Palantir schlägt beim Umsatz, doch die gebremsten Buchungen stellen die KI-Erzählung auf die Probe
Palantir hat zum ersten Mal mehr als 2.000.000.000 Dollar Quartalsumsatz erzielt und den Umsatz gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Die Aktie fiel am Dienstag, 3. November, um rund 2%, weil der Gesamtwert der US-Commercial-Verträge nur um 11% wuchs, nach 153% im zweiten Quartal.

Palantir: Umsatz verdoppelt, Buchungen gebremst
Die Schlagzeilen waren stark. Der Umsatz im dritten Quartal hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt, teilte das Unternehmen mit. Zum ersten Mal lag er über 2.000.000.000 Dollar.
Dann kam der Teil, den Anleger zuerst lesen. Palantir schloss im Quartal US-Commercial-Verträge mit einem Gesamtwert von 1.500.000.000 Dollar ab, berichtet CNBC. Das waren 11% mehr als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal erreichte dieselbe Kennzahl einen Rekordwert von 2.100.000.000 Dollar, ein Plus von 153%. Auch der US-Commercial-Umsatz übertraf erstmals den Umsatz mit Regierungsaufträgen. Diesen Wechsel hatte das Unternehmen mehrere Quartale lang angekündigt. Den Ton gab nicht die Umsatzzeile an, sondern die Zeile mit den Buchungen.
Die Aufteilung ist nicht nur für ein einzelnes Unternehmen wichtig. Ein Anbieter kann beim Umsatz überzeugen und trotzdem verkauft werden. Anleger lesen die Vertragslaufzeit inzwischen als Signal für das kommende Jahr. Niemand hat gesagt, wie viel von den Rekordausgaben für KI in diesem Jahr in mehrjährige Verpflichtungen mündet.
Die Analysten sahen in der Verlangsamung kein Nachfrageproblem. CNBC berichtet, sie verwiesen auf den Gesamtwert der Verträge und andere vorausschauende Indikatoren. Eine Notiz von Piper Sandler vom Montag erklärte, Anleger würden „zweifellos in den folgenden Quartalen Belege dafür suchen, dass das Wachstum von 11% bei den US-Commercial-TCV-Buchungen ein Laufzeitausreißer und nichts Strukturelles ist“. Die Notiz ergänzte, die Nachfrage nach Palantirs Lösungen übersteige weiterhin das Angebot. Analysten von Goldman Sachs schrieben, das Unternehmen führe einen Teil der Lücke auf kürzere Vertragslaufzeiten zurück.
Die Aktie fiel am Dienstag, 3. November, um rund 2%.
Die KI-Position taucht in der Bilanz auf
Palantir verkauft die Schaufeln und Hacken. Seine Kunden versuchen nun, die Erträge vorzuweisen.
Santander teilte mit, KI-Initiativen hätten in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 einen Geschäftswert von 194.000.000 Euro (216.000.000 Dollar) erzeugt. Das ist eine kumulierte Neunmonatszahl, kein einzelnes Quartal. Geschäftswert ist außerdem kein Gewinn. Die Zahl umfasst Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen, und die Bank hat die beiden nicht getrennt. Finanzvorstand José García Cantera sagte CNBC, KI wirke auf beides. Er sagte, dies sei das Quartal, in dem sich ein positiver Beitrag direkt darauf zurückführen lasse. Außerdem sei KI in die Prozesse der Bank eingebettet. Damit lässt sich der KI-Anteil schwer isolieren.
Novartis meldete für das dritte Quartal ein operatives Kernergebnis von 6.040.000.000 Dollar. Das waren 10% mehr als im Vorjahr zu konstanten Wechselkursen. Wie viel davon aus KI stammt, sagte das Unternehmen nicht. Vorstandschef Vas Narasimhan sagte CNBC, es sei „das erste Quartal, in dem ich wirklich sehe, dass KI unsere Gewinn- und Verlustrechnung tatsächlich spürbar verbessert“. Standard Chartered meldete für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum von 14% zu konstanten Wechselkursen, ohne Sondereffekte. Der Finanzchef der Bank sagte, KI tauche überall im Geschäft auf.
Für Unternehmen als Käufer ändert sich praktisch, dass KI-Behauptungen jetzt mit einer Zahl daherkommen. Das gilt zumindest bei drei großen Konzernen. Damit lässt sich ein Anbieter leichter fragen, was eine Lizenz tatsächlich einbringt.
Erst die Ausgaben, später die Erträge
Die Lücke zwischen diesen beiden Bildern ist die Geschichte der Saison.
Die Investitionen von Unternehmen in KI erreichten 2025 insgesamt 581.700.000.000 Dollar, 130% mehr als im Vorjahr, heißt es im Stanford HAI 2026 AI Index report. Microsoft, Amazon, Google und Meta sollen in diesem Jahr zusammen 700.000.000.000 Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben, berichtet CNBC. Die beiden Zahlen messen Verschiedenes, doch die Richtung ist dieselbe. Die Ausgaben für Infrastruktur laufen den Erträgen voraus, die Unternehmen derzeit verbuchen können. Das Geld erscheint zuerst als Kosten, dann als Umsatz. Deshalb wird eine Bank, die 194.000.000 Euro Wert meldet, freundlicher aufgenommen als ein Anbieter, der weniger mehrjährige Verträge abschließt.
Das macht die Ausgaben nicht falsch. Es macht sie früh. Die Unternehmen, die heute KI-Umsatz verbuchen, verkaufen Infrastruktur an Firmen, die noch nicht fertig gezählt haben, was sie zurückbekommen.
Übertroffene Erwartungen, die die Aktie nicht bewegten
Palantir ist nicht allein damit, die Erwartungen zu übertreffen und trotzdem zu fallen.
Asure Software meldete ein Quartalsergebnis von 0,21 Dollar je Aktie. Das lag über der Konsensschätzung von 0,19 Dollar. Der Umsatz betrug 40.020.000 Dollar nach 36.250.000 Dollar im Vorjahr. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 23,3% im Minus, während der S&P 500 um 13,1% zulegte. Strategy übertraf die Gewinnschätzung deutlich und verfehlte trotzdem den Umsatz. Der Umsatz lag bei 125.430.000 Dollar und damit unter den 128.690.000 Dollar des Vorjahres, berichtet Zacks.
Dasselbe Muster zeigt sich in der Hardware. Zhongji Innolight meldete einen Anstieg des Nettogewinns im dritten Quartal um 174% auf 1.290.000.000 Dollar. Der Umsatz stieg um 172%. Die Aktie fiel am Freitag, 30. Oktober, dennoch um 5% auf 553,00 Yuan, berichtet die South China Morning Post. Der Rückgang verlängerte einen zweitägigen Ausverkauf. Suzhou TFC Communication verlor am Donnerstag 19,8%, Eoptolink Technology 11,1%, berichtet die South China Morning Post. Eoptolink schloss am Freitag 14,2% tiefer bei 196,00 Yuan.
Worauf man achten sollte
Die Analysten von Goldman formulierten die nächste Prüfung nüchtern. Entscheidend werde sein, kürzere Vertragslaufzeiten in längerfristige Verpflichtungen umzuwandeln. Das sei Palantir in der Vergangenheit gelungen, schrieben sie. Der Vergleichsmaßstab für das vierte Quartal sind die 2.100.000.000 Dollar aus dem zweiten Quartal.
Für die Banken und Pharmakonzerne läuft die Frage in die andere Richtung. Novartis und Standard Chartered beschreiben KI beide als über das Geschäft verteilt, ohne eine Zahl zu nennen. Damit bleibt die Größe des Effekts für jeden unquantifiziert, der sie modellieren will. Keines der beiden Unternehmen hat gesagt, wie viel seines Wachstums aus KI stammt.
Klarheit brächte ein Quartal, in dem die Vertragslaufzeiten länger werden und die KI-Position eine Zahl bekommt. Beides ist bisher nicht passiert.
Quellen
5- 01Palantir sinks 2% after earnings as analysts point to slowdown in total contract valueEN
- 02Companies promised AI gains — here's how the payoff showed up in earningsEN
- 03Asure Software, Inc. (ASUR) Tops Q3 Earnings and Revenue EstimatesEN
- 04Strategy (MSTR) Beats Q3 Earnings EstimatesEN
- 05China's optical suppliers extend sell-off as fears of slower AI growth trump upbeat earningsEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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