Nokia steigt im Rating auf, während die Telecom-Investitionen stagnieren
Moody's hat am Dienstag Nokias langfristiges Emittentenrating und das Rating der vorrangigen unbesicherten Anleihen von Ba1 auf Baa3 angehoben. Der Ausblick bleibt positiv, obwohl die Ausgaben für mobile Funkzugangsnetze weitgehend stagnieren. Dieselbe Zurückhaltung zeigt sich in Mexiko: Dort sanken die Investitionen von América Móvil in den ersten neun Monaten auf 10,4% des Umsatzes, nach 12,1% im Vorjahr.

Ein Rating-Schritt auf Basis stagnierender Netzbetreiberausgaben
Telekommunikationsanbieter erwirtschafteten in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 weiterhin 72% von Nokias Nettoumsatz. Moody's begründet die Heraufstufung mit Aufträgen für optische Netze und IP-Netze von Hyperscalern. Die Agentur erwartet eine bereinigte operative Marge von rund 5% im Jahr 2026, 9% im Jahr 2027 und 11,5% im Jahr 2028. Das ist wichtig, weil die Budgets der Netzbetreiber die Untergrenze für Nokias Umsatz bilden. Das Ratingszenario geht nicht von einer Erholung der Netzbetreiberausgaben aus.
Beim kurzfristigen Cash sieht es anders aus. Die Restrukturierungskosten stiegen für 2026 auf rund 1.100.000.000 Euro, gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 250.000.000 Euro.
Nokia zieht sich aus China zurück und senkt in Europa die Kosten. Moody's rechnet in diesem Jahr mit einem freien Cashflow nach Dividenden von minus 370.000.000 Euro. Noch trägt die Bilanz die Heraufstufung. Nokia hat 4.700.000.000 Euro bereinigtes Bargeld sowie 2.370.000.000 Euro nicht in Anspruch genommene Kreditlinien und Fazilitäten der Europäischen Investitionsbank. Moody's erwartet ein Verhältnis von Bruttoschulden zu EBITDA von 1,9x Ende 2026 und 1,3x bis 2028. Das ist der Puffer hinter einem Rating, das weiterhin von den Budgets der Netzbetreiber abhängt.
Mexiko: weniger Abdeckung, mehr Glasfaser
Die Zahlen aus dem dritten Quartal in Mexiko zeigen dieselbe Zurückhaltung. América Móvil investierte auf regionaler Ebene 75.900.000.000 Pesos (4.000.000.000 US-Dollar) in den neun Monaten bis September.
Das waren 10,6% weniger als die 84.900.000.000 Pesos im gleichen Zeitraum 2025. Der Rückgang geht vor allem auf einen Wechselkurseffekt zurück. Televisa investierte im Quartal 2.992,6 Millionen Pesos, 18,2% weniger in Pesos und 11,7% weniger in Dollar im Jahresvergleich. Das Unternehmen stellte mehr als 1,3 Millionen Haushalte auf Glasfaser bis ins Haus um, gewann aber nur 7.700 Haushalte für ein Netz, das mehr als 20.100.000 Haushalte erreicht.
Megacable hielt die Quartalsinvestitionen bei 2.372.000.000 Pesos, praktisch unverändert zum Vorjahr. Das ist das niedrigste dritte Quartal seit Beginn des Ausbaus.
Die Investitionen seit Jahresbeginn entsprechen 23,2% des Umsatzes, nach 40,7% in den ersten neun Monaten 2023. Megacable erreicht 19.900.000 Haushalte, 89% der Abonnenten sind an Glasfaser angeschlossen, nach 82%. Total Play machte keine Angaben zu den Quartalsinvestitionen. CEO Eduardo Kuri sagte, 143.340 neue Privatkunden seien ohne zusätzliche geografische Investitionen hinzugekommen, während die Zahl der erschlossenen Haushalte von 17.600.000 auf 19.500.000 stieg. Das Muster ist einheitlich: Die Betreiber gewinnen Kunden und Glasfaseranschlüsse hinzu, halten sich aber beim Ausbau neuer Gebiete zurück. Diese Verschiebung zeigt sich bei den großen Anbietern.
Konsolidierung läuft parallel zu den Kürzungen
Die Kürzungen finden in einem Markt statt, der neu geordnet wird. Am 13. Oktober vereinbarte ein Konsortium, das zu gleichen Teilen aus Televisa und Fintech Holdings besteht, den Kauf des Mobilfunkgeschäfts von AT&T in Mexiko.
Der Preis beträgt 2.000.000.000 US-Dollar, vorbehaltlich Anpassungen und der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Televisa will zum Abschluss, der für das erste Quartal 2027 geplant ist, rund 400.000.000 US-Dollar beisteuern. Damit bekäme das Unternehmen ein eigenes Mobilfunknetz für ein Geschäft, das heute als MVNO mit 888.000 Anschlüssen läuft, 59% mehr als ein Jahr zuvor. Axtel, auf das Firmenkundengeschäft ausgerichtet, machte ebenfalls keine Angaben zu seinen Investitionen. Der Vorstand erhielt separate Angebote von 4 Tech Plus und Transtelco Holding zum Kauf von bis zu 100% des Unternehmens. Axtel refinanzierte einen Kredit über 65.000.000 US-Dollar bei Export Development Canada und verlängerte die Laufzeit auf drei Jahre.
Was als Nächstes kommt: Edge-KI und Budgets für 2027
Führungskräfte von América Móvil sagten, sie erwarteten für 2027 Investitionen auf ähnlichem Niveau. Das Budget ist noch nicht abgeschlossen. Das Unternehmen hält an seiner Prognose von rund 7.000.000.000 US-Dollar pro Jahr fest.
Wohin der nächste Teil der Ausgaben fließt, ist offen. Die Edge-KI-Arbeit von Nvidia umfasst AT&T, Charter Communications, Cisco, Nokia, SoftBank, Telefónica und T-Mobile. Als klarste kurzfristige Chance gelten dabei Standorte in Ballungsräumen, nicht Funktürme. David Duggal, CEO von EnterpriseWeb, sagte, Strom- und Wärmeprobleme machten KI auf einem Funkmast oder Mobilfunkstandort zu einem Dilemma. Die GPU brauche viel mehr Strom, sagte er, und mehr Strom bedeute mehr Wärme. Diese Einschränkung bestimmt, wo die Betreiber zuerst Rechenleistung platzieren können.
In Mexiko geht es beim Ausbau vor allem um Glasfaser. COO Oscar Von Hauske sagte, 94% der Festnetz-Breitbandkunden in Mexiko seien bereits mit Glasfaser verbunden.
CEO Daniel Hajj sagte, Telcel sei der einzige Betreiber des Landes mit einem 5G-Netz und guter Abdeckungsqualität.
Quellen
17- 01Mexico's telecom operators trim coverage spending as market consolidatesEN
- 02Moody's lifts Nokia to Baa3 investment grade on AI and cloud momentumEN
- 03Edge AI May Give Telecoms a Seat at the TableEN
- 04CyberKord raises €2.7M to automate IT and cybersecurity operations with AIEN
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