Webb findet Hinweise auf Wassereiswolken bei Epsilon Indi Ab
Das Max-Planck-Institut für Astronomie teilte am 22. April 2026 mit, das James-Webb-Weltraumteleskop habe Hinweise auf Wassereiswolken bei Epsilon Indi Ab gefunden, einem kalten Jupiter-ähnlichen Planeten in rund 12 Lichtjahren Entfernung. Das stellt Modelle ohne Wolken infrage.

Das Max-Planck-Institut für Astronomie teilte am 22. April 2026 mit, in der Atmosphäre von Epsilon Indi Ab deuteten Hinweise auf Wassereiswolken. Die begutachteten Ergebnisse erschienen am selben Tag in The Astrophysical Journal Letters, wie das Institut mitteilte. Die Forscher hatten erwartet, dass Ammoniakgas die obere Atmosphäre des Planeten dominiert. Der Wolkenbefund kam daher überraschend.
Das Ammoniak, das fehlte
Das Team fand Ammoniak, aber weniger als erwartet, so das Institut. Die beste Erklärung liefert nach seiner Analyse der Atmosphäre Wassereiswolken hoch oben, ähnlich den hohen Cirruswolken auf der Erde. Die meisten gängigen theoretischen Modelle für Exoplanetenatmosphären sehen gar keine Wolken vor, weil Wolken die Berechnung der Daten komplizierter machen. Das hat eine praktische Folge: Weil Astronomen womöglich nicht nach Wolken suchen, könnten Wolken in Beobachtungen übersehen werden, auch wenn sie vorhanden sind.
Ein kalter Jupiter-ähnlicher Planet
Futura berichtete, Epsilon Indi Ab sei etwa 12 Lichtjahre von der Erde entfernt und der erste Planet, der nachweislich Epsilon Indi A umkreist, einen Stern im südlichen Sternbild Indus. Der Mutterstern ist etwas masseärmer und kühler als die Sonne und wird als orangefarbener Hauptreihenstern vom Typ K, K5 V, klassifiziert.
Derselbe Bericht nannte für die Masse des Planeten schätzungsweise das 7,6-Fache der Jupitermasse, mit einer Unsicherheit von etwa 0,7 Jupitermassen, während der Durchmesser als vergleichbar mit dem Jupiters gilt. Er umkreist seinen Stern in etwa 30 AE, nahe am Abstand des Neptun zur Sonne und rund viermal weiter außen als Jupiter. Ein Umlauf dauert 180 Erdenjahre; Jupiter braucht 12, Neptun 165.
Derselbe Bericht ergänzte, Infrarotbeobachtungen ergäben eine Temperatur der Atmosphäre von etwa 200 bis 300 Kelvin, also etwa minus 70 bis 20 Grad Celsius. Das ist wärmer als die obere Atmosphäre Jupiters, die eine charakteristische Temperatur von etwa 140 Kelvin hat, also minus 133 Grad Celsius. Ein Teil der Wärme stammt aus der inneren Restwärme seiner Entstehung. In den kommenden Milliarden Jahren dürfte der Planet allmählich abkühlen und schließlich kälter als Jupiter werden.
Was das Ergebnis bedeutet
Co-Autor James Mang von der University of Texas at Austin sagte, was einst unmöglich zu entdecken schien, sei nun in Reichweite, auch der Nachweis von Wolken. Das Ergebnis zeige neue Komplexitätsebenen, die die Modelle erst allmählich erfassen, und öffne den Weg zu einer genaueren Charakterisierung kalter, ferner Welten.
Erstautorin Elisabeth Matthews vom Max-Planck-Institut für Astronomie sagte, JWST erlaube es Astronomen endlich, Planeten im Sonnensystem im Detail zu untersuchen. Würden Außerirdische einige Lichtjahre entfernt auf die Sonne blicken, so Matthews, wäre JWST das erste Teleskop, das Jupiter im Detail untersuchen könnte. Für die Erde im Detail wären weit leistungsfähigere Teleskope nötig.
Die meisten bisher gefundenen Jupiter-ähnlichen Welten sind heiße Jupiter. Sie umkreisen ihre Sterne eng und sind extrem heiß, was sie leichter auffindbar und untersuchbar macht. Jupiter weiter draußen sind kühler und schwerer zu finden, und kühlere Planeten verlangen empfindlichere Instrumente und längere Beobachtungszeiten. Wassereiswolken bei einem Exojupiter sind ein Schritt hin zur Untersuchung kleinerer, erdähnlicher Planeten, doch solche Wolken dort dürften leistungsfähigere Teleskope erfordern.
Bis Mai 2026 listete die Extrasolar Planets Encyclopaedia mehr als 8.190 Exoplaneten.
Quellen
19- 01Just 12 light-years away, Webb has imaged a giant planet 7.6 times heavier than Jupiter, and it seems to have water-ice cloudsEN
- 02Surprise! A Jupiter-like exoplanet with water-ice cloudsEN
- 03Scientists stunned: "Exotic water" from nuclear reactors found on distant planetEN
- 04A 'super-puff' exoplanet is losing its atmosphere, and the James Webb Space Telescope had a lookEN
- 05James Webb reveals two completely different twilights on an alien worldEN
- 06James Webb reveals a hellish exoplanet where dawn and dusk have wildly different chemistryEN
- 07Distant exoplanets may be hiding water beyond Webb Telescope's reach, study findsEN
- 08Scientists use James Webb Space Telescope to make 1st 3D map of exoplanet — and it's so hot, it rips apart water - SpaceEN
- 09James Webb watched an exoplanet get roasted to 1,100 degrees, shifting its chemistryEN
- 10James Webb Space Telescope reveals the true shape of a scorching-hot exoplanet’s atmosphere for the first timeEN
- 11James Webb reveals a strange bulge in an alien planet's atmosphereEN
- 12Bay Area Air District Moves Forward with Nation’s Strongest Water Heater StandardsEN
- 13Anthropic's text watermark is easy to bypass on several older Claude modelsEN
- 14 James Webb Space Telescope uncovers new clues about the origins of 'interstellar invader' comet 3I/ATLAS EN
- 15A hidden star is plowing through Betelgeuse’s atmosphere, new evidence suggestsEN
- 16Ben Waters on the latest wireless charging strategiesEN
- 17Trace Gas Orbiter discovers potential evidence of volcanic activity on Mars via atmospheric observationsEN
- 18NASA's Hubble and Webb discover ancient worlds that remember their pastEN
- 19 Betelgeuse is haunted by a cosmic poltergeist tormenting the doomed star's atmosphere EN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
Kommentare
0- Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.