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Hacker greifen erneut Kühlgeräte europäischer Supermärkte an, britische Lieferanten melden Vorfälle

Das britische National Cyber Security Centre teilte am 3. November mit, dass Cyberangriffe auf Supermarkt-Kühltechnik in ganz Europa auch britische Lebensmittellieferanten getroffen hätten. Dessen Operationsleiter Paul Chichester bezifferte die nationalen Auswirkungen laut The Guardian auf "minimal".

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 5
Hacker greifen erneut Kühlgeräte europäischer Supermärkte an, britische Lieferanten melden Vorfälle

Britische Lieferanten in eine europäische Welle hineingezogen

Chichester sprach bei der Vorstellung des Jahresberichts des NCSC. Die Behörde arbeite mit den betroffenen Organisationen zusammen, sagte er. "Derzeit sind die Auswirkungen minimal", sagte er laut The Guardian.

Wer gekühlte oder tiefgekühlte Lebensmittel kauft, verlässt sich auf Steuerungen, die oft online sind. Eine manipulierte Einstellung kann ein Regal leeren. Auf die Händler kommen nun Kosten zu, um diese Systeme abzusichern.

Die Angriffe trafen nach Angaben des Verbands einige der mehr als 300 Mitglieder der British Association of Independent Meat Suppliers als "Kollateralschaden". Fleisch verschwand nicht. Die betroffenen Geräte standen zu dem Zeitpunkt leer. Die Europäische Kommission steht in direktem Kontakt mit den nationalen Behörden. Am Morgen des 3. November berief sie die EU-Taskforce der Organe zusammen mit ENISA und Europol ein, sagte ein Sprecher gegenüber CNBC.

Das Muster begann in der Nacht zum Montag, dem 2. November. Angreifer änderten Einstellungen an Kühlsteuerungen in Supermärkten in Belgien, Schweden, Estland und anderen Ländern, berichtete The Hacker News am 3. November.

Was die Angreifer tatsächlich veränderten

In Belgien schalteten Angreifer Kühlaggregate in den Abtaumodus. Stephan Moelans ist Vorstandsvorsitzender des Kältetechnik-Dienstleisters Sabcobel. Er sagte belgischen Medien, der Abtaumodus solle Eis beseitigen, habe die Geräte aber stattdessen aufgeheizt.

Mindestens ein Geschäft meldete Temperaturen von bis zu 50C (122F), berichtete CNBC. Ein ICA-Markt in Sjöbo im Süden Schwedens teilte mit, seine Kühlschränke und Gefriertruhen seien auf 50C eingestellt worden. Mitarbeiter warfen Waren weg, berichtete The Hacker News.

Danfoss, der dänische Hersteller von Kühlsteuerungen, erklärte, die Angriffe hätten seine Produkte betroffen. Auch drei Wochen zuvor waren seine Produkte betroffen, als Angreifer Hunderte französische Supermärkte trafen, berichtete The Hacker News.

Der frühere französische Angriff betraf Alttechnik mit Internetverbindung. Diese Systeme liefen mit Standardpasswörtern, berichtete The Guardian.

Die Zahl der Geschäfte zu erfassen ist schwieriger, als es aussieht

Die Gesamtzahlen hängen davon ab, wer zählt. BleepingComputer nannte mehr als 115 Geschäfte in Belgien, den Niederlanden, Schweden, Luxemburg, Irland und Estland.

Ahold Delhaize erklärte, die Angriffe hätten Dutzende Delhaize-Märkte in Belgien und Luxemburg getroffen. Lebensmittel verdarben. BleepingComputer berichtete von rund 40 Standorten. Carrefour teilte mit, die Angriffe hätten 15 von mehr als 700 belgischen Märkten getroffen. Das sind etwa 2 Prozent des Bestands dort, kein Hypermarkt war betroffen.

Intermarché erklärte, die Angriffe hätten 15 seiner 153 belgischen Märkte betroffen, während The Hacker News 10 bis 15 nannte. Coop in Schweden gab gegenüber TT und AFP 6 Geschäfte an, gegenüber Reuters und Bloomberg jedoch 7, von etwa 800, also unter 1 Prozent der Kette. Musgrave, dem SuperValu gehört, meldete 13 von 223 Märkten in Irland, rund 6 Prozent. Die Zahlen stimmen nicht überein.

Warum Supermarkt-Kühlgeräte überhaupt exponiert sind

Kühlsteuerungen sind Computer, die die Kühlschränke und Gefriertruhen eines Geschäfts betreiben. Sie sind oft online, damit Dienstleister sie überwachen und Störungen aus der Ferne beheben können, wie The Hacker News anmerkte. Die Leitlinien hinken hinterher. Die Seite mit den Sicherheitshinweisen von Danfoss enthielt keine Warnung zu den Angriffen, als The Hacker News am 3. November nachsah. Die ausführlichste Betreiberanleitung war noch immer ein Oktober-Alarm von CERT-FR, Teil der französischen Cybersicherheitsbehörde.

Richard Horne, Vorstandsvorsitzender des NCSC, nannte die Kühlgeräteangriffe die "Ausläufer" einer größeren Cyberbedrohung. Er warnte, dass viele weitere bevorstünden. Chichester sagte, die Angriffe seien nicht KI-gestützt gewesen und hätten Schwachstellen genutzt, die "seit langer Zeit vorhanden" seien.

Was noch offen ist

Bis Montagabend hatte niemand die Angriffe für sich beansprucht. The Hacker News berichtete, ein Zusammenhang mit dem französischen Vorfall sei weiterhin unbestätigt.

Die Belga News Agency berichtete, der belgische Angriff habe gegen Mitternacht am Sonntag begonnen. Sabcobel schätzte, die Angriffe hätten mindestens zwanzig Geräte in Belgien getroffen, laut Belga, zitiert von Tom's Hardware.

Cybersicherheitsexperten sagten dem Guardian, Angriffe auf "Dummy"-Kühlsteuerungen, die online waren, zeigten Merkmale ähnlich wie Operationen mit Verbindungen nach Russland. Ein Londoner Obst- und Gemüsegroßhändler entging einer Eskalation. Dessen Geschäftsführer Alex Pearce sagte, Mitarbeiter hätten die Internetverbindung zu den Kühlaggregaten an der Wand abgezogen, berichtete The Guardian.

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Quellen

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  1. 01Food suppliers in UK hit by cyber-attacks after freezers targeted in EuropeEN
  2. 02Supermarket fridges hit with cyberattacks across Europe — here's what's happeningEN
  3. 03New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN
  4. 04Hackers disrupt refrigeration systems at European supermarketsEN
  5. 05Supermarket freezers across Europe struck in second crippling cyberattackEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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