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WHO empfiehlt zwei Bundibugyo-Impfstoffkandidaten für die Tumaini-Studie in der DR Kongo

Die WHO teilte am 4. November mit, ihre Expertengremien hätten empfohlen, zwei Impfstoffkandidaten gegen den Bundibugyo-Stamm von Ebola in die Tumaini-Studie in der Demokratischen Republik Kongo aufzunehmen. Voraussetzung sind noch die nationalen Zulassungen.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 11
WHO empfiehlt zwei Bundibugyo-Impfstoffkandidaten für die Tumaini-Studie in der DR Kongo

Bei den beiden Kandidaten handelt es sich um ChAdOx1 BDBV von der University of Oxford und dem Serum Institute of India sowie um mRNA-1469 von Moderna.

Die unabhängige Technical Advisory Group on Candidate Vaccines Prioritization der WHO empfahl beide auf Grundlage präklinischer und früher klinischer Daten. Die Unternehmen wurden am Montag informiert, wie die WHO in einer Mitteilung vom 4. November erklärte. In die Tumaini-Studie kommen die Kandidaten erst nach den nationalen Zulassungen. Die WHO bezeichnete den Schritt als das erste Mal, dass Impfstoffe, die speziell gegen das Bundibugyo-Virus entwickelt wurden, während eines Ausbruchs der Krankheit geprüft werden. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Kandidaten könnten zu einem "leistungsstarken neuen Werkzeug werden, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen". Zugleich warnte er: "Impfstoffe allein werden diesen Ausbruch nicht beenden."

Beide Kandidaten sind bereits in Phase-I-Studien zu Sicherheit und Immunogenität, darunter eine im Oktober in Uganda gestartete Studie aus Oxford, wie EMJ berichtete.

Die Tumaini-Studie leitet das Institut National de Recherche Biomédicale der DR Kongo. Zu den Partnern gehören die Universität Antwerpen, die WHO, Epicentre, Médecins Sans Frontières, das Institut für Tropenmedizin in Antwerpen und Africa CDC.

Warum die Studie jetzt zählt

Für das Bundibugyo-Virus ist kein Impfstoff zugelassen.

Ervebo, der in dieser Reaktion eingesetzte Impfstoff, ist gegen den Zaire-Stamm von Ebola zugelassen, seine Wirksamkeit gegen Bundibugyo ist nicht belegt. Africa CDC zählte 10.444 bestätigte Fälle auf dem Kontinent und eine Sterblichkeitsrate von über 50 Prozent. Die nationalen Zahlen weichen davon ab. Die Latin Times berichtete, allein in der DR Kongo habe es 10.351 Fälle und mindestens 5.026 Todesfälle gegeben. Der Bericht der kongolesischen Regierung vom 31. Oktober nennt für das Land mehr als 10.300 bestätigte Fälle und mehr als 5.000 Todesfälle in acht der 26 Provinzen.

Die Zugangskampagne von MSF warnte, die Versorgung mit Ervebo könne durch Produktionsprobleme eingeschränkt werden. Sie forderte Merck Sharp & Dohme auf, alle in den kommenden Monaten produzierten Dosen dem globalen Notfalllager zuzuweisen. Julien Potet, leitender Impfstoffberater bei MSF Access, sagte, Impfstoffe seien "nur nützlich, wenn sie denen zur Verfügung stehen, die gefährdet sind".

Tedros sagte, Impfstoffe seien "kein Ersatz für die bewährten Maßnahmen, die jetzt Leben retten können", und nannte frühzeitige Versorgung, Kontaktnachverfolgung, Isolation, sichere Bestattungen und die Einbindung der Gemeinden.

Wie Tumaini Impfstoffe mitten im Ausbruch prüft

Tumaini, auf Swahili Hoffnung, begann am 23. Oktober in Bunia in der Provinz Ituri mit der Aufnahme von Teilnehmern.

Die Studie ist als adaptive Plattform angelegt und soll mehrere Kandidaten in einer einzigen Studie prüfen, nicht nacheinander. Sie nutzt die Ringimpfung: Die Teams impfen Kontakte von Menschen mit bestätigter Bundibugyo-Erkrankung und andere Hochrisikogruppen, nicht die Allgemeinbevölkerung. Am ersten Tag werden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip einem Kandidaten oder einer Vergleichsbehandlung zugeteilt. Am 29. Tag erhalten sie das jeweils andere, sodass allen schließlich ein Kandidat angeboten wird. Ein unabhängiges Gremium zur Datenüberwachung prüft die Ergebnisse laufend und kann unwirksame Kandidaten aus der Studie nehmen.

Der erste Kandidat in den Ringen ist Ervebo, der auf Kreuzschutz geprüft wird.

Bunia war das frühe Epizentrum des Ausbruchs, mobile Impfteams könnten den Zugang zu weiteren betroffenen Gebieten öffnen. Die Studie schließt Schwangere und Kinder ab 12 Jahren ein, für den Ervebo-Teil sind Kinder ab 1 Jahr zugelassen. Vier Impfringe bestehen bereits, mehrere weitere werden nach Angaben der WHO vorbereitet. Investitionen der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations hätten die schnelle Entwicklung der Impfstoffkandidaten möglich gemacht, erklärte die WHO.

Wie der Ausbruch aussieht

Die ersten Fälle wurden am 14. Mai 2026 gemeldet, am 15. Mai erklärten die DR Kongo und Uganda gleichzeitige Ausbrüche, wie die Latin Times berichtete. Die CDC bezeichnet ihn als zweitgrößten Ebola-Ausbruch der Geschichte. Ituri im Nordosten bleibt das Epizentrum, wo Konflikte den Zugang zu den betroffenen Menschen erschweren.

Der Ausbruch überschritt innerhalb von 40 Tagen nach Beginn der Reaktion 1.000 bestätigte Fälle, wie Medical Daily unter Berufung auf CDC-Zahlen berichtete. Der Ausbruch von 2018 im selben Land brauchte demnach etwa 235 Tage bis zu dieser Marke.

Er hat auch Grenzen überschritten. Kenia verzeichnete neun Fälle mit zwei Todesfällen, alle in Nairobi und im Zusammenhang mit einer reisebedingten Infektion, ohne gemeldete Ausbreitung in der Bevölkerung, so Medical Daily. Nigeria bestätigte am 21. Oktober seinen ersten Bundibugyo-Fall, wie die Latin Times berichtete: eine Frau, die auf Geschäftsreise im Osten der DR Kongo war und über Uganda reiste, die Ansteckung wird in der DR Kongo vermutet. Das Nigeria Centre for Disease Control and Prevention datierte die Laborbestätigung auf den 20. Oktober. Die Latin Times zählt fünf Länder mit bestätigten Fällen: die DR Kongo, Uganda, Kenia, Nigeria und Frankreich, wo ein Patient genas. Jean Kaseya, Generaldirektor von Africa CDC, sagte, bis zu 12 Länder seien inzwischen gefährdet.

Die Sterblichkeitsrate in der DR Kongo überschritt am 30. Oktober 51 Prozent, eine der höchsten, die für einen modernen Ebola-Ausbruch erfasst wurden, wie die Latin Times berichtete.

Was als Nächstes passiert

Die im Juli gestartete PARTNERS-Studie der WHO prüft, ob der monoklonale Antikörper MBP134, das Virostatikum Remdesivir oder eine Kombination beider das Überleben bei bestätigten Bundibugyo-Fällen verbessern. Die WHO teilte mit, Maftivimab werde bald hinzugefügt, zudem laufe eine Studie zur Postexpositionsprophylaxe mit Obeldevisir.

Erste Ergebnisse der Behandlungsstudien werden in den kommenden Monaten erwartet. Ergebnisse der Impfstoffstudie werden für Anfang 2027 erwartet.

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Quellen

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  1. 01Two new candidate vaccines to join Ebola trial as treatment research advancesEN
  2. 02WHO approves clinical trials for two new Ebola vaccinesEN
  3. 03Ebola in the DRC: Two candidate vaccines recommended for the Tumaini trialEN
  4. 04Bundibugyo Ebola outbreak crosses borders as DRC fatalities top 5,000 and vaccine trials beginEN
  5. 05WHO approves trials of two Ebola vaccines in the DRCEN
  6. 06Ebola Vaccine Trial Begins in Congo as Bundibugyo Outbreak Tops 10,000 Confirmed Cases and 4,900 DeathsEN
  7. 07Ebola Vaccine Trial Begins as Congo Outbreak Deaths RiseEN
  8. 08Vaccines for the 2026 Bundibugyo Ebola disease outbreak: access gaps and recommendationsEN
  9. 09DRC: Ebola outbreak death toll exceeds 5,000EN
  10. 10WHO Approves Ebola Vaccine Trials for DRC and Nigeria OutbreaksEN
  11. 11WHO hopes DRC vaccine trials will help tackle Bundibugyo Ebola outbreakEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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