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NBP lässt Leitzins bei 3,75% trotz höherer Inflationsprognose für 2027

Der Rat für Geldpolitik der Nationalbank Polens hat den Referenzzinssatz am Mittwoch, dem 4. November, bei 3,75% belassen. Im Oktober war die jährliche Verbraucherinflation von 4,1% im September auf 3,5% gesunken.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 18
NBP lässt Leitzins bei 3,75% trotz höherer Inflationsprognose für 2027

NBP hält 3,75%, während die Inflation sinkt

Der Einlagensatz bleibt bei 3,25%, der Lombardsatz bei 4,25%. Für Haushalte und Unternehmen werden Kredite damit nicht sofort billiger. Der unveränderte Satz garantiert keine günstigeren Darlehen in nächster Zeit. Das deutlichere Signal steckt in den Zahlen der Bank selbst: Die Gesamtinflation sinkt derzeit, doch die Novemberprojektion hat den Pfad für 2027 nach oben geschoben.

Der Oktoberwert liegt am oberen Rand des NBP-Ziels von 2,5%. Das Ziel hat ein Toleranzband von einem Prozentpunkt nach beiden Seiten. Die meisten Ökonomen hatten erwartet, dass der Rat die Kreditkosten bei seiner November-Sitzung unverändert lässt. Der gesetzliche Höchstzinssatz für Verbraucherkredite liegt weiterhin bei 14,50% pro Jahr.

Ein Angebotsschock, kein breiter Preisdruck

Notenbankchef Adam Glapiński sagte, fast der gesamte Anstieg der Inflation bis heute gehe auf höhere Kraftstoffpreise zurück. Er sprach auf seiner Oktober-Pressekonferenz. Energie machte im September 60% der Inflation aus. Die Weitergabe von Energiepreisen an andere Preise blieb begrenzt. Die Kerninflation ohne Nahrung und Energie ist seit Jahresbeginn nur leicht gestiegen. Im September ist sie wahrscheinlich etwas zurückgegangen. Anzeichen für Zweitrundeneffekte sah er nicht.

Diese Unterscheidung bestimmt den geldpolitischen Kurs. Ein Angebotsschock treibt die Gesamtinflation hoch und verschwindet von selbst wieder. Breiter Preisdruck tut das nicht.

Trotzdem nannte er Risiken, die den Preisdruck ausweiten könnten. Dazu gehören eine solide Verbrauchernachfrage und ein sich verbesserndes außenwirtschaftliches Umfeld, auch in Deutschland. Ebenso steigende Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe, eine expansive Fiskalpolitik und starke Erzeugerpreise. Er wies außerdem darauf hin, dass die Senkungen der Kraftstoffsteuer und der Mehrwertsteuer befristet sind. Derzeit wird erwartet, dass sie bis Ende 2026 gelten.

Die schriftliche Erklärung bot wenig Neues.

Der Rat wiederholte die letzten beiden Absätze unverändert. Er behielt dieselbe Risikoliste bei: Fiskalpolitik, regulierte Energiepreise, Konjunkturausblick und Lohnwachstum. Die Löhne in der Unternehmenswirtschaft wachsen um rund 6% im Jahresvergleich. ING liest die Entscheidung so, dass das BIP im dritten Quartal um 3,4% im Jahresvergleich gewachsen ist. Das war weniger als die 4,1% im zweiten Quartal.

Prognose angehoben, der Markt hatte den November eingepreist

Die Novemberprojektion mit 50% Wahrscheinlichkeit setzt die Verbraucherpreisinflation für 2026 auf rund 3,2%, für 2027 auf 4,2% und für 2028 auf 2,9%. Die Juli-Projektion hatte für dieselben Jahre 2,9%, 2,7% und 2,2%. Jedes Jahr des Pfades wurde nach oben korrigiert. Den stärksten Anstieg gab es für 2027.

Für das BIP-Wachstum wurden rund 3,7% in 2026, 2,9% in 2027 und 2,8% in 2028 prognostiziert. Die Juli-Werte lagen bei 3,7%, 2,8% und 3,0%.

Der Stichtag der Projektion Mitte Oktober traf die Inflation nahe ihrem Höhepunkt, vor dem Rückgang im Oktober. Die Märkte waren bei den Zinsen weiter gegangen als die Bank. Die Renditekurve preiste zeitweise 125 Basispunkte Straffung ein und einen ersten Schritt bereits im November, so ING. Glapiński sagte im Oktober, er sehe derzeit keinen Bedarf für eine Erhöhung bei der November-Sitzung. Gänzlich ausschließen wollte er sie nicht. ING teilte die Marktmeinung zum Ausmaß der Straffung nicht.

Sechs unveränderte Sitzungen und eine Senkung im März

Der September war die sechste Sitzung in 2026 in Folge ohne Zinsänderung. Der Referenzzinssatz liegt seit einer Senkung um 25 Basispunkte im März bei 3,75%. Bis zur September-Sitzung waren die Verbraucherpreise im August um 3,4% im Jahresvergleich gestiegen. Das BIP-Wachstum im zweiten Quartal war auf 3,9% revidiert worden.

Die Inflation lag im März laut Schnellschätzung bei 3,1% im Jahresvergleich, nach 2,1% im Februar. Der Rat hatte die Zinsen 2025 sechsmal um insgesamt 175 Basispunkte gesenkt, berichtete Polskie Radio im April. Die April-Sitzung ließ den Lombardsatz bei 4% und den Einlagensatz bei 3,25%. Auch im Juni blieb der Hauptzins bei 3,75%.

Wie es weitergeht

ING erwartet zwei Erhöhungen um je 25 Basispunkte im ersten Quartal 2027. Damit stiege der Referenzzinssatz von 3,75% auf 4,25%. Die Inflation dürfte in den nächsten zwei bis drei Quartalen über 3,5% liegen. Ein länger anhaltender Energieschock im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten ist das Hauptrisiko. Die befristete Entlastung bei den Kraftstoffpreisen im Rahmen des polnischen CPN-Programms könnte die Inflation näher an 3,5% bringen. Das Risiko breiterer Kostensteigerungen würde sie nicht beseitigen. Die Terminpreise deuten auf möglicherweise höhere regulierte Gas- und Stromtarife ab Anfang 2027 hin.

Die ING-Ökonomen hielten eine Erhöhung im November für möglich. Sie sagten, die Entscheider könnten weitere Daten und die nächste Inflationsprojektion abwarten. Die ING-Prognose ist keine Zusage der Notenbank.

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Quellen

18
  1. 01Poland's central bank leaves rates unchangedEN
  2. 02National Bank of Poland holds rates despite higher 2027 inflation forecastEN
  3. 03Polish rate hike odds are rising, but policymakers are in no rushEN
  4. 04Polish central bank keeps rates unchangedEN
  5. 05Poland leaves interest rates unchangedEN
  6. 06The National Bank of Poland kept rates on hold in JuneEN
  7. 07ING forecasts two Polish interest-rate hikes in early 2027 as inflation persistsEN
  8. 08Chart of the Day: USDJPY After Fed and BoJ decisions. Is Japan getting closer to another rate Hhike? - XTB.comEN
  9. 09Norges Bank leaves rates unchanged at 4.25% as expected - Sharecast.comEN
  10. 10NBP monetary council keeps interest rates unchangedEN
  11. 11Interest rates left unchanged for 8th month in a rowEN
  12. 12Bank of Japan set to keep interest rates unchanged at 1.25% - www.tmgm.comEN
  13. 13Blood banks targeted in latest European fridge cyberattacksEN
  14. 14Hackers Hit Banks of the Cash and Blood Variety in FranceEN
  15. 15 Tachyum, developer of heavily-delayed universal Prodigy processor, voluntarily files for bankruptcy EN
  16. 16 Decisions taken by the Governing Council of the ECB (in addition to decisions setting interest rates)EN
  17. 17Brightspeed swaps CEOs as it reportedly nears bankruptcyEN
  18. 18Federal Reserve Board announces approval of application by The Bank of Nova ScotiaEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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