
  19. 19Ex-Phoenix Court partner launches $17M debut solo fund to discover next LovableEN
  20. 20‘A serious failure’: CPS prosecutor cites imaginary case to court after AI searchEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.