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Vanda legt VQW-765 nach Fehlschlag in Phase III bei sozialer Angststörung auf Eis

Vanda Pharmaceuticals hat am 14. Oktober 2026 mitgeteilt, dass das Unternehmen sein VQW-765-Programm auf Eis gelegt hat. Das Medikament hatte den primären Endpunkt einer Phase-III-Studie bei sozialer Angststörung verfehlt. Jefferies hatte die Datenauswertung als wichtigen Katalysator für das Unternehmen genannt.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 15
Vanda legt VQW-765 nach Fehlschlag in Phase III bei sozialer Angststörung auf Eis

Die Vanda-Aktie fiel am Mittwoch im nachbörslichen Handel um 6,2 Prozent, nachdem das Unternehmen den Fehlschlag in Phase III bekannt gegeben hatte, berichtete Investing.com. Das VQW-765-Programm ruht, bis der vollständige Datensatz weiter ausgewertet ist, teilte Vanda mit.

Studie 3201 (NCT07221578) randomisierte 546 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren an rund 30 US-Standorten im Verhältnis eins zu eins auf eine einmalige orale Dosis VQW-765 oder Placebo. Alle Teilnehmer hatten eine aktuelle Diagnose einer sozialen Angststörung und erhöhte Ausgangswerte auf der Liebowitz Social Anxiety Scale und der Public Speaking Anxiety Scale, so Vanda. Anschließend absolvierten sie den Trier Social Stress Test. Dabei bereiteten sie eine Prüfungssituation vor und hielten vor einem Gremium, das keine Rückmeldung und keine Ermutigung gab. Der Test löst konstruktionsbedingt akuten Stress aus.

Der primäre Endpunkt war das Belastungsempfinden während der Vortragsphase bei den weiblichen Teilnehmern. Bewertet wurde auf der Subjective Units of Distress Scale von 0 bis 100, wobei höhere Werte stärkere Belastung bedeuten. Frauen unter VQW-765 erreichten 65,6 gegenüber 66,0 unter Placebo. Die Differenz der kleinsten Quadrate betrug -0,4 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von -5,32 bis 4,62 und einem p-Wert von 0,8899. Der wichtige sekundäre Endpunkt umfasste die gesamte Population aus Männern und Frauen. Auch er wurde verfehlt: 64,7 unter dem Wirkstoff gegenüber 63,8 unter Placebo, eine Differenz von 0,9 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von -3,00 bis 4,73 und einem p-Wert von 0,6605. Beide Intervalle schlossen null ein, die Studie konnte den Wirkstoff also nicht von Placebo trennen.

Studie 3201 sollte die frühere Phase-II-Studie 2201 von Vanda bestätigen. In dieser berichteten Teilnehmer mit einer Vorgeschichte von Auftrittsangst während des TSST über numerisch niedrigere Stresswerte unter dem Wirkstoff als unter Placebo. Das Ergebnis der Phase III bestätigte diese Befunde nicht. VQW-765 sei sicher und gut verträglich gewesen, erklärte Vanda, im Einklang mit früheren Studien.

Mihael H. Polymeropoulos, Präsident, CEO und Vorsitzender von Vanda, sagte: „Wir sind enttäuscht, dass Studie 3201 die früheren Phase-II-Ergebnisse für VQW-765 bei Patienten mit sozialer Angststörung nicht bestätigt hat."

Warum sich soziale Angststörung schwer behandeln lässt

Vanda schätzt, dass mehr als 20 Prozent der US-Bevölkerung unter einer belastenden Auftrittsangst leiden, vom öffentlichen Sprechen über Prüfungen bis zu Schreibblockaden und musikalischen Auftritten. Die Angst vor öffentlichem Sprechen sei die häufigste Form, heißt es. Die Zahl ist eine Schätzung, keine Zahl diagnostizierter Fälle. Das Einschlusskriterium der Studie war eine aktuelle Diagnose einer sozialen Angststörung. Für die Auftrittsangst gibt es laut Vanda keine von der FDA zugelassene Arzneimittelbehandlung, und allgemeine angstlösende Mittel wirkten meist sedierend.

Die meisten verfügbaren Therapien bei sozialer Angststörung setzen an der Wiederaufnahme von Serotonin oder Noradrenalin an, und der Fortschritt bei der Markteinführung neuer Medikamente ist langsam. Neuphoria, früher Bionomics, verwarf BNC210 bei sozialer Angststörung im vergangenen Oktober nach einem Fehlschlag in Phase III; das Medikament wird weiter bei posttraumatischer Belastungsstörung geprüft. Der Fasedienol-Nasenspray von Vistagen zeigte zuletzt positive Ergebnisse in der offenen Verlängerung der PALISADE-4-Studie. Analysten von Jefferies hatten Vandas Datenauswertung zur sozialen Angststörung als wichtigen bevorstehenden Katalysator für das Unternehmen genannt.

Der Weg des Moleküls zu Vanda

VQW-765 ist ein oral verfügbares kleines Molekül und ein partieller Agonist am Alpha-7-nikotinischen Acetylcholinrezeptor, früher bekannt als AQW-051. Vanda lizenzierte es 2014 von Novartis, als das Schweizer Unternehmen es in mittleren Studienphasen bei Schizophrenie prüfte. Der Rezeptor ist ein pentamerer Aufbau aus Alpha-7-Untereinheiten. Nikotin kann an denselben Rezeptor binden, doch VQW-765 bindet nach Angaben von Vanda mit deutlich höherer Affinität.

Wie es weitergeht

Das Programm ruht, bis der vollständige Datensatz weiter ausgewertet ist. Nach Angaben auf der Website von Vanda prüft das Unternehmen VQW-765 derzeit in keiner anderen Indikation.

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Quellen

15
  1. 01Vanda Pharmaceuticals Provides Update on VQW-765 Clinical Development ProgramEN
  2. 02Phase 3 Trial of VQW-765 for Social Anxiety Disorder Misses EndpointEN
  3. 03Vanda puts anxiety drug's development on ice after Phase III failEN
  4. 04Vanda Pharmaceuticals stock falls after anxiety drug trial failsEN
  5. 05Vanda Pharmaceuticals stock falls after anxiety drug trial failsEN
  6. 06Finding New Drugs Is Laborious. This AI Startup Is Skipping The Lab WorkEN
  7. 07STAT+: Revolution Medicines’ pancreatic cancer drug has stunning commercial debutEN
  8. 08 Thermal Grizzly launches PhaseSheet PTM Pro with improved thermal conductivity EN
  9. 09#AASLD26: Merck unwraps biopsy data for MASH drug it got from South Korea's HanmiEN
  10. 10Scientists trick cancer cells into making the drugs that kill themEN
  11. 11Scientists discover new Alzheimer’s drug that repairs DNA damage and reduces brain inflammationEN
  12. 12Attributing Agent Failures to Their History Needs an Executed Counterfactual: Toward a Reporting StandardEN
  13. 13Servier's $1.5B bet on Edgewise drug fails five months inEN
  14. 14EU lawmakers slam new border force powers to surveil social mediaEN
  15. 15Impatient with Brussels, European capitals forge ahead with social media bans EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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