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Der Engpass bei KI-Chips verlagert sich in den Speicher: 1 Prozent Zuteilung, 4.000 Dollar für HBM, langsam neue Kapazität

Oracle hat einem Bericht der Financial Times zufolge einen Chip-Leasingvertrag über 7 Milliarden Dollar mit Tencent gekündigt, nachdem US-Beamte Bedenken zu der Vereinbarung angemeldet hatten. Am selben Tag meldete Bloomberg, chinesische KI-Firmen, die rund 6 Millionen Nvidia RTX Pro 5500 bestellt haben, rechneten damit, innerhalb von vier Monaten etwa 1 Prozent davon zu erhalten.

TechnologieErklärtLena BrandtVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 23
Der Engpass bei KI-Chips verlagert sich in den Speicher: 1 Prozent Zuteilung, 4.000 Dollar für HBM, langsam neue Kapazität

Ein Prozent des Auftragsbuchs

Alibaba, Tencent, ByteDance und weitere chinesische KI- und Cloud-Firmen haben zusammen rund 6 Millionen Nvidia RTX Pro 5500 bestellt, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. In den kommenden vier Monaten erwarten sie nur einige zehntausend Stück, also etwa 1 Prozent der Bestellung. Für jeden, der in China KI-Rechenleistung einkauft, ändert das die Planung. Budgets werden gegen einen Bruchteil der bestellten Hardware geschrieben, und niemand hat gesagt, wie über die Verteilung entschieden wird. Weder Nvidia noch die chinesischen Käufer haben eine Zuteilungsregel veröffentlicht.

Die FT berichtete im vergangenen Monat, Oracle habe einen Fünfjahresvertrag über die Vermietung von 100.000 Chips an Tencent unterzeichnet, den größten Auslandsvertrag des chinesischen Unternehmens. US-Beamte hätten Oracle ihre Bedenken zu dem Tencent-Geschäft mitgeteilt, schrieb die FT unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Tencent reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Huawei schickt Käufer auf den grauen Markt

Huawei rät einigen Kunden, den Speicher für seine KI-Chips selbst zu beschaffen, berichtete The Information. Der Ascend 960DT soll Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. Samsung und SK hynix kontrollieren zusammen mehr als 80 Prozent des weltweiten HBM-Markts, und US-Exportregeln blockieren den direkten Einkauf bei ihnen. Schmuggler füllen die Lücke, indem sie HBM mit billigen Serverprozessoren bündeln, die unter der Exportschwelle liegen. Die Pakete laufen über Hongkong, und Werkstätten in Shenzhen trennen den Speicher von den Platinen. Tom's Hardware beschrieb unter Berufung auf The Information einen Schmuggler, dessen Chipdesign-Firma die leistungsschwachen Prozessoren baut, die den Speicher an den Kontrollen vorbeitragen. Die Arbeit ist fragil. Die Ausfallrate ist hoch, aber die Marge deckt sie ab.

Ein Broker in Shenzhen sagte The Information, eine einzelne HBM3E-Einheit habe vor einem Jahr in China für mehrere hundert Dollar den Besitzer gewechselt und koste heute etwa 4.000 Dollar. Jeder KI-Chip braucht sechs bis acht dieser Einheiten, allein der Speicher kommt damit auf 24.000 bis 32.000 Dollar pro GPU.

Die Durchsetzung wird strenger. Die südkoreanische Zollbehörde hatte bis Mai Handelsverstöße im Wert von 560.000.000 Dollar aufgedeckt, schon mehr als der bisherige Jahresrekord. Ein Drittel davon betraf strategische Güter wie Chips, die ohne ordnungsgemäße Genehmigung oder mit falschen Angaben ausgeführt wurden.

Apple zahlt die Rechnung am anderen Ende

Auch am Verbraucherende trägt Apple denselben Druck. Vorstandschef John Ternus sagte am Montag in einer Telefonkonferenz, die Speicherpreise seien "beispiellos", und sagte für das vierte Quartal dieses Jahres noch höhere Speicherkosten voraus als in den drei Monaten zuvor. Apples Umsatz stieg um 12 Prozent auf 114.500.000.000 Dollar von 102.500.000.000 Dollar. Die Aktie fiel nach der Margenwarnung im nachbörslichen Handel dennoch um 2,75 Prozent. Preiserhöhungen beim iPad und MacBook im Juni und beim iPhone im September hätten einigen Ausgleich gebracht, sagte Ternus.

Kapazität kommt, langsam

Neue Kapazität wird angekündigt, aber in einem Zeitplan, der nicht zur Knappheit passt. Bosch will sein Halbleitergeschäft ab Januar 2028 in eine eigene Sparte überführen und peilt bis 2030 rund 5.000.000.000 Euro Chipumsatz pro Jahr an. Die Einheit bleibt innerhalb von Bosch und wird kein eigenständiges Unternehmen. Bosch hat etwa 3.000.000.000 Euro in seine Waferwerke in Dresden und Reutlingen investiert und gibt rund 2.000.000.000 Dollar aus, um seinen Standort Roseville in Kalifornien auf Siliziumkarbid-Produktion umzustellen. Bosch will außerdem Kapazität an externe Kunden verkaufen. Zielmärkte sind Robotik, Fabrikautomation und KI-Rechenzentren.

Das Werk von Sahasra Semiconductors in Bhiwadi in Rajasthan wurde mit mehr als 1.500.000.000 Rupien gefördert, umgerechnet etwa 15.800.000 Dollar, und hat eine angegebene jährliche Verpackungskapazität von 60.000.000 Einheiten. Die OSAT-Anlage von Tata Electronics in Assam für 270.000.000.000 Rupien (etwa 3.250.000.000 Dollar) hat eine genehmigte Kapazität von 48.000.000 Einheiten pro Tag.

Chinas Speicher-Champion steht dem Problem näher. CXMT hat die Risikoproduktion von HBM3E aufgenommen und soll es bis Ende dieses Jahres in Serie fertigen. Berichten zufolge leidet das Unternehmen unter geringer Ausbeute, was seine Chips teuer in Herstellung und Beschaffung macht.

Worauf man achten muss

Boschs Erik Rein sagte, die eigene Sparte eröffne "ein neues Kapitel in unserer mehr als 60-jährigen Halbleitergeschichte". Ob externe Kunden unterschreiben, entscheidet darüber, ob der Foundry-Plan zusätzliches Angebot bringt oder nur eine weitere Option auf dem Papier. Huawei soll eigenen Angaben zufolge mit seinem nächsten Flaggschiff-KI-Prozessor 960DT ähnliche Leistung wie die H100 liefern. Das Unternehmen kann kein HBM bei Samsung oder SK hynix kaufen, und chinesische Speicherhersteller haben nicht die Kapazität, um den gesamten Chipbedarf zu decken. Damit bleiben seine Kunden auf dem grauen Markt.

Achten muss man auf die Durchsetzung, nicht auf Ankündigungen. Festnahmen gab es bereits unter Führungskräften von Super Micro, und Taiwan und Malaysia haben ihre Arbeit gegen Schmuggel verstärkt. Der Schmuggler befürchtet, dass die südkoreanischen und US-Behörden die Geschäfte bald unterbinden.

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Quellen

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  1. 01Oracle Scraps $7 Billion Deal to Lease Chips to Tencent, FT SaysEN
  2. 02Nvidia China Clients to Get 1% of $70 Billion RTX Chips OrderedEN
  3. 03Bosch gives chips their own division, eyeing €5bn in sales by 2030EN
  4. 04AI chip smugglers exploit trade control loophole to bring banned HBM from South Korea into ChinaEN
  5. 05Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
  6. 06Apple warns of 'unprecedented' rise in memory chip pricesEN
  7. 07Is There Room for Small-Scale OSATs in India's Chip Packaging Boom?EN
  8. 08 New 'Star Trek: The Original Voyages' book traces the stellar legacy of the bold sci-fi brand EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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