Tschechisches Team gräbt Gräber von Sabu und Ptahshepses in Saqqara erneut aus
Tschechische Archäologen haben die Gräber von Sabu und Ptahshepses in Saqqara erneut ausgegraben. Dabei stießen sie auf die Opferkapelle von Sabus Frau Ikhetnefert und auf einen Kalksteinsarkophag mit den sterblichen Überresten von Ptahshepses, wie das ägyptische Antikenministerium mitteilte.

Ägyptens Minister für Tourismus und Antiken, Sherif Fathy, besichtigte die Arbeit der Mission an der Stätte, wie das Ministerium mitteilte. Er prüfte Bauelemente und Inschriften, die die Mission freigelegt hatte, darunter die Opferkapelle und die Grabkammer des Ptahshepses, in der ein Kalksteinsarkophag mit seinen sterblichen Überresten gefunden wurde. Fathy sagte, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit ausländischen Missionen stärke auch die Fachkenntnisse ägyptischer Archäologen.
Wiederentdeckung in Saqqara
Entdeckt wurden die Gräber zuerst von dem französischen Ägyptologen Auguste Mariette, dem Gründer des ägyptischen Antikendienstes, zwischen 1858 und 1860. Er identifizierte in dem Gebiet rund 160 Gräber des Alten Reiches, doch seine Grabungen konzentrierten sich vor allem auf bedeutende Fundstücke. Andere Teile der Gräber blieben unerforscht und schlecht dokumentiert. Später wurden die Gräber wieder von Sand bedeckt. Das Projekt des Tschechischen Instituts für Ägyptologie will Gräber finden, ausgraben und dokumentieren, die im 19. Jahrhundert nur teilweise erforscht und im Laufe der Zeit erneut verschüttet wurden.
Hisham El-Leithy, Generalsekretär des ägyptischen Obersten Antikenrats, sagte, die Bedeutung der tschechischen Arbeit liege darin, dass Gräber erneut ausgegraben werden, die seit dem 19. Jahrhundert nur teilweise freigelegt waren. Die erneute Untersuchung dokumentiere die Monumente mit modernen wissenschaftlichen Methoden und bringe neue Erkenntnisse über die religiösen Vorstellungen und das gesellschaftliche Leben der Beamten des Alten Reiches.
Das Team hat die Gräber von Sabu und seinem Sohn Ptahshepses erneut ausgegraben. Beide waren hohe Beamte, die mit dem Ptah-Kult in Memphis verbunden waren. Beide Gräber stammen aus dem Alten Reich, das die Mission auf etwa 2.686 bis 2.181 v. Chr. datiert. Sabus Grab liegt nördlich des Grabes seines Sohnes. Miroslav Bárta, Leiter der tschechischen Mission, sagte, das Team habe das Grab des Ptahshepses mithilfe von Satellitenbildern und Geländebegehungen wieder gefunden.
Die Kapelle der Ikhetnefert
Bárta sagte, zu den bemerkenswertesten Funden gehöre die Opferkapelle von Sabus Frau Ikhetnefert, die Mariette nie gefunden hatte. Die Kapelle wurde nach Angaben des Ministeriums während der laufenden Mission erstmals freigelegt. Eine Scheintür darin trägt Szenen der Ikhetnefert mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen Ptahshepses und Raneferef. Bárta sagte, die Darstellung gebe neue Einblicke in die Familie und die Beziehungen innerhalb der Familie.
Die Kapelle enthält außerdem gut erhaltene Reliefs von Sabu und Ptahshepses, die Opferträgerprozessionen beaufsichtigen. Die Außenwände von Sabus Grab ahmen die Fassaden königlicher Paläste nach, was das tschechische Team als Ausdruck seiner hohen Stellung liest. El-Leithy sagte, die Außenwände seien aufwendig verziert gewesen.
Ptahshepses: Laufbahn und Begräbnis
Mohamed Abdel-Badei, Leiter der ägyptischen Antikenabteilung im Obersten Antikenrat, sagte, die Grabkammer des Ptahshepses gehöre zu den bedeutendsten Funden der Grabung. Das Grab hat eine Opferkammer, und sein Eingang ist mit Reliefs von Opferträgern und Szenen ritueller Schlachtungen geschmückt.
Schriftliche Quellen deuten darauf hin, dass Ptahshepses vier Königen der Fünften Dynastie diente: Sahure, Neferirkare, Raneferef und Nyuserre. Archäologische Studien, die Abdel-Badei anführt, weisen ihn als ersten Beamten außerhalb der Königsfamilie aus, der eine ägyptische Prinzessin heiratete. Die Prinzessin war Khamaat, eine Tochter von König Userkaf, dem Begründer der Fünften Dynastie.
Mohamed Megahed, stellvertretender Leiter der tschechischen Mission, sagte, das Grab sei in der Antike geplündert worden, wobei Schmuck und wertvolle Gegenstände verloren gingen. Die Überreste der Mumie blieben jedoch erhalten, sodass ein Team ägyptischer Anthropologen sie untersuchen und auswerten konnte. Die Analyse der Überreste legt nahe, dass er mit über 60 Jahren starb. Abdel-Badei nannte das für die Maßstäbe der Zeit ein bemerkenswert hohes Alter, und das tschechische Team beschreibt ihn als außergewöhnlich langlebig.
Ausmaße und Lage
Sabus Grab war nach Angaben von Archaeology mehr als 175 Fuß lang und 90 Fuß breit und stand einst etwa 16 Fuß hoch. Die erneute Grabung hat bisher unbekannte Teile beider Gräber dokumentiert.
Saqqara liegt etwa 20 Meilen südlich von Kairo und war die wichtigste Nekropole für Memphis, die antike Hauptstadt, die um 3.100 v. Chr. gegründet und im 7. Jahrhundert n. Chr. aufgegeben wurde.
Quellen
10- 01Archaeologists Have Re-Excavated the Long-Lost Tombs of Ancient Egyptian High OfficialsEN
- 02New archaeological discovery in Saqqara unveils 4,000-year-old secretsEN
- 03Old Kingdom Tombs Investigated in SaqqaraEN
- 04Tombs of Sabu and Ptahshepses rediscovered in SaqqaraEN
- 05Czech Day of Egyptology Highlights Decades of Archaeological Cooperation Between Egypt & Czech RepublicEN
- 06Archaeologists have uncovered a 4,000-year-old Egyptian tomb belonging to an official described as the “keeper of the king's secrets”; the burial contains cluesEN
- 07Archaeologists Discover a 4,000-Year-Old Tomb With a False Door at Egypt’s Ancient Saqqara NecropolisEN
- 08Egyptian archaeologists uncovered a tomb at Saqqara with 3 sealed sarcophagi and more than 100 figurines from later burialsEN
- 09Broken stone blocks in Egypt reveal the life story of Khuwy, an official of King Djedkare - Archaeology News Online MagazineEN
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