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IKEA steckt 1,2 Mrd. Euro in Preissenkungen in Europa

IKEA investiert nach eigenen Angaben vom 1. September rund 1,2 Mrd. Euro (1,4 Mrd. Dollar) in Preissenkungen in Europa. Mehr als 1.500 Produkte in über 20 Ländern werden um 15 bis 25 Prozent billiger. Das Unternehmen nimmt dafür eine niedrigere Marge in Kauf, weil die Nachfrage schwach bleibt.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 10
IKEA steckt 1,2 Mrd. Euro in Preissenkungen in Europa

Was IKEA senkt

Die Rabatte fallen je nach Markt unterschiedlich aus, teilte IKEA mit. In Deutschland liegen sie im Schnitt bei 20 Prozent auf mehr als 1.500 Produkte, darunter 27 Prozent auf ein Besta-TV-Regal. In Großbritannien kosten Billy-Bücherregale 28 Prozent weniger. In Italien sind es bis zu 29 Prozent auf Kallax-Aufbewahrungssysteme, im Schnitt 22 Prozent auf Hunderte Artikel. Irland ist ebenfalls dabei.

Die Ingka Group betreibt die meisten IKEA-Häuser. Sie investiert zusätzlich 70 Mio. Euro, um Inflations- und Währungsdruck in Asien und Nordamerika abzufedern. Das Geld soll dort die Preise für Kunden so niedrig wie möglich halten.

Den Senkungen gehen Jahre steigender Preise voraus. IKEA verweist auf den harmonisierten Preisindex von Eurostat für Möbel und Einrichtungsgegenstände in der EU. Er liegt etwa 24 Prozent über dem Niveau von 2015, in Estland sind es rund 58 Prozent. Seit 2023 hat IKEA zwischen 2 Mrd. und 3 Mrd. Euro investiert und die Preise damit um etwa 10 Prozent gesenkt.

Die Nachfrage in Europa bleibt schwach. Im letzten Geschäftsjahr sanken die Einzelhandelsumsätze um 1 Prozent auf 44,6 Mrd. Euro. Das Unternehmen führt das auf die eigenen Preissenkungen und zurückhaltende Verbraucher zurück. Kundenbesuche und Absatzmengen stiegen dagegen um 3 Prozent. Es ist das zweite Jahr in Folge mit rückläufigem Umsatz. Die Verbraucherstimmung in Europa liegt trotz einer jüngsten Erholung auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. Vorausgegangen war ein starker Einbruch mit Beginn des Iran-Kriegs im Februar. In den Niederlanden fiel das Vertrauen laut dem nationalen Statistikamt zwischen März und April von -30 auf -44.

IKEA ist mit den Preissenkungen nicht allein. Walmart will 3 Mrd. Dollar aus Tarifrückerstattungen für niedrigere Preise nutzen, Target fast 1 Mrd. Dollar auf dieselbe Weise. Kroger senkte im Mai die Preise für Tausende Produkte, wie Fortune berichtete. In den USA hat IKEA gewarnt, Trumps Zölle könnten Preiserhöhungen erzwingen. Nur 15 Prozent der dort verkauften Produkte stammen aus der Region, berichtete The Independent.

Niedrigere Marge

Juvencio Maeztu, Chef der Ingka Group, sagte, die Investition sei keine kurzfristige Kampagne. "Es geht darum, IKEA erschwinglicher zu machen, wenn die Menschen es am meisten brauchen, auch wenn wir dafür eine niedrigere Marge akzeptieren", sagte er in der Mitteilung. Niedrige Preise seien ein langfristiges Versprechen.

Der Financial Times sagte Maeztu: "IKEA senkt gern den Preis für den Regenschirm, wenn es regnet. Und für viele Kunden regnet es, weil die Lebenshaltungskosten steigen." Wie genau sich die Senkungen auf die Ergebnisse auswirken, wollte er nicht sagen. Er räumte nur ein, dass sie die Profitabilität belasten. "Unser Ansatz ist, zu akzeptieren, dass es das Ergebnis drücken wird, denn jetzt ist die Zeit, auf der Seite der vielen Menschen zu stehen", fügte er hinzu.

Ein IKEA-Sprecher wollte Fortune nicht sagen, wie hoch der Verzicht auf Marge genau ausfällt. Ähnlich handelte IKEA bereits 2023, um die starken Preissteigerungen nach der Covid-19-Pandemie auszugleichen. Das brachte den ersten Umsatzrückgang seit einem Jahrzehnt und halbierte Gewinne, berichtete die Financial Times. Jakub Jankowski, Chef von Inter IKEA, sagte: "Ich bin überzeugt, dass das keine einmalige Sache ist. Wir werden weitermachen. Es ist ein langfristiges Versprechen."

Wie es weitergeht

IKEA legt demnächst die Umsatzzahlen für das Gesamtjahr vor, weil sein Geschäftsjahr Ende August endet. Die Wirkung der Preissenkungen dürfte erst in den Zahlen des nächsten Jahres sichtbar werden, berichtete die Financial Times. Eine Kampagne im Geschäftsjahr 2024 habe mehr Menschen den Zugang zu den Produkten erleichtert, teilte IKEA mit. Sie sorgte für mehr Kundenfrequenz und mehr Bestellungen.

Maeztu sagte, das Unternehmen investiere auch in die Erreichbarkeit von IKEA. Dafür eröffne es viele kleinere Filialen als Teil seines Omnichannel-Angebots.

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Quellen

10
  1. 01IKEA is spending $1.4 billion to cut prices, joining Walmart and Target in a race to win back shoppersEN
  2. 02IKEA is struggling to stick to famously low prices due to Trump tariffsEN
  3. 03Ikea cuts Irish prices by up to 25% amid slumping consumer confidenceEN
  4. 04IKEA Cuts Prices in Europe as Cost-of-Living Pressures PersistEN
  5. 05IKEA is spending $1.4 billion to cut prices, joining Walmart and Target in a race to win back shoppersEN
  6. 06Switch 2 sales fell by almost 40 percent after Nintendo increased pricesEN
  7. 07High gas prices are pumping up used EV sales: these are FLYING off the lotEN
  8. 08Tesla wins trade zone status for Texas Megapacks, but China tariffs stayEN
  9. 09Why Chinese AI stars like Z.ai, MiniMax struggle to match Anthropic’s profit marginEN
  10. 10Unitree reports 70% surge in quarterly revenue, though AI investment weighs on net profitEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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