Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Östrogenmangel in den USA erreicht Spritzen und Cremes, Nachfrage übersteigt Angebot

Der Östrogenmangel in den Vereinigten Staaten hat sich über Pflaster hinaus auf einige Injektionspräparate und Vaginalcremes ausgeweitet, meldete El Cronista am 30. Oktober. Manche Produkte unterliegen einer Zuteilung, Apotheken erhalten also nur begrenzte Mengen. Die FDA zögert, einen offiziellen Mangel zu erklären.

GesundheitNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 3. November 20264 Min. LesezeitQuellen 12
Östrogenmangel in den USA erreicht Spritzen und Cremes, Nachfrage übersteigt Angebot

Frauen in den gesamten Vereinigten Staaten haben zunehmend Schwierigkeiten, eine Hormontherapie auf Östrogenbasis zu bekommen, berichtet El Cronista. Der am 30. Oktober veröffentlichte Bericht nennt auch einige Injektionsmedikamente und Vaginalcremes, bei denen es zu Engpässen, Lieferrückständen oder begrenzter Verfügbarkeit kommt. Patientinnen und verschreibende Ärzte suchen nach Alternativen.

Für die Patientinnen bedeutet das praktisch einen Wechsel des Präparats oder eine Suche über mehrere Apotheken hinweg. Die Aufsichtsbehörden haben keinen offiziellen Mangel in den USA erklärt. Deshalb hängt die Verfügbarkeit von der Apotheke und der Wirkstärke ab. Niemand hat gesagt, wann sich die Versorgung wieder normalisiert.

Die American Society of Health-System Pharmacists führte Anfang September mehrere Estradiolvalerat-Injektionen von Hikma, American Regent und Par Sterile Products als mangelhaft. Die Organisation meldete außerdem Lieferstörungen bei vaginalen Estradiolcremes von der Mylan-Einheit des Viatris-Konzerns, von Padagis und von Teva. Einige dieser Produkte waren im Rückstand oder unterlagen einer Zuteilung. Apotheken konnten nur begrenzte Mengen erhalten.

CVS Health erklärte, die Hersteller hätten seit mehreren Monaten Mühe, bestimmte Wirkstärken von Estradiolinjektionen zu liefern. Das Unternehmen sagte, die Lage habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert.

Nachfrage stieg nach Änderung der Packungsbeilage

Der Engpass folgt auf einen starken Anstieg der Nachfrage nach Hormontherapie in den Wechseljahren. Die FDA teilte im November 2025 mit, sie habe die Hersteller gebeten, bestimmte Risikohinweise aus dem Warnkasten ihrer Packungsbeilagen zu streichen. Diese betrafen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustkrebs und wahrscheinliche Demenz. Im Februar 2026 genehmigte die Behörde die Änderungen für eine erste Gruppe von sechs Produkten. Die Warnungen beruhten auf Ergebnissen der Women's Health Initiative, veröffentlicht im Jahr 2002.

Die FDA erklärte im September, sie arbeite mit allen sechs Herstellern von zugelassenen Estradiolpflastern zusammen. Ziel sei eine höhere Produktion. Die Liefermenge habe sich im Vorjahresvergleich fast verdoppelt, teilte die Behörde mit. Doch der Anstieg habe mit der Nachfrage nicht Schritt gehalten.

Patientinnen, die ihre gewohnten Pflaster nicht fanden, wandten sich Gelen und Cremes zu. Damit erhöhten sie den Druck auf Produkte, die ohnehin knapp waren. Kathleen Jordan vom Telemedizin-Anbieter Midi Health nannte das einen Dominoeffekt.

Geld fließt in den größeren Markt. PwC beziffert den Markt für die Wechseljahre derzeit auf etwa 15.000.000.000 US-Dollar. Bis 2030 erwartet das Unternehmen ein jährliches Wachstum von 8 % bis 10 %. Dann sollen weltweit 1.200.000.000 Frauen in den Wechseljahren sein, berichtete das Handelsblatt am 2. November. Private Investitionen wuchsen in den vergangenen fünf Jahren um 15 % pro Jahr auf 1.700.000.000 US-Dollar, so PwC.

Warum die Generika-Produktion nicht einfach anspringt

Eine Ausweitung der Produktion braucht Zeit. Die Pflaster erfordern spezialisierte Anlagen und sind margenschwache Generika, sagen die Hersteller.

Contract Pharma berichtete, die meisten Wirkstoffe würden vor allem in China und Indien hergestellt. Das mache die heimische Arzneimittelversorgung anfällig für einzelne Ausfallpunkte. Zu den Risiken zählen die geografische Konzentration und ein geringer Einblick in vorgelagerte Lieferketten. Die Hersteller wechseln von Modellen mit nur einer Quelle zu lokalen oder doppelten Bezugswegen.

Danny Goad ist Senior Manager für Lieferkettenmanagement bei PCI Pharma Services. Er sagte Contract Pharma, ein Material könne auf dem Papier mehrere qualifizierte Lieferanten haben, ohne dass daraus echte Widerstandsfähigkeit werde. Regulatorische Anforderungen, langwierige Qualifizierungsverfahren, Fragen des geistigen Eigentums, spezialisierte Herstellungsprozesse und begrenzte globale Kapazitäten könnten einen Lieferantenwechsel schwierig und zeitaufwendig machen, sagte er. Goad ergänzte, kritische Hilfsstoffe, Verarbeitungshilfen, Komponenten und Verpackungsmaterialien könnten ebenso große Engpässe verursachen, wenn es nur wenige Quellen oder lange Lieferzeiten gebe.

Südafrika sieht dieselbe Lücke

Der George Herald berichtete am 28. Oktober, öffentliche Kliniken und Krankenhäuser im Distrikt Eden sähen sich mit Arzneimittelengpässen konfrontiert. Einige Patienten könnten ihre Dauermedikamente nicht bekommen. Die Sprecherin des Distriktsgesundheitswesens, Nadia Ferreira, sagte, wo es angebracht sei, würden Alternativen bereitgestellt oder reduzierte Rezepte ausgestellt. Bestände würden nach Möglichkeit umverteilt, und Apotheker und Kliniker suchten gemeinsam nach Alternativen auf Grundlage der Krankengeschichte der Patienten und der verfügbaren Medikamente. In manchen Fällen gebe es keine geeignete Alternative.

Selna du Plessis ist Apothekerin in der privaten Geneva Pharmacy. Sie sagte, in den vergangenen sechs Monaten sei es besonders schwierig gewesen, eine Hormonersatztherapie und Verhütungsmittel zu bekommen, darunter Pflaster. Auch Augentropfen und bestimmte Blutdruckmittel seien knapp gewesen, sagte sie.

Die South African Health Products Regulatory Authority hat nach Section 21 die Notfallzulassung für bestimmte nicht registrierte Arzneimittel erteilt. Das gilt, wenn registrierte Produkte nicht verfügbar sind und keine therapeutische Alternative besteht. Die Zulassungen laufen zwischen November 2026 und April 2027 aus. Die Vertragsverwaltungseinheit des National Department of Health führt die Engpässe auf Probleme in der Lieferkette zurück und erklärt, sie beschaffe Medikamente von weiteren Herstellern.

Michele Clarke, Gesundheitssprecherin der Democratic Alliance, sagte, im öffentlichen Sektor seien angeblich bis zu 50 kritische Arzneimittel nicht vorrätig. Sie fordert eine parlamentarische Untersuchung.

Wie es weitergeht

Die FDA hat keinen offiziellen Mangel erklärt. Sie erklärt, die Pflaster seien weiterhin verfügbar, während die ASHP sie seit Januar als mangelhaft führt. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich von Apotheke zu Apotheke.

Für die Patientinnen heißt das, das Präparat zu wechseln oder herumzutelefonieren. Es heißt auch Unsicherheit darüber, wann sich die Versorgung normalisiert. In Südafrika laufen die Section-21-Zulassungen zwischen November 2026 und April 2027 aus. Das setzt den Aufsichtsbehörden eine grobe Frist, registrierte Alternativen zu finden.

PwC erwartet, dass der Markt für die Wechseljahre bis 2030 jährlich um 8 % bis 10 % wächst. Die Schätzung umfasst verschreibungspflichtige Arzneimittel, rezeptfreie Produkte, Selbsttests und Angebote für Arbeitgeber. Ob die Generika-Produktion im selben Tempo wächst, ist eine andere Frage. Ein Zeitplan für eine Lösung wurde nicht veröffentlicht.

Kommentare 0

Quellen

12
  1. 01US estrogen shortage spreads: women struggle to find alternatives to hard-to-get patchesEN
  2. 02Pharma: Das zweifelhafte Milliardengeschäft mit Frauen in den WechseljahrenDE
  3. 03Sourcing APIs: Strategies for Supply Chain ResilienceEN
  4. 04Medicine shortages affect Eden District patientsEN
  5. 05Chainstack Reports Production Systems Breach Exposing Customer Data and Password HashesEN
  6. 06Barracuda Flaws Could Be Chained to Bypass Authorization and Gain Root AccessEN
  7. 07Li Auto's Mega faces Samsung OLED screen shortage as deliveries reboundEN
  8. 08Chainalysis Confirms Intrusion Into Internal Tools and Exposure of Customer Identity DataEN
  9. 09ESI supplying solar array components to missile defense programsEN
  10. 10STAT+: Pharmalittle: We’re reading about payments to Russian middlemen, a possible Dupixent rival, and moreEN
  11. 11The First Few Tokens Matter: Understanding Chain-of-Thought ControllabilityEN
  12. 12Opening the Box Changes the Cat: LLMs Detect Chain-of-Thought Monitoring - What now?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.