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Optogenetische Gentherapie steigert Lichtempfindlichkeit bei 7 von 10 Patienten mit Retinitis pigmentosa

Eine optogenetische Gentherapie mit Kamera-Brille hat bei 7 von 10 Patienten mit Retinitis pigmentosa die Lichtempfindlichkeit erhöht. Die Studie erschien im Oktober im New England Journal of Medicine und ist der erste Gruppenerfolg für diesen Ansatz. Sechs Patienten erreichten einen klinisch bedeutsamen Zugewinn.

WissenschaftNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20263 Min. LesezeitQuellen 16
Optogenetische Gentherapie steigert Lichtempfindlichkeit bei 7 von 10 Patienten mit Retinitis pigmentosa

Zum ersten Mal hat der Ansatz bei einer Gruppe von Patienten gewirkt und nicht nur bei einem Einzelnen. Normales Sehen stellt er nicht wieder her. Kein Land hat die Therapie zugelassen.

Was die Studie gemessen hat

Die Lichtempfindlichkeit stieg bei 7 von 10 Teilnehmern, und zwar um den Faktor 2,0 bis 62,3. Sechs erreichten die klinisch bedeutsame Schwelle, also etwa eine Vervierfachung.

Vier der acht Patienten, die die Verhaltenstests abschlossen, wurden besser darin, Objekte zu erkennen oder zu lokalisieren. Aufzeichnungen der Hirnaktivität zeigten Signale, die zu visueller Information passen, die den visuellen Kortex erreicht. Lesen oder Gesichter erkennen konnten die Patienten weiterhin nicht.

Wie die Behandlung wirkt

Retinitis pigmentosa ist eine erbliche Erkrankung. Mutationen in mehr als 100 verschiedenen Genen können sie auslösen. Gentherapien Gen für Gen lassen sich deshalb schwer skalieren. Statt die Photorezeptoren zu reparieren, erhielt jeder Teilnehmer eine Injektion eines adeno-assoziierten Virusvektors in das schlechter sehende Auge. Der Vektor trägt das Gen für ChrimsonR, ein lichtempfindliches Protein, in retinale Ganglienzellen. Diese überleben auch bei fortgeschrittener Erkrankung oft.

ChrimsonR reagiert auf bernsteinfarbenes Licht. Die Kamera-Brille nimmt die Szene auf, ein Prozessor wandelt Veränderungen darin in Pulse bernsteinfarbenen Lichts um, und diese Pulse aktivieren die behandelten Zellen. Die Optogenetik kommt ohne Hirnoperation aus und wirkt unabhängig davon, welches Gen die Erkrankung verursacht hat.

Der Ansatz braucht einen funktionierenden Sehnerv. Deshalb hilft er nicht, wenn ein Schaden die Verbindung zwischen Netzhaut und Gehirn betrifft. José-Alain Sahel von der University of Pittsburgh und Botond Roska vom Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB) leiteten die Studie, finanziert vom französischen Biotechunternehmen GenSight Biologics.

Sicherheitsergebnisse

Die offene PIONEER-Studie (NCT03326336) war vor allem auf die Prüfung der Sicherheit angelegt. Neun der 10 Teilnehmer hatten insgesamt 34 augenbezogene unerwünschte Ereignisse: 23 leichte, 10 mittelschwere und ein schweres. Das schwere Ereignis war ein vorübergehender Verschluss der zentralen Netzhautarterie direkt nach der Injektion. Er löste sich innerhalb von Minuten nach Augentropfen.

Früherer Fall

Das Ergebnis baut auf einem Fall von 2021 auf. Ein Mann, der dieselbe Methode erhalten hatte, konnte Objekte sehen und zählen.

Wie es weitergeht

Die Pressemitteilung des IOB merkt an, dass Menschen, die mehr Zeit mit dem Training mit der Brille verbrachten, tendenziell besser abschnitten. Das legt nahe, dass Rehabilitation Teil jeder künftigen Behandlung sein wird.

Die optogenetische Therapie bleibt experimentell. Die Autoren schreiben, dass größere Studien die Sicherheit und Wirksamkeit bestätigen müssen. Vorerst stützt sich die veröffentlichte Evidenz auf 10 Personen.

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Quellen

16
  1. 01Retinitis Pigmentosa Gene Therapy Helps 7 of 10 Blind Patients - ShiftDelete.NetEN
  2. 02The Download: blended meat, restored sight, and the agentic webEN
  3. 03Gene editing could replace a lifetime of medication, but there's a catchEN
  4. 04World Sight Day: Hopeful advancements in eye care - Ophthalmology TimesEN
  5. 05First UK patient completes treatment of gene-editing therapy for sickle cellEN
  6. 06My therapist thinks I should chuck the Amazon Bee Frontier out a windowEN
  7. 07Ultragenyx to lay off 20% of employees, scrap a Wilson disease gene therapyEN
  8. 08STAT+: Amid Mass General Brigham layoffs, CEO pens vague letter, stirring staff anxietyEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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