ISMAs Vision 2047: 32,3 Lakh Solararbeitsplätze und 89 Milliarden US-Dollar Investitionen
Der indische Verband der Solarmodulhersteller erklärte am Dienstag, das Land könne bis 2047 32,3 Lakh direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen. Baue es Polysilizium, Wafer und Zellen auf, könne es zudem 89 Milliarden US-Dollar an Fertigungsinvestitionen anziehen.

Für indische Hersteller und Investoren ist der Bericht ein Maßstab, keine Prognose. Der Einstieg in Zellen, Wafer und Polysilizium würde die Importabhängigkeit senken. Er würde außerdem Arbeitsplätze weiter oben in der Wertschöpfungskette schaffen. Zwei Dinge bleiben offen: welche Projekte finanziert werden und wie schnell die globale Nachfrage die zusätzlichen Kapazitäten aufnimmt.
Die Zahlen für 2047
Der Bericht heißt Vision 2047: Solar Manufacturing from Polysilicon to Power Plant. Er rechnet mit 2.275 GW installierter Solarkapazität bis 2047. Dafür wären 3.266 GW Modulkapazität nötig, 2.796 GW Zellen, 2.479 GW Ingots und Wafer sowie 2.156 GW Polysilizium-Äquivalent. Die Zahl der Fertigungsjobs würde von derzeit rund 4,1 Lakh auf 8,1 Lakh bis 2030 und auf 32,3 Lakh bis 2047 steigen. Die direkten Jobs in den Werken würden von etwa 1,4 Lakh auf 11,1 Lakh wachsen. Fast 68% davon entfielen auf Zellen, Wafer und Polysilizium. ISMA rechnet zudem damit, dass Indien bis 2047 einen Anteil von 26,5% an der globalen Modulversorgung hält. Unter der aktuellen Politik liegt der Wert 2030 bei rund 5,9%.
Zellwerke zuerst
Rayzon Solar ist ein Modulhersteller aus Gujarat. Im Dezember 2026 nimmt das Unternehmen seine 5,1-GW-TOPCon-Zellfertigung in Betrieb. Die ersten Lieferungen sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Rayzon hat 11,3 GW installierte Modulkapazität. Bis 2028 plant es eine Anlage für 5,1 GW Ingotguss und Wafersägen. Mit mehreren Bundesstaaten verhandelt es über Anreize. Wegen der Marktschwankungen hat es zudem von IPO-Erlösen auf Fremdfinanzierung umgestellt. Damit ist der Weg in die vorgelagerten Stufen ebenso eine Kreditfrage wie eine politische. Mitgründer Chirag Nakrani sagte, das Zellwerk sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg von Rayzon Solar zu einer tieferen Rückwärtsintegration.
Waaree Energies geht einen ähnlichen Weg. Das gilt im Inland wie in den Vereinigten Staaten.
Die Tochtergesellschaft Waaree Solar Americas hat am 29. Oktober in Brookshire, Texas, die kommerzielle Produktion auf zwei 800-MW-Modullinien aufgenommen. Damit verdoppelte sich der Standort auf 3,2 GW. Waaree Energies will seine indische Zellkapazität im Geschäftsjahr 2027 von 5,4 GW auf 15,4 GW erhöhen. Geplant ist außerdem eine Anlage für 10 GW Ingots und Wafer. Sie soll im Geschäftsjahr 2028 kommen. Der Umsatz der US-Fertigung erreichte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 13 Milliarden INR (146 Millionen US-Dollar). Ein Jahr zuvor waren es 7,32 Milliarden INR.
Anlagen und Engineering
Fabriken brauchen mehr als Geld. Sie brauchen das Engineering zwischen einer Anlagenbestellung und einer Linie, die nach Spezifikation läuft.
Zuvay Technologies gibt an, die Konfiguration von Wafer- und Zelllinien mit der Planung von Zellwerken im GW-Maßstab zu verbinden. Dazu kommen Automatisierung, Versorgungseinrichtungen, Reinraum, HVAC und Gasabscheidung. Die parametrischen Werkzeuge des Unternehmens leiten Versorgungslasten und Produktionskosten aus der Kapazität der Zelllinie und der Anlagenklasse ab. Bis 2030 will Zuvay der erste Ansprechpartner für Engineering und Anlagen für Indiens Solarfertigung im GW-Maßstab sein. Außerdem will es Kompetenzen in der Halbleiterfertigung aufbauen. Der ISMA-Bericht fordert inländische Fertigungsanlagen und stärkere technische Qualifikationen.
Geld und Politik
ISMA beziffert den Investitionsbedarf zwischen 2027 und 2047 auf rund 4,3 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Fast 70% davon entfielen auf Polysilizium, Wafer und Zellen.
Das Production Linked Incentive Scheme hatte bis Juni 2026 nach Angaben des Berichts rund 8,4 Milliarden US-Dollar an Investitionen angezogen. Auf jeden Dollar Anreiz kamen etwa vier Dollar privates Kapital. ISMA erwartet, dass die jährliche Solarimportrechnung von rund 4,4 Milliarden US-Dollar bis 2041 auf null fällt. Die politische Checkliste des Berichts macht aus dem Plan einen Zeitplan. Sie umfasst feste ALMM-Fristen, abgeschlossene PLI-Projekte, mehr Solarisierung von Dächern und landwirtschaftlichen Flächen und schnellere Investitionen in vorgelagerte Stufen.
Worauf zu achten ist
Amit Manohar ist Generalsekretär von ISMA. Das Ziel, sagte er, erfordere dauerhafte politische Unterstützung, eine planbare Nachfrage, Investitionen in die vorgelagerte Fertigung und weitere Anstrengungen, um Indiens globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Der weltweite Modulauftragsbestand von Waaree übersteigt 25 GW. Das US-Geschäft machte 43,8% des Auftragsbestands von 592 Milliarden INR aus. Ende des vorigen Quartals waren es rund 36%. Sunil Rathi, ein Direktor der Waaree Group, sagte, die veränderte Handelspolitik habe die Argumente für lokale Fertigung gestärkt. Die Inbetriebnahme von Rayzon im Dezember wird der erste klare Test. Sie wird zeigen, ob Indiens Zellkapazität dann steht, wenn die Unternehmen es ankündigen.
Quellen
28- 01India's solar manufacturing industry can generate 32 lakh jobs, attract $89 bn investment by 2047: ISMA - PSU WatchEN
- 02Rayzon Solar to start production at 5.1 GW TOPCon cell facility in December, plans ingot-wafer manufacturing by 2028 - pv magazine GlobalEN
- 03Waaree doubles Texas solar module manufacturing capacity to 3.2 GWEN
- 04ZUVAY TECHNOLOGIES: Engineering India's Path from Solar Manufacturing to Semiconductor InfrastructureEN
- 05Copeland Expands Scroll Compressor Manufacturing in India - Construction WorldEN
- 06OPINION | India can invent frontier technology but the challenge is to build a global business around itEN
- 07Odisha's $4 Billion Semiconductor Push: 5 Projects Could Put State on India's Chip Manufacturing MapEN
- 08India Mobile Manufacturing: The PLI Growth Test - Urban AcresEN
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