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Verlust des antarktischen Meereises macht eine wichtige Wassermasse des Südlichen Ozeans salziger

Eine Studie der University of Melbourne in Nature Climate Change zeigt: Das Antarktische Zwischenwasser ist seit 2016 salziger, dichter und tiefer. Der Grund ist der geringere Süßwassereintrag durch den Meereisverlust. Xinhua berichtete am 29. Oktober über die Ergebnisse.

WissenschaftNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 24
Verlust des antarktischen Meereises macht eine wichtige Wassermasse des Südlichen Ozeans salziger

Dichteres AAIW kann mehr überschüssige Wärme in tiefere Wasserschichten drücken. Bestehende Modelle unterschätzen die Erwärmung der Tiefsee womöglich und berechnen den regionalen Meeresspiegelanstieg falsch. Damit sind die bisherigen Projektionen offen für Korrekturen. Wie groß der Effekt ist und ob er anhält, ist nicht geklärt.

Was die Drifter zeigen

Das Team wertete Daten des globalen Argo-Programms aus, einem Netz von etwa 4.000 robotischen Driftern, die die oberen Ozeanschichten beproben. Dazu kamen Satelliten- und Atmosphärendaten. Die in Nature Climate Change veröffentlichte Studie umfasst die Jahre 1995 bis 2024. Von 1995 bis 2015 trug das Schmelzen des antarktischen Sommermeereises dazu bei, das AAIW zu erhalten. Ab 2016 ging das antarktische Meereis auf Rekordtiefs zurück. Zwischen 2016 und 2024 wurde die Schicht durch den geringeren Süßwassereintrag salziger, dichter und tiefer. Der Wandel folgte auf eine Phase, in der das sommerliche Schmelzen die Schicht stabil gehalten hatte.

Der Deccan Herald berichtete über einen direkten Zusammenhang zwischen der Umkehr des Salzgehalts im AAIW und weniger Süßwasser aus schmelzendem Meereis. Die Zeitung verwies außerdem auf wärmeres, salzigeres Wasser, das aus der Tiefe aufsteigt.

Ein Vergleich über 130.000 Jahre

Zuletzt durchlief das AAIW vor rund 130.000 Jahren einen ähnlichen Wandel, am Ende der letzten Warmzeit. Die Antarktis war damals fast eisfrei.

Dieser Übergang dauerte Jahrtausende, nicht zwei Jahrzehnte. Der krasseste Vergleich der Studie lautet: Ein Wandel, der im geologischen Befund Jahrtausende brauchte, vollzog sich in zwei Jahrzehnten. Der heutige Wandel lief zwischen 2016 und 2024 ab, innerhalb eines einzigen Abschnitts der Argo-Aufzeichnung. Die veröffentlichten Ergebnisse sagen nicht, ob die Wassermasse in ihren früheren Zustand zurückkehrt. Sie beziffern auch nicht, wie viel Süßwasser das fehlende Meereisschmelzen ausmacht.

Was die Modelle übersehen

Tech Times berichtete, dass Klimamodelle den Wandel nicht erfasst haben. ETV Bharat beschrieb ihn als Umformung der globalen Ozeanzirkulation.

Die Forscher der University of Melbourne sagten, Veränderungen im AAIW könnten die Fähigkeit des Ozeans beeinträchtigen, Kohlenstoff zu speichern, und mehr überschüssige Wärme in tiefere Schichten drücken. Laut der Mitteilung der Universität hilft das AAIW, Kohlenstoff zu speichern, Sauerstoff zu liefern und die globalen Ozeanströmungen anzutreiben. Die Schicht verteile Wärme, Süßwasser und Kohlenstoff über den Planeten. Die Universität veröffentlichte die Mitteilung am Mittwoch, Xinhua berichtete am folgenden Tag darüber.

Was noch unbekannt ist

Weder die Studie noch die Mitteilung der Universität nennt eine Zahl dafür, wie viel zusätzliche Wärme die veränderte Wassermasse speichern wird. Auch einen Zeitrahmen nennen beide nicht.

Der Untersuchungszeitraum endet 2024, und die veröffentlichten Ergebnisse führen den Trend nicht in die Zukunft fort. Spätere Argo-Daten würden zeigen, ob der Salzgehaltswandel anhält oder sich abschwächt, doch eine solche Analyse enthält die Studie nicht. Die Forscher beziffern auch nicht, wie sich der Wandel auf die Kohlenstoffaufnahme des Ozeans auswirkt.

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Quellen

24
  1. 01Antarctic sea ice loss disrupts ocean freshwater system: studyEN
  2. 02Drop in Antarctic sea ice melt is driving up salinity in key ocean water mass: StudyEN
  3. 03Explained: How Shrinking Antarctic Sea Ice Is Making Deep Ocean Waters Saltier & Reshaping Global Ocean CirculationEN
  4. 04Antarctic Sea Ice Collapse Flipped Southern Ocean Chemistry: Climate Models Missed ItEN
  5. 05Rapid LLM development is outrunning the research meant to explain it, study findsEN
  6. 06Crushed shells shield juvenile Pacific littleneck clams from ocean acidification impacts, study finds - Global Seafood AllianceEN
  7. 07UC Davis study reveals how crushed shells mitigate ocean acidification - Open Access GovernmentEN
  8. 08Hanwha Q-Cells shifts focus to research and development in EuropeEN
  9. 09 Google reveals new Gemini 4 Carbon AI model, narrowly beating Claude Opus 5.5 EN
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  14. 14 On this day in space! Oct. 30, 1964: NASA's weird Lunar Landing Research Vehicle takes 1st test flight to help Apollo astronauts land on the moon EN
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  18. 18Researcher-in-the-Loop Evolutionary Discovery of Entanglement-Assisted Quantum Code FamiliesEN
  19. 19Studying Fraudulent North Korean IT WorkersEN
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  21. 21Google's Gemini 4 Carbon Leads Benchmarks for Finding, Exploiting, and Patching VulnerabilitiesEN
  22. 22Cancer rates rising more quickly among younger people, international researchEN
  23. 23Claude helped plan risky bird flu research. What did the AI add?EN
  24. 24Chinese video AI models beat US rivals in visual quality, but lag on safeguards: HKU studyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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