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Wearable-Studien messen vor allem Aktivität und Herzfrequenz, zeigt Überblick über 147 Arbeiten

Ein Scoping Review in BMJ Open vom 31. Oktober hat 147 klinische Studien zu Wearables erfasst. Körperliche Aktivität war die am häufigsten gemessene Variable, in 106 Studien, und nur 27 wandten maschinelles Lernen auf die Daten an.

GesundheitNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 21
Wearable-Studien messen vor allem Aktivität und Herzfrequenz, zeigt Überblick über 147 Arbeiten

Die Lücke ist wichtig für alle, die eine Wearable-Studie als Beleg für einen gesundheitlichen Nutzen lesen. Der Überblick zeigt, was die Forscher gemessen haben. Ob diese Messung die Ergebnisse verändert hat, geht daraus nicht hervor.

Kliniken, Versicherer und Gerätehersteller verkaufen Wearable-Daten längst als klinische Infrastruktur. Für das Review in BMJ Open prüften die Autoren 13.744 Datensätze, 147 Originalarbeiten blieben übrig. Es beschreibt ein Feld, das breit ist, methodisch aber dünn. Die meisten Studien stützen sich auf gerätegenerierte Messwerte und konventionelle Auswertung, nicht auf zusammengesetzte digitale Biomarker. Ob eine Versorgung, die sich nach Wearables richtet, die Ergebnisse verbessert, lässt sich daraus nicht ableiten.

Eine Landkarte von 147 Wearable-Studien

Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren die am häufigsten untersuchte Indikation, dicht gefolgt von neurologischen Erkrankungen. Der Median der Stichprobengröße lag bei 85. Die Spanne reichte von 1 bis 455.699.

Körperliche Aktivität wurde in 106 der 147 Studien gemessen, also in 72 Prozent. Die Herzfrequenz kam in 48 Studien vor (33 Prozent), Schlaf in 34 (22 Prozent). In 98 Studien dienten Wearable-Daten zur Messung von Endpunkten: 52 primär und 46 sekundär. Insgesamt 49 nutzten sie zur Krankheitsüberwachung. Die Autoren durchsuchten Scopus, Web of Science, die Cochrane Library, PubMed und ClinicalTrials.gov. Sie suchten nach Studien, die zwischen Januar 2020 und Juli 2026 veröffentlicht oder registriert wurden.

Die Autoren führten keine formale Qualitätsbewertung und keine Risiko-für-Verzerrung-Analyse durch, wie es bei einem Scoping Review üblich ist. Damit lässt sich aus dem Überblick nur begrenzt ablesen, wie belastbar diese Evidenz ist.

Die Lücke bei der Auswertung

Nur 27 der 147 Studien setzten fortgeschrittene Rechen- oder maschinelle Lernverfahren ein. Neun fassten mehrere wearable-abgeleitete Variablen zu zusammengesetzten oder krankheitsspezifischen digitalen Biomarkern zusammen.

Das Fazit der Autoren ist deutlich: Die meisten Studien stützten sich auf gerätegenerierte Messwerte und konventionelle Analyseverfahren. Das ist etwas anderes als die Aussage, Wearables funktionierten nicht. Daneben steht ein zweites Review mit ähnlichem Tenor. Ein systematisches Review der MASCC zu digitaler Gesundheit in der ambulanten Palliativversorgung von Krebskranken fand 24 Publikationen zu 23 einzelnen Studien. Die Studien umfassten mobile Apps, Videokonferenzen, Wearables, Werkzeuge für elektronische Patientenakten und Webplattformen. Die Interventionen seien für Patienten, Angehörige und Kliniker im Allgemeinen machbar und akzeptabel, hieß es. Die Evidenz bleibe jedoch heterogen und stehe noch am Anfang.

Kliniken und Anbieter bewerben Wearable-Daten bereits

Garmin kündigte seine Health Awards 2026 auf einem Gipfel in Bangkok am 29. Oktober an. Für die Auszeichnungen gingen 113 Bewerbungen aus 31 Ländern ein.

Im Juni benannte Garmin sechs Finalisten: Asahi Quality & Innovations, HeraMED, Montefiore Einstein, Phyathai Paolo Hospital, Thaivivat Insurance und UPTIVO. Montefiore Einstein, ein US-Krebszentrum, erhielt den Expert's Choice Award. Es setzte Garmin-Wearables in prospektiven Studien mit Patienten ein, die Strahlen-, Chemo- und Immuntherapie erhielten. Garmin erklärte, seine Forscher hätten als erste gezeigt, dass Wearable-Daten, die vor der Behandlung erhoben werden, Patienten erkennen lassen, denen die Therapie voraussichtlich schwerfallen wird. HeraMED, ein australisches Unternehmen, gewann den People's Choice Award für KI-gestützte Frauengesundheit in Schwangerschaft, Wochenbett, Wechseljahren und bei chronischen Erkrankungen. Jeder Gewinner erhielt Garmin-Smartwatches und Fitness-Tracker im Wert von bis zu 10.000 Dollar. Der zweite Tag des Gipfels zog mehr als 200 Führungskräfte und Branchenvertreter an.

Garmins eigene Ankündigung beschreibt die Arbeit von Montefiore als Nachweis der Machbarkeit, nicht als kontrolliertes Ergebnis.

Wie eine intensivere Studie aussieht

Die TIME-Studie am Buck Institute for Research on Aging soll bis zu 150 Erwachsene ab 55 Jahren in stabilem Gesundheitszustand einschließen.

Ihr in Frontiers in Digital Health veröffentlichtes Protokoll kombiniert wöchentliche Blutentnahmen mit viertägigen Phasen nahezu kontinuierlicher molekularer Profilierung. Dazu kommen standardisierte physiologische Belastungstests und durchgehend aufzeichnende Wearables. Die Teilnehmer absolvieren eine elfwöchige Hauptphase mit neun wöchentlichen Besuchen: sieben Standardbesuche und zwei Belastungsbesuche. Vier Tage mit hochfrequentem Sampling fallen auf aufeinanderfolgende Donnerstage, Freitage, Montage und Dienstage. Nachuntersuchungen finden 6 und 12 Monate nach Einschluss statt.

Wie es weitergeht

Die Studie ist als NCT07107386 registriert. Die Rekrutierung begann am 15. Juni 2025. Die Arbeit beschreibt geplante Methoden, keine Ergebnisse. Befunde zur Biologie des Alterns liegen aus der Kohorte noch nicht vor.

Digitale Gesundheitsdaten werden während der Haupt- und der Nachbeobachtungsphase erhoben. Die ersten gepaarten Vergleiche zwischen Wearable-Signalen und molekularen Messungen stehen noch aus. Die Suche für das Review in BMJ Open endete im Juli 2026. Neuere Studien bleiben damit außerhalb der 147 Arbeiten.

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Quellen

21
  1. 01Scoping review of wearable device data evaluated in clinical studiesEN
  2. 02Digital health interventions for people with cancer during end-of-life care: a MASCC systematic reviewEN
  3. 03Garmin celebrates global digital health innovation at 2026 Garmin Health Summit in AsiaEN
  4. 04Garmin Health Summit 2026: Montefiore and HeraMED Win, Apollo's Sangita Reddy Keynotes in BangkokEN
  5. 05Wrist-based health signals used in cancer treatment and women's health; Garmin announces awardsEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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