Gavi und UNICEF senken den Preis für den Malariaimpfstoff RTS,S um rund 40 Prozent auf 5,50 Euro pro Dosis
Gavi und UNICEF haben am 22. Oktober 2026 mitgeteilt, dass sie den Preis für den Malariaimpfstoff RTS,S/AS01 ab Anfang 2027 um rund 40 Prozent auf 5,50 Euro pro Dosis senken. Zwischen 2027 und 2029 sollen dadurch etwa 50 Millionen Dollar eingespart werden.

UNICEF hat die Vereinbarung mit finanzieller Unterstützung von Gavi geschlossen. Die Allianz erklärte, eine Vorauszahlung der International Finance Facility for Immunisation habe den Deal möglich gemacht. Die geschätzten Einsparungen von 50 Millionen Dollar zwischen 2027 und 2029 könnten bis zu einer Million zusätzlicher Kinder mit der vollständigen Vier-Dosen-Kur schützen. Sie könnten Ländern auch helfen, mehr Kinder mit anderen Impfstoffen zu erreichen. Der niedrigere Preis soll bis Anfang 2027 gelten, abhängig von regulatorischen und produktionstechnischen Meilensteinen, darunter die Präqualifizierung eines neuen Produktionsstandorts durch die WHO.
„Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt, um mehr Kinder vor Malaria zu schützen, indem der Zugang zu lebensrettenden Impfstoffen dort ausgeweitet wird, wo sie am dringendsten gebraucht werden“, sagte Leila Pakkala, Direktorin der UNICEF-Abteilung für Beschaffung.
Ein Preis, der an ein neues Werk gebunden ist
Der Preis beruht auf der Verlagerung der RTS,S-Produktion von GSK zu Bharat Biotech in Indien, wie der Guardian berichtete. Der Wechsel soll die Lieferkapazität erweitern und einen wettbewerbsfähigeren Markt für Malariaimpfstoffe schaffen. Gavi zufolge liegt der Preis von 5,50 Euro etwa 40 Prozent unter dem heute gezahlten Preis.
Die Nachfrage wuchs schneller als prognostiziert
Seit dem Start der Impfkampagne 2024 hat die Nachfrage nach Malariaimpfstoffen die ursprünglichen Prognosen übertroffen, so Gavi. UNICEF hat mehr als 74 Millionen Dosen beschafft und geliefert. Das von Gavi finanzierte Programm gehört zur Routineimpfung in 25 afrikanischen Ländern, auf die mehr als 70 Prozent der weltweiten Malariafälle entfallen.
Die Associated Press berichtete im Juli, dass mit Unterstützung von Gavi mehr als 52 Millionen Dosen 25 afrikanische Länder mit hohem Risiko erreicht hätten. Der Bericht sprach von einer „krassen Einschränkung“ für die Kampagne nach Kürzungen der Auslandshilfe durch die Regierung Trump und andere. Gavi sichert nach eigenen Angaben die Versorgung für bis zu 70 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder in den einkommensschwächsten Ländern.
Die vierte Dosis ist das schwache Glied
Bei der vierten Dosis fällt die Abdeckung deutlich ab. In 158 Pilotbezirken in Ghana, Kenia und Malawi erreichte die Abdeckung bei der ersten Dosis, die im Alter von etwa sechs Monaten verabreicht wird, rund 80 Prozent. Bei der vierten Dosis, die zwischen 22 und 24 Monaten gegeben wird, sank sie auf 46 Prozent. Das geht aus einer Studie im Malaria Journal hervor, die die Associated Press zitierte.
Eine vollständige Kur mit vier Dosen senkt die Zahl der Malariafälle um etwa 75 Prozent, wenn sie in Gebieten mit hoher saisonaler Übertragung saisonal verabreicht wird, so Gavi. Die WHO empfahl RTS,S 2021 zur breiteren Anwendung, nachdem die Pilotstudien zeigten, dass die Impfung die Sterblichkeit bei anspruchsberechtigten Kindern um 13 Prozent senkte, berichtete die AP.
Eine im Mai 2026 im Fachjournal The Lancet veröffentlichte Studie begleitete die Kampagne über 46 Monate in 158 Gebieten in Ghana, Kenia und Malawi. Sie schätzte, dass in den untersuchten Gebieten etwa jeder achte Todesfall bei kleinen Kindern verhindert wurde, meldete AllAfrica.
Die Last bleibt groß
Die Last bleibt groß. 2024 gab es weltweit schätzungsweise 282.000.000 Malariafälle und 610.000 Todesfälle, nach Zahlen, die Gavi mit der Preisankündigung veröffentlichte. Bis zu 95 Prozent davon entfielen auf Afrika, und etwa 74 Prozent der Todesfälle betrafen Kinder unter fünf Jahren.
Der World Malaria Report 2025 schätzte, dass 2024 durch die breitere Nutzung von Präventionsmitteln einschließlich Impfstoffen weltweit mehr als 170.000.000 Fälle und rund eine Million Todesfälle verhindert wurden, berichtete AllAfrica. Derselbe Artikel nannte WHO-Zahlen, denen zufolge es 2024 in Afrika rund 579.000 Malariatote gab.
Das Ziel für 2030
Gavi will bis 2030 50.000.000 weitere Kinder gegen Malaria impfen. Dieses Ziel verknüpft die Allianz mit einer bezahlbaren und nachhaltigen Versorgung.
Quellen
11- 01Gavi and UNICEF secure lower malaria vaccine price, saving US$ 50 million for childhood immunisation programmesEN
- 02Gavi, UNICEF cut malaria vaccine price by 40%, save $50mEN
- 03The new malaria vaccine helps in Africa but faces a test: Completing all 4 dosesEN
- 04The new malaria vaccine helps in Africa but faces a test: Completing all 4 dosesEN
- 05Africa: Five Years On From First Vaccine, Fight Against Malaria Sees Progress in AfricaEN
- 06Zambia launches malaria vaccine to protect over half a million childrenEN
- 07A shot at survival: Zambia prepares to roll out malaria vaccinationEN
- 08New malaria vaccine helps in Africa but faces a test: Completing all 4 dosesEN
- 09South Sudan launches R21 malaria vaccine rollout to protect childrenEN
- 10Xpeng launches GX and G9L in 11 countries each across Middle East and AfricaEN
- 11A mysterious 4,000-year-old wall is rewriting North Africa’s historyEN
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