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Waymos Problem mit überfluteten Straßen zeigt die Grenzen der Robotaxi-Expansion

Waymo hat den Robotaxi-Betrieb in vier Städten ausgesetzt. In Atlanta war eines der Fahrzeuge in eine überflutete Straße gefahren und dort etwa eine Stunde stecken geblieben, wie das Unternehmen gegenüber TechCrunch bestätigte.

AutoAnalyseSven AlbrechtVeröffentlicht: 28. September 20266 Min. LesezeitQuellen 4
Waymos Problem mit überfluteten Straßen zeigt die Grenzen der Robotaxi-Expansion

Den Betrieb in Atlanta, San Antonio, Dallas und Houston setzte Waymo aus, sagte ein Unternehmenssprecher zu TechCrunch. Am Mittwoch war ein Robotaxi in Atlanta in eine überflutete Straße gefahren und dort rund eine Stunde stecken geblieben. Zuerst entdeckten lokale Nachrichtenberichte das Fahrzeug, dann barg Waymo es und brachte es weg.

Das ist der sichtbare Teil. Das eigentliche Problem ist schwieriger, und es wächst seit Monaten. In der Vorwoche gab Waymo einen Software-Rückruf heraus, nachdem Robotaxis immer wieder in überflutete Straßen eingefahren waren. Zum Zeitpunkt der Rückrufmeldung hatte das Unternehmen nach eigener Aussage noch keine "endgültige Abhilfe" für das Problem fertiggestellt. Das geht aus Dokumenten der National Highway Traffic Safety Administration hervor. Die Korrektur befand sich damals noch in Entwicklung, wie die Unterlagen der Behörde zeigen.

Was der Rückruf tatsächlich geändert hat

Das ausgelieferte Update setzte "Einschränkungen zu Zeiten und an Orten, an denen ein erhöhtes Risiko besteht, auf eine überflutete Straße mit höherer Geschwindigkeit zu treffen", heißt es in den NHTSA-Dokumenten. Das ist eine Drosselung, keine Lösung. Und sie konnte nicht verhindern, dass das Fahrzeug in Atlanta in eine überflutete Kreuzung einfuhr.

Waymo erklärte am Donnerstag gegenüber TechCrunch, der Sturm in Atlanta habe so viel Regen gebracht, dass die Überflutung bereits im Gange war, bevor der National Weather Service eine Warnung, Beobachtung oder Meldung vor Sturzfluten herausgegeben hatte. Diese Warnungen gehören zu einer größeren Gruppe von Signalen, auf die sich das Unternehmen stützt, um Fahrzeuge auf schlechtes Wetter vorzubereiten. Die Antwort ist vordergründig vernünftig und zugleich etwas beunruhigend. Wenn die Bereitschaft des Fahrzeugs davon abhängt, dass eine externe Warnung rechtzeitig eintrifft, entscheidet nicht die eigene Wahrnehmung des Fahrzeugs darüber, ob eine Straße passierbar ist. Ein Robotaxi, das auf eine Wetterwarnung wartet, bevor es langsamer wird, hat eine Lücke in der Kette von der Sensorik zur Entscheidung.

"Sicherheit hat für Waymo höchste Priorität, sowohl für unsere Fahrgäste als auch für alle, mit denen wir uns die Straße teilen. Während einer Phase intensiven Regens gestern in Atlanta traf ein unbesetztes Waymo-Fahrzeug auf eine überflutete Straße und blieb stehen", erklärte das Unternehmen.

Die NHTSA schaut zu. "Die NHTSA ist über diesen Vorfall informiert, steht in Kommunikation mit Waymo und wird gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen", sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörde zu TechCrunch.

Das ist ein Muster, kein Einzelfall

Waymo hatte schon früher Mühe, problematisches Verhalten schnell auszumerzen. Als im vergangenen Jahr auffiel, dass seine Robotaxis rechtswidrig an haltenden Schulbussen vorbeifuhren, lieferte das Unternehmen eine Korrektur aus, die das beheben sollte. Die Flotte führte trotzdem weiter illegale Manöver rund um Schulbusse aus. Dieses Verhalten ist inzwischen Gegenstand einer von zwei laufenden Untersuchungsreihen gegen das Unternehmen. Sowohl die NHTSA als auch das National Transportation Safety Board befassen sich mit der Schulbus-Frage. Waymo lieferte einen Stapel Dokumente für die NHTSA, alle für die Öffentlichkeit geschwärzt. Am 15. Mai schickte die Behörde eine zweite Dokumentenanforderung, weil die erste Antwort "es erforderlich macht, dass [die NHTSA] weitere Daten und Informationen erhält".

Die andere Untersuchungsreihe, von NHTSA und NTSB, betrifft einen Vorfall am 23. Januar, bei dem ein Waymo-Robotaxi in Santa Monica, Kalifornien, ein Kind anfuhr. Waymo hat erklärt, das Fahrzeug habe vor dem Aufprall auf etwa sechs Meilen pro Stunde abgebremst, und das Kind habe leichte Verletzungen erlitten.

Nimmt man den im Mai herausgegebenen Rückruf wegen der Überflutungen hinzu und einen Rückruf im Juni für fast 4.000 Robotaxis, damit sie nicht in Autobahnbaustellen einfahren, dann sieht die Bilanz weniger nach einer Reihe von Pech aus und mehr nach einem Unternehmen, das schneller expandiert als seine Abdeckung von Randfällen. Dem Juni-Rückruf, über den TechCrunch am 18. Juni berichtete, gingen mindestens 13 Fälle voraus, in denen Robotaxis in wegen Bauarbeiten gesperrte Autobahnabschnitte fuhren: sechs in Phoenix im April und sieben in San Francisco im Mai. Waymo zog seine Fahrzeuge am 19. Mai von allen Autobahnen ab, und eine Korrektur befand sich "derzeit in Entwicklung", wie aus den NHTSA-Einreichungen hervorgeht. Es war der sechste Rückruf, den Waymo für seine Robotaxis herausgab.

Die Datenlücke, über die niemand reden will

Es gibt einen strukturellen Grund, warum diese Randfälle immer wieder auftauchen. Die Robotaxi-Software bewegt sich von regelbasiertem Betrieb hin zu bestärkendem Lernen, und dieser Wandel macht Fahrdaten aus der realen Welt zum knappen Input. Uber sagte im Januar genau das, als es eine Sparte namens Uber AV Labs gründete, um Fahrdaten für Partner wie Waymo, Waabi und Lucid Motors zu sammeln, wobei damals keine Verträge unterzeichnet wurden.

Ubers Technikchef Praveen Neppalli Naga sagte zu TechCrunch, das Ziel sei gewesen, "diese Daten zu demokratisieren", weil der Wert, den die AV-Technik der Partner bot, das Geld überwog, das Uber damit verdienen könnte. Danny Guo, Ubers Vizepräsident für Technik, sagte, die Sparte habe ein Auto, einen Hyundai Ioniq 5, und sein Team schraube noch Lidars, Radars und Kameras an.

"Wir wissen nicht, ob das Sensorkit abfallen wird, aber das ist die Schlagfertigkeit, die wir haben", sagte Guo und fügte hinzu, es werde eine Weile dauern, 100 Autos einzusetzen.

Das Skalierungsproblem ist real. Tesla hat Millionen Kundenfahrzeuge, die täglich Daten sammeln; Waymo hat eine Flotte in der Größenordnung von Tausenden und hat nach eigener Zählung mehr als 170 Millionen autonome Meilen zurückgelegt. Waymo beansprucht außerdem eine 13-fache Verringerung von Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen im Vergleich zu menschlichen Fahrern. Das sind starke Zahlen. Es sind auch aggregierte Zahlen, und Überflutungen, Schulbusse und Baustellenkegel sind keine aggregierten Ereignisse.

Waymo steckt mitten in einer großen Expansion, mit Plänen, in diesem Jahr in mehr als 20 Städten zu starten, darunter London und Tokio. Jede neue Stadt bringt neues Wetter, neue Straßenmarkierungen und neue Baugewohnheiten. Das Unternehmen begann im November 2025 mit Fahrten auf Autobahnen; die Bauvorfälle in Phoenix ereigneten sich im darauffolgenden April.

Auch die Regulierer bewegen sich

Waymo ist nicht das einzige Unternehmen, das auf ein schwierigeres rechtliches Umfeld trifft. In China urteilte der Oberste Volksgerichtshof am 13. Februar, dass Fahrer weiterhin für die Gewährleistung der Verkehrssicherheit verantwortlich bleiben, auch nachdem sie Fahrassistenzfunktionen aktiviert haben. Das Gericht verwies auf einen Fall in Zhejiang vom September 2025, in dem ein Fahrer mit dem Nachnamen Wang ein Gerät installierte, um das Halten des Lenkrads zu simulieren, das Auto auf Selbstfahren stellte und auf dem Beifahrersitz einschlief. "Fahrassistenzsysteme können den Fahrer nicht als primären Betreiber ersetzen", stellte das Gericht fest und fügte hinzu, der Fahrer "bleibt der tatsächliche Betreiber, der für die Gewährleistung der Fahrsicherheit verantwortlich ist". Das Urteil setzt einen landesweiten Standard, auf den sich untere Gerichte beziehen müssen.

Das ist eine andere Regulierungstradition als in den USA, wo die NHTSA über Rückrufe, Dokumentenanforderungen und Untersuchungen arbeitet statt über umfassende richterliche Standards. Doch die Richtung ist ähnlich: Behörden sind weniger bereit, Sicherheitsversprechen für bare Münze zu nehmen.

Für Waymo ist die unmittelbare Frage eng. Wie entscheidet ein Fahrzeug, das auf Millionen von Meilen trainiert wurde, dass stehendes Wasser keine Straße ist? Das Unternehmen hat es nicht gesagt. Bis es das tut, ist die Pause in vier Städten keine vorübergehende Wetterverzögerung. Sie ist eine laufende Demonstration, dass der schwierigste Teil der Autonomie nicht das Fahren ist, das die meisten Menschen tun.

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Quellen

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  1. 01Waymo expands pause to four cities as robotaxis keep driving into floodsEN
  2. 02Waymo recalls nearly 4,000 robotaxis to stop them driving into highway construction zonesEN
  3. 03Uber launches an 'AV Labs' division to gather driving data for robotaxi partnersEN
  4. 04China Supreme Court rules drivers remain liable despite autonomous driving techEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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