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Hacker heizen europaweit Supermarkt-Gefriertruhen auf, britische Lieferanten melden Angriffe

In der Nacht zu Montag haben Hacker in Supermärkten in mindestens sieben europäischen Ländern Kühlschränke und Gefriertruhen aufgeheizt. Am Dienstag meldete das britische National Cyber Security Centre, dass auch britische Lebensmittellieferanten betroffen sind.

ReisenNachrichtSven AlbrechtVeröffentlicht: 3. November 20266 Min. LesezeitQuellen 4
Hacker heizen europaweit Supermarkt-Gefriertruhen auf, britische Lieferanten melden Angriffe

In der Nacht zu Montag haben Hacker in Supermärkten in mindestens sieben europäischen Ländern Kühlschränke und Gefriertruhen zu Heizungen gemacht. Am Dienstag befasste sich die britische Cyberbehörde dann auch mit Angriffen auf britische Lebensmittellieferanten.

Paul Chichester, Director of Operations beim National Cyber Security Centre, sagte, die Behörde arbeite mit den betroffenen Unternehmen zusammen. "Derzeit ist der Schaden minimal", sagte er am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts des NCSC.

Bisher wird der Schaden an weggeworfener Ware gemessen, nicht an leeren Regalen: Ein paar Dutzend Filialen verloren gekühlte und tiefgekühlte Lebensmittel, die meisten blieben geöffnet. Die Vorfälle zeigen, wie stark ein Supermarkt von kleinen, internetfähigen Steuerungen abhängt, die Kunden nie zu sehen bekommen. Kühlanlagen sind so vernetzt, dass Wartungsfirmen sie beobachten und Störungen aus der Ferne beheben können. Genau diese Bequemlichkeit ist die Angriffsfläche. Wer hinter den Angriffen steckt, hat niemand gesagt, und ob sie koordiniert waren, ist noch nicht geklärt.

Einzelhändler in Belgien, Estland, Irland, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden meldeten am Montag Probleme mit Kühlsystemen, berichtete der Guardian. Einige Anlagen erreichten 50C (122F).

BleepingComputer zählte nach Angaben der Ketten mehr als 115 betroffene Filialen in Belgien, den Niederlanden, Schweden, Luxemburg, Irland und Estland.

Ahold Delhaize, die niederländische Gruppe hinter Delhaize, teilte mit, Kühlsysteme in mehreren Dutzend Filialen in Belgien und einigen in Luxemburg seien betroffen gewesen; BleepingComputer nannte rund 40 Standorte. Das Unternehmen sprach von einem IT-Vorfall, erklärte, Lebensmittel hätten entsorgt werden müssen, und sagte CNBC, die Filialen seien wieder voll in Betrieb. Carrefour meldete, 15 seiner mehr als 700 belgischen Filialen seien betroffen gewesen, in Flandern und Wallonien, kein Hypermarkt darunter.

Intermarché sagte CNBC, 15 seiner 153 belgischen Filialen seien getroffen worden. The Hacker News nannte unter Berufung auf das Unternehmen eine Spanne von 10 bis 15. Ein Sprecher von Intermarché sagte, Sicherheitsmaßnahmen hätten die meisten Versuche abgefangen, einige Filialen hätten jedoch "einige Warenverluste erlitten, allerdings nichts vergleichbar mit dem Angriff Mitte Oktober".

IKEA meldete einen Cybervorfall, der zwischen Sonntag und Montag Kühlschränke und Gefriertruhen in der Filiale Mons in Belgien betraf. Die Filiale blieb geöffnet, und das Unternehmen erklärte, die Auswirkungen auf sein Restaurant und den Swedish Food Market seien begrenzt gewesen.

In Schweden bestätigte ICA einen Vorfall in "einer begrenzten Zahl von Filialen", die außerhalb seines zentralen Netzes liegen. Coop, eine der größten Ketten des Landes, sagte BleepingComputer, 7 seiner mehr als 800 Filialen seien in der Nacht zu Montag betroffen gewesen; The Hacker News merkte an, Coop habe gegenüber TT und AFP 6 genannt und gegenüber Reuters und Bloomberg 7. "Die Probleme reichten von komplett abgeschalteten Kühlschränken und Gefriertruhen bis zu teilweise funktionierenden Anlagen, und in einem Fall begann das System, Wärme zu erzeugen", sagte Coop.

Finnlands Kesko meldete ungewöhnliche Temperaturen in einigen kleineren Filialen. Die irische Kette SuperValu, die Musgrave gehört, zählte 13 ihrer 223 Filialen, beschränkt auf ein Kühlmodell. In den Niederlanden waren laut The Hacker News mindestens 17 Metzgereien und kleine Ladengeschäfte betroffen.

Estlands Selver hatte eine Filiale betroffen, über seinen Kühllieferanten Kitman Coldtech. Jann Mutso, der Geschäftsführer des Zulieferers, sagte The Hacker News, eine Gefriertruhe sei auf 50C gestellt worden, die Temperatur sei aber nur um etwa 2-3C gestiegen, und das Problem sei in rund 10 Minuten behoben worden, ohne dass Ware verdarb.

Nicht jeder Fall endete mit einer Geschichte über verdorbene Ware. Eine ICA-Filiale in Sjöbo in Südschweden teilte mit, Kühlschränke und Gefriertruhen seien auf 50C gestellt worden, und das Personal werfe die betroffenen Waren weg.

Die Methode war grob. In Belgien schalteten Angreifer Kühlaggregate in den Abtaumodus, sagte Stephan Moelans, Geschäftsführer des Kälteanlagenbauers Sabcobel, belgischen Medien. Der Abtaumodus ist dafür gedacht, Eis zu entfernen, doch bei diesen Angriffen brachte er die Anlagen zum Heizen, statt Lebensmittel kalt zu halten. Sabcobel betreut die Kühlsysteme für Delhaize. In anderen Fällen wurde die Temperatureinstellung einfach hochgesetzt.

Danfoss, der dänische Hersteller von Kühlsteuerungen, erklärte, seine Produkte seien beteiligt gewesen, wie schon vor drei Wochen, als Angreifer Hunderte französische Supermärkte trafen. Wegen dieser früheren Kampagne schaute die Branche überhaupt auf ihre Thermometer: Der Guardian berichtete, bei dem Angriff in Frankreich seien Altgeräte zum Einsatz gekommen, die mit Standardpasswörtern am Internet hingen.

Die Seite mit den Sicherheitshinweisen von Danfoss führte keine Warnung zu den Angriffen, als The Hacker News am 3. November nachsah. Die ausführlichste Anleitung für Betreiber bleibt ein Alarm von CERT-FR aus dem Oktober, das zur französischen Cybersicherheitsbehörde gehört.

In Großbritannien teilte die British Association of Independent Meat Suppliers mit, einige ihrer mehr als 300 Mitglieder seien betroffen gewesen, nachdem sie in dem Hack zu "Kollateralschaden" geworden seien. Der Verband erklärte, bei den Kühlvorfällen sei kein Fleisch verloren gegangen, nannte sie aber eine Erinnerung daran, dass Unternehmen überall in der Lebensmittelkette als Ziele gelten können. Ein Fleischlieferant meldete, seine Kühlaggregate seien auf bis zu 100C (212F) gestiegen, zwei weitere berichteten, Anlagen hätten zu tauen begonnen. Laut Verband waren die betroffenen Anlagen zu dem Zeitpunkt leer.

Ein Obst- und Gemüsegroßhändler in London stoppte den Angriff, bevor er eskalierte, indem er die Internetverbindung zu seinen Kühlaggregaten an der Wand abzog. Alex Pearce, Geschäftsführer von Langridge Organic, sagte, die Hacker hätten Parameter an mehreren Anlagen verändert und sie auf über vier Stunden Abtauen bei 150C gestellt.

Chichester sagte, das NCSC arbeite mit Organisationen zusammen, um Lücken zu finden und zu schließen, bevor Hacker sie ausnutzten. Wer die Angriffe ausgeführt haben könnte, könne die Behörde nicht kommentieren, sie seien aber nicht KI-gestützt gewesen und hätten Schwachstellen genutzt, die "seit langem offen liegen".

Richard Horne, Chief Executive des NCSC, nannte die Kühlschrankangriffe die "Ausläufer" einer größeren Cyberbedrohung für Unternehmen und Öffentlichkeit, da KI-Systeme Schwachstellen in Netzen aufzeigten, die Eigentümer nicht geschlossen hätten. "Es gibt so viele Schwachstellen da draußen, von denen man sagen könnte, sie warten darauf, ausgenutzt zu werden", sagte er.

Ollie Whitehouse, Chief Technology Officer der Behörde, sagte, alltägliche Haushaltsgeräte mit Internetanschluss seien in bestimmten Situationen anfällig. Hersteller müssten Anreize bekommen, ihre Technik sicherer zu machen, und Verbraucher müssten akzeptieren, für sicherere Geräte mehr zu zahlen.

Die Europäische Kommission stehe in direktem Kontakt mit den nationalen Behörden und habe am Dienstagmorgen eine Sitzung ihrer interinstitutionellen Task Force mit den EU-Agenturen ENISA und Europol einberufen, sagte ein Sprecher CNBC.

Offen bleiben die Urheberschaft und das Ausmaß. Bis Montagabend hatte niemand die Angriffe für sich reklamiert, und ob sie mit der französischen Kampagne zusammenhängen, war nicht bekannt. Jedes Unternehmen beschrieb den Vorfall mit eigenen Worten, und nicht alle nannten ihn einen Cyberangriff.

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Quellen

4
  1. 01Food suppliers in UK hit by cyber-attacks after freezers targeted in EuropeEN
  2. 02Supermarket fridges hit with cyberattacks across EuropeEN
  3. 03Hackers disrupt refrigeration systems at European supermarketsEN
  4. 04New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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